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Vor dem Golfplatz-Stadel steht immer noch ein Container.

Waakirchen fordert Erfüllung des Gesamtkonzepts in Piesenkam

Golfplatz: Schlingerkurs nervt die Gemeinde

Waakirchen - Der Betrieb am Golfplatz Piesenkam läuft. Doch noch immer hat der Investor wesentliche Vorgaben noch nicht erfüllt. Die Gemeinde ist genervt.

Der Piesenkamer Golfplatz hat gleich mehrere Handicaps. Es fehlen das Clubhaus, die Driving Range und vor allem eine Unterführung. Dafür gibt’s reichlich Verwirrung. Der Waakirchner Bauausschuss will, dass Investor Karl Heinz Krutz endlich Farbe bekennt. von Christina Jachert-Maier Piesenkam – Alles könnte so schön sein. „Ein Traumplatz ist das“, schwärmt Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Seit Juni dürfen die Golfer hier offiziell die Schläger schwingen. Der 18-Loch-Platz selbst ist genehmigt, der Zuspruch groß. Noch immer im Verfahren befindet sich jedoch der Bebauungsplan für die gesamte Anlage mit Clubhaus, Büros und Driving Range. Wie das Konzept aussehen soll, hatte der Gemeinderat mit den Vertretern der von Karl Heinz Krutz geführten Golfplatz KG vor genau einem Jahr besprochen.

Folgendes ist vorgesehen: Der Golfplatz nutzt den bestehenden Stadel des Landwirts Georg Schwaighofer als Domizil. Der Bauer wird in dem Stadel zudem einen Hofladen einrichten. Neben dem Stadel entsteht eine Driving Range. Vor allem aber lässt die Golfplatz KG eine Unterführung der Kreisstraße bauen, die zwischen Platz und Stadel verläuft. Die ist nötig, damit Golfer die Straße nicht zu Fuß oder mit Wagen queren müssen. Die Golfwagen sind auch gar nicht für den Straßenverkehr zugelassen, dürften dort also eigentlich nicht fahren. Und nicht zuletzt hat der Golfplatzbetreiber nachzuweisen, wie er den 80-Hektar-Platz über einen eigenen Brunnen bewässert. Auch dazu bedarf es einer Genehmigung. 

All diese Punkte sind auch ein Jahr nach diesem Treffen nicht abgehakt. „Der Investor ist seiner Bringschuld nicht nachgekommen“, stellte Robert Englmann (CSU) im Bauausschuss fest. Dort stand eigentlich nur die Genehmigung der Abwasserbeseitigung auf der Tagesordnung. Eine Kleinigkeit. Per Druckkanal wird Abwasser ins Kanalnetz gepumpt. Der Bauausschuss stimmte dem zu, aber nur unter Vorbehalt. „Wir wollen, dass das Gesamtkonzept erfüllt wird“, machte Hartl deutlich. Eine Meinung, die alle Ausschussmitglieder teilen. Aus ihrem wachsenden Zorn über den Schlingerkurs des Investors machten sie keinen Hehl. Er sei „ungehalten“, dass auch ein Jahr nach jenem Treffen viele Punkte nicht erfüllt seien, erklärte Andreas Hagleitner (FWG). Er bestehe darauf, dass die Unterführung wie besprochen auch gebaut werde. Das findet auch Rudi Reber (ABV). Die Gemeinde habe immer größten Wert darauf gelegt, dass keine Golfwagen über die Kreisstraße rollen, erinnerte Reber. „Und jetzt fahren sie doch drüber.“ 

Was den Ausschuss irritiert: Die Golfplatz KG seit September die Sachsenkamer Moar Alm gepachtet. Die Alm war lange bekannt für ihre gute Küche und liegt direkt neben dem Platz. Schon früher hatte Investor Krutz die Absicht, die Alm als Clubhaus zu nutzen. Sie wäre dafür auch hervorragend geeignet. Von der Terrasse aus bietet sich ein herrlicher Blick, Platz für Parkflächen wäre vorhanden. Doch aus der Kooperation wurde nichts. Stattdessen beantragte die Golfplatz KG die Schaffung eines Clubdomizils im Piesenkamer Stadel. Dass Krutz die Moar Alm nun doch gepachtet hat, war für den Waakirchner Gemeinderat eine Überraschung. Der Golfplatzbetreiber versicherte aber schon im September, die Alm werde nur übergangsweise genutzt, man halte an den Piesenkamer Plänen fest. Es heißt, der Pachtvertrag für die Moar Alm laufe drei Jahre. Während dieser Zeit wird auch die Routenführung des Golfplatzes geändert. Der Start erfolgt künftig von der Alm aus. 

Aber was will Krutz wirklich? Hofft er, die Moar Alm auf Dauer nutzen zu können? Und vielleicht doch in Sachsenkam eine Driving Range anlegen zu dürfen? Das würde erklären, warum er den Bau der teuren Unterführung in Piesenkam bisher nicht angepackt hat. „Wir wollen endlich Klarheit“, meinte Hagleitner. Auf seine Anfragen, berichtete Hartl, habe Krutz bislang nicht reagiert. Nun fordert der Bauausschuss ihn zu einem Runden Tisch auf. Der soll möglichst bald stattfinden, wie Reber fordert: „Wir wollen jetzt einen Termin."

jm

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