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Die Verkehrsbelastung Waakirchens ist ein Dauerthema. Aber ist eine Umgehungsstraße die Lösung? Die Meinungen darüber gehen weit auseinander.

Diskussion um Waakirchner Verkehr

Bürgerinitiative: Umfahrung ist das einzige Mittel

Waakirchen - Waakirchen braucht die Umgehungsstraße, meint die Bürgerinitiative Verkehr. Dies entspreche auch dem Beschluss des Gemeinderats. Doch der Bürgermeister warnt vor einem Schnellschuss.

Was er von Umgehungsstraßen hält, hatte Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) in einem Interview mit unserer Zeitung kundgetan. Sie seien das letzte Mittel, ließ er wissen. Eine Aussage, die Hans Gschwandtner von der Bürgerinitiative Verkehr so nicht stehen lassen will.

In Waakirchen sei der Bau einer Umgehung die einzige Möglichkeit, den wachsenden Transitverkehr aus dem Ort zu verbannen. Weder durch den Bau von Umgehungsstraßen in anderen Gemeinden noch durch die Stärkung von Bus und Bahn lasse sich das Waakirchner Verkehrsproblem zufriedenstellend lösen, meint Gschwandtner in einer Stellungnahme zum Interview: „Eine ortsnahe Umfahrung ist eine existenzielle Notwendigkeit für den Ort und duldet keinen Aufschub.“

Was Gschwandtner will, ist im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 festgehalten. Eine 2,1 Kilometer lange Trasse im Waakirchner Süden, deren Baukosten mit 6,6 Millionen Euro angegeben sind. Quasi ein Schnäppchen: Der gleiche Plan beziffert die Kosten für die 3,8 Kilometer lange Trasse in Gmund auf 47,9 Millionen Euro. Für Gschwandtner sind die niedrigen Schätzkosten ein starkes Argument für die Waakirchner Umfahrung. „Der überragende Kosten-Nutzenfaktor der Ortsumfahrung bei der neutralen Projektbewertung zum BVWP zeigt außerdem die gesamtwirtschaftliche Wichtigkeit des Projekts auf“, erklärt Gschwandtner. Die momentan veröffentlichte Trasse löse das Waakirchner Verkehrsproblem auf eigenem Grund und schiebe den Verkehr nicht anderen Gemeinden zu. „Gemeinderat und Bürgermeister haben sich deutlich zu einer Ortsumfahrung positioniert“, erinnert er an den einstimmigen Beschluss.

Doch da fühlt sich Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) missverstanden. Die jetzige Planung sei nichts weiter als ein Strich auf dem Papier. „So ein Hakl, den wir auch erst gesehen haben, als der BVWP-Entwurf draußen war“, meint Hartl. Und die Kosten seien viel zu niedrig angesetzt. „Weil das nur die blanke Straße ist, ohne jeden Lärmschutz oder eine Einhausung.“ Eine solche Lösung wolle keiner.

Am liebsten wäre Hartl ein Tunnel. Auch der Bau eines solchen soll geprüft werden. „Obwohl es immer hieß, ein Tunnel wäre zu teuer“, wie Hartl feststellt. Einen Schnellschuss wolle die Gemeinde jedenfalls nicht, versichert er. Noch steht der endgültige Erlass des BVWP ohnehin aus.

Dies dürfte Anfang 2017 der Fall sein, mit Änderungen ist nicht mehr zu rechnen. Nach dem finalen Beschluss des Bundes werde die Gemeinde gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim eine Machbarkeitsstudie veranlassen, meint Hartl. Vieles sei zu klären: Wo darf eine Straße mit Rücksicht auf den Naturschutz überhaupt verlaufen, wie kann der Schwerlastverkehr auf der Strecke reduziert und der Bürger vor Lärm geschützt werden? Das Problem einfach zu verlagern, sei jedenfalls keine Lösung, meint Hartl. So verzwickt stelle sich das Ganze dar, dass seiner Einschätzung nach noch viel Zeit vergehen werde, bis vielleicht ein erster Spatenstich erfolge: „Das dauert noch 15 bis 20 Jahre.“

jm

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