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Die Krottenthaler Alm hat vor Kurzem wieder eröffnet: Die junge Wirtin Michaela Hartmann hat den Gasthof von der Brauerei gepachtet. Ihr Freund Nico Johannsen steht als Koch am Herd.

Neue Wirtin: Michaela Hartmann (25)

Ayinger Bräu poliert Krottenthaler Alm neu auf

Waakirchen – Die Krottenthaler Alm hat eine neue Wirtin: Michaela Hartmann (25) hat sie übernommen. Ayinger Bräu-Chef Franz Inselkammer hatte sie zuvor gekauft und aufpoliert.

Ihr Freund Nico Johannsen steht am Herd, Michaela Hartmann bedient die Gäste in der gemütlichen Stube. Seit dem Frühjahr 2015 war die traditionsreiche Krottenthaler Alm geschlossen. Nur ein kleines Schild kündet von der Wiedereröffnung. „Trotzdem haben uns die Leute fast überrannt“, sagt die junge Wirtin. Sie ist gelernte Hotel- und Bürokauffrau. Es war ihr großer Wunsch, sich selbstständig zu machen. Um sanft in den Betrieb einsteigen zu können, hat das Paar die Werbetrommel bislang nicht gerührt. Aber die Lage an der Bundesstraße führt die Kundschaft quasi zur Gaststube. „Vor allem, wenn es sich staut, haben wir viele Gäste“, meint Hartmann.

Der Ayinger Bräu Franz Inselkammer jun. hatte die Alm nach dem Tod des Wirts Sepp Pichler im Sommer 2015 von dessen Witwe Marianne gekauft. Verbunden ist die Brauerei Aying als Bierlieferantin der Familie Pichler und der Krottenthaler Alm schon lange. „Nach dem plötzlichen Krebstod von Sepp Pichler stand die Wirtschaft ja quasi vor dem Aus“, meint Franz Inselkammer jun.. Damit an dieser Stelle weiter eine Gastronomie stattfinde, habe das Unternehmen Brauereigasthof Aying die Krottenthaler Alm erworben. Und auch einiges investiert. Terrasse und Theke wurden renoviert. Ein neu aufgeschütteter Schallschutzwall soll die draußen sitzenden Gäste von der Straße abschirmen. Den alten Minigolfplatz ließ der neue Eigentümer abbauen. Die Bahnen waren verbraucht, zum Teil kaputt und schon lange nicht mehr frequentiert. Die Alm herauszuputzen, sei vor allem aus Liebhaberei geschehen, meint Inselkammer.

Johann Pichler hat in der Alm einst mit seinem Opa Käse gemacht.

Dass die Ayinger Brauerfamilie den Betrieb übernommen hat, betrachtet auch Johann Pichler (68) als „die beste Lösung“. Der im Alter von 62 Jahren verstorbene Wirt Sepp Pichler war sein Bruder. Johann Pichler ist Landwirt, hat in Krottenthal einen Agrar-Service aufgebaut und die Flächen rund um den ererbten Hof in ein kleines Gewerbegebiet verwandelt.

Mit der Alm verbinden ihn viele Erinnerungen. „Mit meinem Opa habe ich da Käse gemacht ohne Ende“, erzählt Pichler. Die Alm war damals tatsächlich eine Alm. Im Sommer weideten dort die Kühe der Pichlers. Der Hof der Familie stand in Kreuzstraße, auf einem Grundstück zwischen dem Gasthof Kreuzstraße und den neuen Betriebsgebäuden der Brauerei Tegernsee. Mitte der 60er-Jahre wurde der Hof abgerissen. „Weil eine Umgehungsstraße geplant war, die dann nicht gebaut wurde“, sagt Pichler. Wo der Hof stand, sollte ein Brückenbauwerk geschaffen werden. Dazu kam es nie. Vom alten Bauernhof der Pichlers ist nur ein Foto geblieben, das im Büro von Johann Pichler hängt.

Nach dem Abriss verlegte die Familie ihren Betrieb dorthin, wo die Alm stand: nach Krottenthal. Die kleine Alm lockte schon seit den späten 20er-Jahren Ausflügler vor allem aus München an. Manche kamen mit dem Rad, um in schweren Zeiten Milch und Käse zu ergattern. „So entstand die Wirtschaft“, erzählt Pichler. Die Alm wurde für ihren Käse berühmt und tischte im Sommer Brotzeiten auf. Es lief so gut, dass die Familie in den Bau eines Gasthofs neben der Almhütte investierte. 1967 eröffnete er. Pichlers Eltern Johann und Irmgard führten ihn, daneben hatten sie ihre Landwirtschaft. Ein Minigolfplatz und eine Kegelbahn kamen dazu.

Der älteste Sohn Johann übernahm dann den Hof, sein Bruder Sepp, gelernter Koch, die Gastronomie. Den 1967 eröffneten Gasthof machte Sepp Pichler allerdings Mitte der 90er-Jahre dicht und belebte stattdessen die fast in Vergessenheit geratene Alm neu. Das Gasthof-Gebäude gibt es noch, die Räume sind vermietet.

Johann Pichler ist froh, dass die traditionsreiche Alm nun wieder schmuck dasteht. Den jungen Wirtsleuten wünscht er viel Glück. Eine offizielle Wiedereröffnung der Traditions-Wirtschaft plant die Brauerei übrigens erst im Oktober, wenn der Betrieb gut eingespielt ist. Noch gibt es manches zu tun. Sucht man im Internet nach der Krottenthaler Alm, stößt man auf eine alte Homepage, derzufolge die Wirtschaft geschlossen ist. „Eine neue Homepage ist in Arbeit“, sagt Johannsen. Klar ist das Konzept der beiden jungen Wirtsleute. Sie setzen auf bayerische Schmankerl und traditionelle Gastlichkeit, die zur historisch gewachsenen Alm passt, wie Hartmann deutlich macht: „Die Arbeit hier macht uns viel Freude.“

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Kommentare

gerschonAntwort
(0)(0)

no wos...mit dem kauf eines Tegernseeer Hellen finanziert man ja im nachhinein noch den hirnrissigen Rechtsstreit mit dem Grafinger Bräu wegen des namens "Klosterseer"-da geb ich das Geld lieber dem Ayinger als den Tegernseer Rechtsanwälten..

SoissesAntwort
(0)(0)

So ein schmarrn wo ist a Tegernseer Bier gut??? Ayinger hat wenigstens an Gschmack neid so lack wie des hauptsach wieder offen und a grade Küch wo Preis Leistungs Verhältnis stimmt.vui Glück

ExtraBavariaeAntwort
(0)(1)

Ein anderer Investor außer einer Brauerei hätte doch die alte Hütten nicht stehen lassen. Da wäre jetzt schon irgendeine Halle hingestellt worden. Außerdem, mir schmeckts Ayinger. Noch einer der wenigen echten bayerischen Privatbrauer bei uns.