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Birgit Schmidt hat mit ihrer Hündin Lotte beim Gassigehen Schlimmes erlebt.

Unschöner Vorfall in Wald bei Marienstein

Nach Drohung: Hundebesitzerin in großer Sorge

Marienstein - Freilaufende Hunde im Wald – für Hundebesitzer ganz normal, für Jäger ein Reizthema. Ein Vorfall in einem Wald bei Marienstein erhitzt derzeit die Gemüter auf beiden Seiten.

Birgit Schmidt ist vor zwei Jahren von Waakirchen nach Marienstein gezogen. In den Spazier- und Forstwegen ringsum hat ihre anderthalbjährige Australian-Shepherd-Hündin Lotte das ideale Revier, findet Schmidt. Morgens und abends geht sie mit Lotte Gassi am Auenweg, meist zusammen mit anderen Hundebesitzern, die ebenfalls gerne über den Auenweg spazieren.

Was die 48-Jährige nun aber erlebte, macht sie zornig und schürt ihre Angst. „Lotte tobte gerade durch den Wald, als sich ein Jeep näherte“, berichtet Schmidt. Sie pfiff ihre Hündin herbei, „und Lotte folgte wie üblich sofort“. Doch leider kam’s zum schrecklichen Unfall: Der Jeep erfasste Lotte. „Mein Hund erlitt eine Lungenprellung sowie eine Platzwunde am Bein, musste getackert werden und bekam über drei Stunden eine Schockinfusion.“ Kurz darauf entzündete sich die Wunde, die Behandlung halten die Besitzerin und ihr Tier immer noch auf Trab.

Drei Tage nach dem Unfall hatte Schmidt dann ein weiteres schlimmes Erlebnis – wieder am Auenweg. Lotte tobte wieder durch den Wald, als sich laut Schmidt ein Fahrzeug mit hohem Tempo näherte. „Ich hielt den Fahrer an, offenbar einen Jagdgehilfen, und bat ihn, auf freilaufende Hunde zu achten, die in Begleitung ihrer Besitzer im Wald sind.“ Die Androhung des Mannes habe sie erschaudern lassen. „Er hat gesagt: ,Nimm lieber deinen Hund an die Leine, sonst wird er halt mal mit einem Fuchs verwechselt‘.“ Drohungen gegen Hundebesitzer – Schmidt wisse von ihren Hundefreunden, dass dies kein Einzelfall sei.

Für Georg Schmotz, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Waakirchen, ein heikles Thema. Regelmäßig gebe er bei Jagdtreffen die Devise aus, sich nicht provokant zu verhalten. Er stelle jedoch fest, dass das Zusammenleben von Jägern und Hundehaltern zunehmend schwierig wird. Viele Hundebesitzer seien jagdfeindlich eingestellt und würden zu wenig respektieren, dass freilaufende Hunde das Wild aufscheuchen. „Gerade jetzt, zur klassischen Jagdzeit, ist dies in den Morgen- und Abendstunden ein Problem.“

Das Thema würde sich immer mehr aufbauen, glaubt Schmotz, „weil unsere Freizeitgesellschaft mitsamt Reitern, Joggern und Radlern immer ausgeprägter wird. Damit wird es für Jäger immer schwieriger, die Abschusszahlen auch zu erfüllen.“

Was speziell den Auenweg betrifft, so sei dies ein Gebiet, „wo gerne und viel Jagd betrieben wird“. Es gebe zig weitere Wege im Gemeindebereich Waakirchen, wo es zu Problemen mit Hunden oder auch Reitern komme. Seine Bitte an alle Hundebesitzer: „Sie sollten sich schon ein wenig verständnisvoller gegenüber den Jägern verhalten und Hunde auch im Wald lieber an die Leine nehmen.“

Eine eigene Rechtsverordnung gibt es dazu auch in der Gemeinde Waakirchen. „Wer Hunde in öffentlichen Anlagen oder Wegen, Straßen und Plätzen mit sich führt, hat dies so zu tun, dass andere nicht geschädigt, gefährdet oder belästigt werden“, zitiert Geschäftsleiter Franz Schweiger aus der Hundehaltungsverordnung (HVO). Große Hunde mit einer Schulterhöhe ab 50 Zentimetern und Kampfhunde müssen innerorts sogar an einer Leine geführt werden.

„Eine eigene Regelung für den Mariensteiner Wald gibt es nicht“, weiß die Hundebesitzerin und findet: „Der Wald gehört nicht den Jägern allein.“ Daher wird Schmidt ihren Hund weiter im Wald frei laufen lassen. Ein wenig Angst marschiere beim Gassigehen allerdings mit.

gr

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