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Bekommen sie eine neue Schaukel? Die „Schukischawa“-Kinder mit Betreuerin Helga Schneid würden sich freuen.

Bürgermeister Hartl: „Da kann ich gleich ein Gefängnis bauen.“

Gemeinderäte diskutieren: Kinder einzäunen oder nicht?

Waakirchen/Schaftlach - Die Schulkinderbetreuung „Schukischawa“ will eine Barriere zur Straße errichten. Der Gemeinderat Waakirchen hält das für keine gute Idee.

Helga Schneid, Leiterin der Schulkindbetreuung „Schukischawa“ der Grundschule Waakirchen, will nur das beste für die Kinder in ihrer Obhut. Deshalb will sie auch einen Zaun bauen an der Stelle, an der keine Hecke steht, und die zur Straße führt. „Ich kenne keine Kindertageseinrichtung, die keinen Zaun hat“, sagt sie. Und sie will einen – bevor etwas passiert. Außerdem soll ein neues Spielgerät her. Im Gemeinderat Waakirchen stieß ihr Antrag allerdings auf wenig Verständnis.

Bürgermeister Josef Hartl (FWG) las den Antrag der Betreuung vor, die im ehemaligen Schulhaus in Schaftlach untergebracht ist, vor. Zum Zaun sagte er: „Da kann ich gleich ein Gefängnis bauen.“ Eine etwas drastische Wortwahl, doch die Gemeinderäte schlossen sich seiner Meinung an. Parteikollegin Gisela Hölscher sagte: „Ein Zaun auf dem Land widerspricht unserem Naturell.“ Und schließlich seien das ja keine Kindergartenkinder. „Die sollen lernen, mit Straßenverkehr umzugehen.“

Hier soll der neue Zaun hin.

Passiert ist an der Stelle, an der bisher kein Zaun und keine Hecke stehen, noch nie etwas. Das erzählt Schneid auf Nachfrage. Im Antrag heißt es, dass die Barriere dringend notwendig sei, da zu Abholzeiten und durch Baustellen reger Verkehr herrsche. Außerdem werde die Einbahnstraßenregelung nicht eingehalten. „Lieber schaut man, dass die Schultür immer zu ist, und wenn die Kinder draußen sind, ist ja eh eine Aufsicht dabei“, fand Gemeinderat Norbert Kerkel (FWG). „Da würden wir unsere Kinder ja verhätscheln“, sprang auch Gwendolin Kalch (SPD) auf den Zug auf. Zu einer Abstimmung kam es nicht. Dem Antrag soll sich der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung widmen. Dann wird auch besprochen, ob die Kinder ein neues Spielgerät bekommen.

Wegen des Bolzplatzes keine Schaukel

Ein solches fehlt der Betreuung im Außenbereich nämlich. „Das einzige, das wir haben, sind zwei Fußballtore“, sagt Schneid und meint damit den angrenzenden Bolzplatz. Der gehört aber nicht der Schukischawa, sondern ist öffentlich. Die betreuten Kinder können die Anlage nutzen. Zu Überschneidungen komme es meist nicht, weil die anderen Kinder später bolzen würden. Und dann gibt es noch den Spielplatz, der auf dem benachbarten Platz der Kinderkrippe steht. „Der ist aber eher für Kleinkinder konzipiert“, findet Schneid. Die 75 bis 80 Schulkinder, die täglich in die Schukischawa kommen, sollen etwas Altersgerechtes bekommen.

Vor zwei Jahren schon habe Schneid dem Gemeinderat die „extrem kostengünstige“ Idee zweier Schaukeln vorgestellt. Der Bolzplatz war Schuld, dass die Betreuung heute keine hat. „Der müsse genügen“, erinnert sich die Leiterin an die damalige Aussage aus dem Rathaus. Auch jetzt ist es der Bolzplatz, der den Gemeinderäten bei Schneids Antrag Sorgen bereitet. Sie hatte sich das Spielgerät auf der Südseite vorgestellt, also da, wo die Fußballtore stehen. „Da sehe ich keinen Sinn“, sagte Hartl. Da sei schließlich der Bolzplatz. „Wenn dann an der Ostseite.“ Das fand auch Rudolf Reber, Dritter Bürgermeister.

Grundsätzlich dagegen hatte aber niemand was. Ob die Schukischawa also ein Gerät bekommt und wo es hin soll, entscheidet der Bauausschuss. An den Kosten würde sich Schneid beteiligen. Vom Erlös von Flohmärkten in den Betreuungsräumlichkeiten bekommt die Schukischawa immer eine Spende. 1500 Euro sind für das Gerät zusammen gekommen. Die Kosten wurden im Antrag mit 10 000 Euro beziffert. Schneid sagt: „Es sollen nicht nur zwei Kinder darauf schaukeln können, sondern schon mehr drauf passen.“

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