Olympia 2018: Bund Naturschutz fährt schwerstes Geschütz auf

Garmisch-Partenkirchen - Der Bund Naturschutz stemmt sich weiter gegen Olympische Winterspiele 2018. Sollte die Bewerbung nicht zurückgezogen werden, will man stärkstes Geschütz auffahren: ein Bürgerbegehren.

Der Widerstand der Olympia-Gegner wird stärker - nicht nur in Garmisch-Partenkirchen. Auch in München will der Bund Naturschutz in den kommenden Wochen mobil machen. „So harmlos, wie uns immer weisgemacht werden will, läuft Olympia auch in München nicht ab“, sagt der Chef der Kreisgruppe Christian Hirneis. „Es drohen massive Abholzungen.“ Am 20. August soll es eine Auftaktpressekonferenz geben.

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Speerspitze des Protests ist und bleibt freilich Garmisch-Partenkirchen. Hier ist der Widerstand ganz besonders ausgeprägt, weil es sich vor allen der BN-Kreisvorsitzende Axel Doering zur Aufgabe gemacht hat, die Winterspiele 2018 im Werdenfelser Land zu verhindern. Und er sieht sein Engagement belohnt. Eine Unterschriftenaktion beweise, dass die Stimmung gekippt sei, es mittlerweile mehr Olympia-Gegner als - Befürworter gebe. Die Zahlen, die Doering auftischte, scheinen das zu belegen. Bislang hätten 3000 Bürger, davon allen mehr als 1800 aus Garmisch-Partenkirchen ihr Nein zu Olympia bekundet. Und ein Ende der Flut ist nicht in Sicht. Tägliche quelle sein Briefkasten über. „Das ist die meiste Post, die wir bekommen.

Die hohe Zahl der Unterstützer der NOlympia-Bewegung macht ihn zuversichtlich, was ein Bürgerbegehren angeht. „Das Quorum dafür hätten wir schon erfüllt.“ Doering präferiert allerdings ein Ratsbegehren. „Das wäre die sauberste Lösung.“ Die Mehrheitsverhältnisse im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat verhinderten dies bislang, allerdings haben die CSU- und SPD-Fraktion wieder eines ins Gespräch gebracht. Sollte der Vorstoß erneut scheitern, will der Bund Naturschutz doch ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen. Allerdings sind noch mehrere juristische Hürden zu nehmen, von denen sich weder Doering oder Hubert Weiger, der BN-Landesvorsitzende, abschrecken lassen wollen. Nur auf das Wann, ob vor oder nach der Abgabe des Großen Bid-Books - Abgabetermin ist der 11. Januar 2011 -, hat man sich noch nicht verständigt. „Ein Zeitfenster kann ich nicht nennen“, sagt Doering

Die versammelte BN-Spitze und Wolfgang Zängl von der Gesellschaft für ökologische Forschung machten deutlich, dass sie für den Erhalt der Heimat kämpfen. „Olympische Winterspiele im Zeitalter des Klimawandels in engen Gebirgstälern sind ein Anachronismus.“, meint Weiger. Zudem erneute er seine Kritik an der Politik. „Die Bauern, die ihre Grundstücke nicht hergeben, sind wegen ihrer Heimatliebe die wahren Patrioten“, sagte Weiger als Antwort auf Ministerpräsident Horst Seehofer, der bei seinem Besuch in Garmisch-Partenkirchen „mehr Patriotismus“ gefordert hatte. Die Olympia-Bewerbung bewirke ökologischen und ökonomischen Schaden für Bayern. Weiger: „Die Bewerbung muss zurückgezogen werden.“

Peter Reinbold

Rubriklistenbild: © Thomas Sehr

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