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Christina Jachert-Maier machte ihr Abitur im Max-Rill-Gymnasium Schloss Reichersbeuern.

Wir erinnern uns an unsere Schulzeit

Serie zum Schulbeginn: Eine besondere Exkursion

Für tausende Schüler in unserem Landkreis beginnt in wenigen Tagen wieder das Abenteuer Schule. Ein guter Zeitpunkt für uns, selbst zurückzublicken. Diesmal: auf eine besondere Exkursion.

Was für ein mutiger Mann unser Lehrer Herr H. war, ist mir heute klar. Damals, 1983, fand ich lediglich, dass er für unsere Praktikumsfahrt ein ungewöhnliches Ziel gewählt hatte. Es war das Kibbuz Hagoshrim in Israel. Wir sollten als Volunteers bei der Feldarbeit helfen und im Gästehaus. Wir, das war ein knappes Dutzend Mädels kurz vor dem Abitur. Jungs gab es bei uns nicht. Wir besuchten das Max-Rill-Gymnasium Reichersbeuern, damals eine reine Mädchenschule. Das Soziale Praktikum wurde für gewöhnlich im Krankenhaus abgeleistet.

Doch Herr H. überzeugte den Direktor und die Eltern, dass der Einsatz im Kibbuz unsere Entwicklung stärker befördern würde. Womit er wohl Recht hatte. Denn wenn ich heute an meine Schulzeit zurückdenke, sind die vier Wochen Israel die mit Abstand stärkste Erinnerung.

Herr H. blieb bei dem ganzen Abenteuer übrigens sehr gelassen. Nur eines nervte ihn, Träger eines gepflegten Vollbarts: Es gab für die Volunteers kein Bad mit Spiegel, nur eine dürftige Waschgelegenheit. So wuchs sein Bart ungestutzt vor sich hin, bis er schließlich die Schülerinnen um Hilfe bat. Die erste setzte mit der Nagelschere an. Das Ergebnis: kläglich. Zwei Tage später versuchte die nächste ihr Glück: auch nicht besser. Bis zum Ende des Aufenthalts waren eigentlich alle mal dran gewesen. Bei der Rückkehr sah Herr H. ziemlich zerrupft aus – ich erinnere mich gut an den erschrockenen Blick seiner Frau.

Lesen Sie auch: Eine unvergessliche Sozialkundestunde über Hitler sexuelle Neigungen.

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