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Mit vielen Ehrengästen wurden die Gemeindehäuser Anfang Oktober eingeweiht. Mit dabei waren (v.l.) Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl, Andreas Hagleitner vom zuständigen Kommunalunternehmen und Landrat Wolfgang Rzehak.

Landratsamt will Bewohner sorgfältig auswählen

Flüchtlings-Häuser: Bislang nur eine Wohnung belegt

Waakirchen - Um Flüchtlingen ein Zuhause zu bieten, wurden in Schaftlach zwei Gemeindehäuser gebaut. Bisher ist lediglich eine Wohnung belegt, das Landratsamt will die Bewohner sorgfältig auswählen. 

Nach nur viereinhalb Monaten Bauzeit hat die Gemeinde Waakirchen die beiden Häuser am Buchkogel in Schaftlach Anfang Oktober feierlich eingeweiht. In den ersten zehn Jahren sollen hier Asylbewerber Zuflucht finden, dann stehen die acht Wohnungen Einheimischen zur Verfügung.

Mittlerweile sind zwei alleinstehende Mütter aus Eritrea mit je einem kleinen Kind in einer der 50-Quadratmeter-Wohnungen untergekommen. Dass die Häuser in Schaftlach möglichst Familien vorbehalten sein sollen, hatte Landrat Wolfgang Rzehak bereits bei der Einweihung erklärt und wurde nun durch Behördensprecher Birger Nemitz nochmals bestätigt. „Wir versuchen auch weiterhin, dieses Objekt mit Müttern mit Kindern und Familien zu belegen“, meinte Nemitz auf Nachfrage. Allerdings werde dies auch durch die „demografische Struktur“ der Asylsuchenden beeinflusst, schränkt der Pressesprecher ein. Insgesamt können 32 Flüchtlinge in den beiden Häusern untergebracht werden, die Belegung erfolgt laut Nemitz „nach und nach“.

Auch Silvia Hartl, Vorsitzende des Waakirchner Asyl-Helferkreises, hat den Eindruck, dass die Behörde bemüht darum sei, die „richtigen Bewohner“ für Schaftlach zu finden. „Für uns ist es positiv, wenn es langsam losgeht“, sagt Hartl. Denn es sei fraglich, wie viel Arbeit der Helferkreis in seiner jetzigen Konstellation überhaupt stemmen könne. „Wir haben insgesamt 14 Wohnungen zu betreuen, das kann ich nicht mehr alleine machen“, meint die Ehefrau von Bürgermeister Sepp Hartl. Zwar stehe ihr nach wie vor ein harter Kern von 20 engagierten Helfern und Sprachlehrern zur Seite, doch die Bereitschaft zu helfen, lasse mittlerweile merklich nach. Das Thema ist schlichtweg nicht mehr so präsent wie noch vor ein paar Monaten, die Energie der Helfer schwindet.

Dennoch können die neuen Bewohnerinnen Schaftlachs auf die Unterstützung des Helferkreises zählen. Die Frauen waren zuvor in einem Wohncontainer in Holzkirchen untergebracht, daher kümmern sich die Waakirchner gemeinsam mit der dort tätigen Vereinigung Hilfe von Mensch zu Mensch um die Frauen mit ihren Kindern. Sowohl Hartl als auch Nemitz erklären, dass sich die beiden Mütter schon recht gut eingelebt hätten in den Schaftlacher Gemeindehäusern. „Zu den Nachbarn besteht ein gutes Verhältnis, es sind keine Beschwerden eingegangen“, macht der Landratsamts-Sprecher deutlich.

Mit Blick auf die künftige Belegung erklärt Nemitz, dass das Landratsamt vorerst nicht vorhabe, Bewohner aus den Traglufthallen in Holzkirchen und Rottach-Egern in den Häusern einziehen zu lassen. Bekanntlich leben in den beiden Großunterkünften, die Anfang 2017 aufgelöst werden sollen, überwiegend alleinstehende Männer. „Für die Bewohner der Traglufthallen betreiben wir momentan Akquise von Wohnungen“, lässt Nemitz wissen. Keine leichte Aufgabe. Denn insgesamt sind laut Landratsamt rund 250 Plätze zu schaffen, inklusive einem Puffer von 70 Personen, die im Rahmen des Familiennachzugs in den Landkreis kommen könnten.

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