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Die Beförderung mit dem Schulbus - hier ein Bild aus Miesbach - funktioniert am Tegernsee für gewöhnlich reibungslos. Doch am Donnerstagmorgen fiel eine ganze Linie aus.

Morgendliches Chaos an Realschule und Gymnasium

Kinder warten vergeblich auf Schulbus

Gmund/Tegernsee - Eine chaotische Situation haben Realschule Gmund und Gymnasium Tegernsee am Donnerstag erlebt: Ein Teil der Kinder hatte vergeblich auf den Schulbus gewartet - und erschien somit nicht zum Unterricht.  

Seit acht Jahren ist Tobias Schreiner als Lehrkraft am Tegernsee tätig, doch so etwas ist dem Konrektor der Realschule in Gmund-Finsterwald noch nicht passiert. Als Donnerstag Früh die Schulglocke zur ersten Stunde läutete, fehlte ein nicht unerheblicher Teil der Schüler – unentschuldigt und zunächst ohne ersichtlichen Grund. „Die Lehrer haben sich gefragt, was los ist. Die Eltern waren verwundert“, beschreibt Schreiner die Situation gegenüber der Tegernseer Zeitung.

Nachforschungen brachten schließlich die Ursache für den unruhigen Morgen ans Licht: Der Schulbus aus Richtung Kreuth, der für gewöhnlich die Schützlinge der Realschule und auch einen Teil der Tegernseer Gymnasiasten aufsammelt, war nicht aufgetaucht. Die gesamte Linie wurde nicht bedient.

Von der Realschule waren rund 30 Kinder und Jugendliche von dem Ausfall betroffen – und zwar aus allen Jahrgangsstufen, wie Schreiner mitteilt. Was den Konrektor besonders ärgert: Angeblich hätten die an den Haltestellen wartenden Schüler von dem Fahrer eines anderen Busses die Auskunft erhalten, dass ihr Bus heute nicht mehr komme und sie nach Hause gehen sollen. Eine solche Aufforderung ist für Schreiner nicht hinnehmbar. Letztlich ist ein Teil der betroffenen Realschüler tatsächlich zuhause geblieben, andere warteten auf einen Linienbus oder ließen sich von den Eltern zur Schule bringen.

Ganz ähnlich die Situation am Gymnasium Tegernsee. Hier waren es laut Direktor Werner Oberholzner knapp 20 Schüler, die vergeblich auf den morgendlichen Schulbus warteten. „Manche von ihnen mussten eine Schulaufgabe schreiben, sie wurden teils von den Eltern gefahren“, berichtet der Schulleiter.

Aber auch am Gymnasium sind einige Schüler überhaupt nicht erschienen. Sollten die Kinder von einem Mitarbeiter des zuständigen Busunternehmens tatsächlich die Aufforderung bekommen haben, nach Hause zu gehen, fände er das „sehr ärgerlich“, sagt Oberholzner. Auch die Tatsache, dass gerade die Jüngeren eine zeitlang ohne Aufsicht waren, ist in den Augen des Schulleiters bedenklich.

Zuständig für die Schülerbeförderung am Tegernsee ist eigentlich der Regionalverkehr Oberbayern (RVO), der aber einen Teil davon an das Unternehmen Autobus Oberbayern mit Sitz in München und Bad Wiessee vergeben hat. Die Linie, die gestern nicht bedient wurde, fällt in den Zuständigkeitsbereich von Autobus Oberbayern. Dessen Mitarbeiterin Christel Harrer bedauert den Vorfall vom Donnerstag sehr.

Der Fehler habe beim Fahrer gelegen, der eine Änderung des Dienstplans nicht mitbekommen habe. „Das tut uns selbstverständlich sehr leid“, meint Harrer, die nach eigenen Worten zu spät informiert worden sei, um den Ausfall noch zu kompensieren. „Normalerweise können wir uns auf unser Team am Tegernsee verlassen, das läuft eigentlich wie am Schnürchen“, so Harrer. Dass ein anderer Fahrer die Schüler aufgefordert haben soll, nach Hause zu gehen, könne sie nicht bestätigen.

Bei den beiden Schulen hat sich das Unternehmen bereits entschuldigt. Der Fall dürfte damit erledigt sein. Und auch für die Schüler, die am Donnerstag unerwartet einen freien Tag genossen haben, hat das Ganze kein Nachspiel. „Die bekommen keinen Ärger“, versichert Oberholzner. In den Augen der Schüler sei das Ganze ja so etwas wie „höhere Gewalt“, meint der Direktor schmunzelnd.

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