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Ein Macher: Der Tiroler Christian Harisch hat gegen viele Widerstände den Lanserhof auf dem Steinberg realisiert. Ein Erfolgsmodell, wie sich zeigt. Bereits jetzt reichen die Behandlungsräume nicht aus.

Neues Behandlungszentrum geplant

Lanserhof Tegernsee braucht mehr Platz 

Waakirchen - Knapp drei Jahre nach der Eröffnung wird dort der Platz schon knapp. Geschäftsführer Christian Harisch (50) will neue Behandlungsräume bauen – und das benachbarte Golfhotel Margarethenhof erweitern. 

Um den Steinberg hat Christian Harisch kämpfen müssen. Sein Plan, dort ein nobles Gesundheitshotel zu bauen, stieß auf viel Skepsis, auch im Waakirchner Gemeinderat. Eben dort überreichte Bürgermeister Sepp Hartl dem Tiroler jetzt den Ehrenteller der Gemeinde. Harisch, der mit Hotel-Managerin Eva Maria Hasenauer (28), seiner Nichte, und der Ärztlichen Leiterin Dr. Elke Benedetto-Reisch, gekommen war, zeigte sich gerührt: „Von all den Preisen, die wir bekommen haben, berührt mich dieser Teller am meisten.“ Weil er nun angekommen sei in der Gemeinde, als Betrieb und als Familie. „Es war eine bewegte Geschichte.“ 

Bauen dufte Harisch nach einem Bürgerentscheid im November 2011. Dann ging alles ganz schnell. Eröffnung im Januar 2014, vom Start weg zahlreiche internationale Auszeichnungen, im Juni 2016 der Wirtschaftspreis des Landkreises. Zu Letzterem gratulierte Hartl nun mit dem Ehrenteller, nicht ganz ohne Groll. Ihn als Bürgermeister von Waakirchen habe die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) des Landkreises zur Verleihung nicht eingeladen, ließ Hartl wissen. Darüber habe er sich „bitter beschwert“. Und beglückwünsche Harisch und sein Team nun im Gemeinderat. Harisch beließ es nicht bei einem Dankeschön. Der Tiroler nutzte die Chance, klar zu machen, dass es längst nicht genug ist am Steinberg. 

Schon jetzt wird der Platz dort knapp. Nicht im Hotel mit seinen 70 Zimmern, sondern im Behandlungsbereich. Anders als im Lanser Stammhaus buchen die Gäste auf dem Steinberg viele medizinische Leistungen dazu. Mit der Folge, dass oft nicht alle Hotelzimmer belegt werden können, weil die Behandlungsräume ausgebucht sind. „Wir nehmen nur so viele Gäste auf, dass wir die volle Qualität bieten können“, so Harisch. Die Nachfrage ist riesig: „Wir haben Wartelisten.“

Darum will Harisch ein neues Behandlungszentrum bauen, und zwar neben dem Golfhotel Margarethenhof. Architektonisch an das bestehende Badehaus angelehnt, soll es zum großen Teil in den Hügel gebaut werden. „Das Gebäude verschwindet in der Landschaft“, meint Harisch. Laut Bebauungsplan sei ohnehin ein weiteres Gebäude zwischen Golfhotel und Lanserhof vorgesehen, merkt er an. Auch das jetzige Badehaus soll wachsen: Hier ist ein Yogaraum geplant. Kräftig investieren will Harisch ins Golfhotel. „Ein schwieriger Betrieb“, räumt er ein. 36 Zimmer hat das Hotel jetzt. Keine rentable Größe. Harisch plant 18 zusätzliche Zimmer, zudem will er für einen Lift und einen Verbindungsbau sorgen. 

Dazu soll das Hotel um etwa 1,50 Meter in die Höhe wachsen. Das reicht, um aus je einem der Duplex-Zimmer – sie erstrecken sich über zwei Stockwerke – zwei neue Zimmer zu machen. Von außen werde die Veränderung kaum sichtbar sein, erklärt Harisch. Gebaut werde nur außerhalb der Golfsaison, der Sportbetrieb laufe ohne Einschränkung weiter. Offiziell beantragt hat Harisch all dies noch nicht. Er hoffe auf die Unterstützung der Gemeinde, die ja von seinem Betrieb profitiere, lässt er durchblicken. Seit der Eröffnung bis zum Ende dieses Jahres habe sein Unternehmen 600 000 Euro Gewerbesteuer bezahlt. Künftig dürften es 200 000 bis 300 000 Euro im Jahr sein. Für die Erweiterung werde er bald Pläne einreichen, kündigt Harisch an. Und dann schnell loslegen – wie gewohnt.

Wohnungen und Kita-Plätze für Mitarbeiter

Rund 150 Mitarbeiter wollte Christian Harisch im Lanserhof und am Margarethenhof beschäftigen. Aktuell sind es jetzt 200. „Und wir stellen weiter ein“, sagt Harisch. Um vor allem die Jüngeren unterbringen zu können, will er ein Personalhaus schaffen. Im Auge hat er ein gemeindliches Haus in Marienstein. „Wir wollen Herrn Harisch auch helfen“, sagt Bürgermeister Sepp Hartl. Aber derzeit leben in dem sanierungsbedürftigen Gebäude – eines der alten Bergwerkshäuser – noch drei Mieter. „Die setzen wir nicht vor die Tür“, erklärt Hartl. Möglicherweise seien die Mieter aber zum Umzug in eine neue Wohnung bereit. Dann könne die Gemeinde das Anwesen verkaufen. Harisch sucht unterdessen in ganz Marienstein und Umgebung nach Baugrund. Bereits jetzt hat der Lanserhof rund zehn Wohnungen für sein Personal angemietet. Zudem will Harisch seinen Mitarbeitern bei der Kinderbetreuung helfen und Plätze anbieten. Dabei hofft er auf eine Kooperation mit der Gemeinde. Einfach ist auch das für Hartl nicht zu stemmen, wie er sagt: „Es ist schwer, das nötige Personal zu finden.“

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