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Halten an ihren Hallen-Plänen fest: (v.l.) die Vorstandsmitglieder Ella und Hans Grasmüller, Hans Roth, Thomas Vogl und Richard Hacklinger von den Schaftlacher Eisratzn.

Stockschützen geben Pläne nicht auf

Eisratzn wollen unbedingt eine Halle bauen

Waakirchen - Auf dem Platz der Schaftlacher Eisratzn ist viel los. Aber oft macht den Stockschützen das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Darum kämpft der Verein jetzt um eine Halle.

Im November hieß es schon, die Pläne stünden vor dem Aus. Damals winkte der Waakirchner Gemeinderat ab: Der Bau einer Halle auf dem Platz der Eisratzn sei zu teuer. Ein verfrühtes Urteil, wie der Vorsitzende Richard Hacklinger sagt. Inzwischen wurden die Pläne deutlich abgespeckt, die Finanzplanung steht. Und die Unterstützung der Otto-Beisheim-Stiftung, die 30 Prozent der Kosten für eine Mehrzweckhalle übernehmen will. „Das ist gesichert“, sagt Thomas Vogl, Vize-Vorsitzender der Eisratzn.

422.000 Euro würde der Bau nach der jetzigen Kalkulation kosten. Die Planung sieht eine 28 Meter breite und 36 Meter lange Halle vor, beheizbar und mit sanitären Anlagen ausgestattet. Dort könnten nicht nur die Stockschützen Spaß haben und im Winter die Eisdisco stattfinden. Die Halle wäre auch als Verkehrsübungsplatz für Kinder geeignet, die Feuerwehren könnten dort üben und ihre Leistungsprüfungen abhalten. Aber auch Konzerte sind dort denkbar, Theateraufführungen, regionale Messen und Hallenflohmärkte. „Die Halle wäre bestimmt viel belegt“, meint Vogl. Und ein echter Gewinn für die Gemeinde, der es an Räumen für große Veranstaltungen fehlt. 

Der Verein will sich darum noch einmal an den Gemeinderat wenden, mit den reduzierte Plänen und dem neuen Kostenplan. Der sieht einen Zuschuss der Beisheim-Stiftung in Höhe von 140.000 Euro vor, zudem 39.800 Euro von der Gemeinde Waakirchen. Die Kommune soll zudem 200.000 Euro vorfinanzieren für die Förderung durch das Leader-Programm des Freistaats. Es dient der Unterstützung von ländlichen Regionen, und die Eisratzn sind guter Hoffnung, über das Programm die Hälfte der Kosten erstattet zu bekommen. Zudem müssen die Eisratzn einen Eigenanteil von 42.000 Euro beisteuern. Viel Geld für den 275 Mitglieder starken Verein. „Aber wir packen das jetzt an“, erklärt der Vorsitzende Hacklinger.

Der Verein hat an seine Mitglieder und auch an die Gewerbetreibenden der Gemeinde geschrieben, mit der Bitte, das Projekt mit Geld, Baumaterial oder Arbeitsleistung zu unterstützen. Kein leichtes Unterfangen, nachdem bekannt ist, dass der Gemeinderat den Hallenbau bereits einmal wegen der nicht geklärten Finanzierung von Bau und Betrieb abgelehnt hat. Dies ist auch im aktuellen Waakirchner Gemeindeboten zu lesen. „Aber das ist verfrüht“, meint Vogl. Am 25. November, also nach jener Gemeinderatssitzung, habe es ein Gespräch mit dem Vorstand der Beisheim-Stiftung in München gegeben. Demnach könne der Verein weiter mit der Unterstützung durch die Stiftung rechnen. Auch Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) war bei dem Gespräch dabei. „Ich kenne die neuen Zahlen“, sagt er. Der Gemeinderat allerdings noch nicht. Der Verein müsse dem Gremium die geänderten Pläne und die Kalkulation noch vorlegen, sagt Hartl. Im Übrigen schätze er die „sehr, sehr gute Arbeit“ der Eisratzn, die sich auch für den Behindertensport engagierten. Er finde es auch „einfach toll“, dass die Beisheim-Stiftung den Hallenbau so sehr fördern wolle. Allerdings müssten nicht nur die Bau- , sondern auch die Betriebskosten gesichert sein, gibt Hartl zu bedenken.

Der Verein hofft nun, dass die Bitte um Unterstützung im Ort Gehör findet. Und dass sein Zuschuss-Antrag im Gemeinderat in einem zweiten Anlauf Zustimmung findet. Über den Bauantrag hätte übrigens die Nachbargemeinde zu befinden: Der Platz der Eisratzn liegt auf Warngauer Flur. Der Verein ist aber in der Gemeinde Waakirchen fest verankert, hat dort auch ein Vereinsheim. Die neue Halle, findet Vogl, „wäre doch ein Goldstück für die ganze Gemeinde“.

Christina Jachert-Maier

Christina Jachert-Maier

E-Mail:redaktion@tegernseer-zeitung.de

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