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Sieger-Faust: Jens Niedermeyer war der schnellste. 

Deutschland-Cup-Quali im Plantsch

In 14,1 Sekunden zum Sieg

Schongau - Im Rahmen des bundesweit ausgetragenen Deutschland Cups im Rennrutschen wurde am Samstagnachmittag Station im Plantsch gemacht. „Rutschen bis die Reifen glühen“, war angesagt. Nicht einfach lustig runter, es wurde nach festem Regelwerk gekämpft. Drei Durchgänge mussten absolviert werden.

Da hat Plantschchef Andreas Kosian wieder mal den richtigen Riecher gehabt. Hat quasi das Erlebnisbad für drei Stunden in ein wahres Tollhaus verwandelt. Ein nicht alltäglicher Wettbewerb wurde auf der Innenrutsche Bades ausgetragen. Kosian holte die Rutschwahnsinnigen aus Deutschland an die Lechstadt. Ähnlich wie im Schizirkus klappern die Teilnehmer alle Bäder mit großen und interessanten Rutschbahnen ab – und rutschen dort auf Teufel komm raus.

Sie wollen die Bestzeiten knacken. Und sich natürlich für das große Finale qualifizieren. Die Namen, die auf den T-Shirts zu lesen sind, lassen bestimmte Vorahnungen aufkommen. „Rutschfreunde Hameln“, „Rutschgranaten“, oder „Speedrutscher Süd“. Da kommt Ehrfurcht auf. Soll man sich tatsächlich mit denen messen?

Ein Vortasten ist angesagt. Dann ein langsames Ausquetschen mit belanglosen Fragen. Den Körper der Konkurrenten immer im Auge behalten, das ist wichtig. „Speedrutscher Süd“, wer verbirgt sich hinter diesem Namen? Sofort auffallend in dieser Gruppe sind Szabo und Nadine aus Neuburg. Szabo auffallend durch seine Oberkörper-Tattoos. Stierschädel am Rücken, die Brust ist verdeckt. Da hängt Nadine dran, als Dopingpillenersatz. Sie wählt Knutschen als Ersatzdroge. Das baut auf.

Daneben poliert Sven seinen blauen Reifen. Sven ist über 700 Kilometer aus Mettingen bei Osnabrück angereist. „Das ist er seiner Mannschaft schuldig“, wie er meint. Die „Speedrutscher Süd“ wollen ja schließlich im Finale dabei sein. Auch Jens aus Speyer ist mit dabei. Ehrensache für ihn. Schließlich vertritt er den Deutschen Rennrutschen Verband als Vorsitzender. Woher also bitteschön die Namensgebung für das Team? „Speedrutscher Süd“? Da ist noch Torsten mit dabei, den es nach Garmisch verschlagen hat. Daher der Zusatz „Süd“.

Alle Sieger stellten sich am Ende dem Fotografen: Jens Niedermeyer (hinten Mitte rotes T-Shirt) belegt mit Rutschenrekord den 1. Platz, Maximilian Bayer (vorne links unten) siegt bei den Kindern und belegt bei den Erwachsenen Platz 3. „Dopingpille“ Nadine (rechts) gewinnt die Frauenwertung.

Diese wilden Vögel haben sich vor Jahren in der Erdinger Therme kennengelernt und drehen seitdem ihre Runden auf allen Wasserrutschen. Vor allem in den Bädern an der Ostsee sind sie in den Sommermonaten zu finden. Dort herrscht für diese Sportart Hochkonjunktur.

Auffallend dabei, die Körper der Wettkämpfer können nicht unbedingt in die Kategorie „drahtig und muskulös“ eingereiht werden. Eher so nach dem Motto „das Gewicht macht´s“. Ausnahme ist Szabo, der mit den Tattoos. Der ist drahtig. Hinkt aber am Schluss der Bestzeit um zwei Sekunden hinterher.

Heiße Klänge aus dem Lautsprecher beschallen den Rutschenvorraum. Hagen Sluyterman ist für diesen Event als Moderator und DJ engagiert. Er hat alle Mühe, den aufgeweckten Hühnerhaufen unter Kontrolle zu bringen. Mittendrin das wildeste Huhn – Plantschchef Kosian versucht, die Startreihenfolge festzulegen. Es geht ja hier schließlich um Medaillen, die man sich erkämpfen will. Da zählt jede Hundertstelsekunde, da darf es keine Verwechslungen geben.

Nur einer ist die Ruhe selbst. Schwimmmeister Alex, der oben am Start die Fäden in der Hand hat. Keiner kommt an ihm unregistriert vorbei. Er gibt die Rennstrecke frei. Die großen und kleinen Rutscher stürzen sich den Kanal hinunter. Oben zusammen mit den Reifen, wie streng gefordert. Unten dann immer wieder lustige Zwischenspiele. Mal ist der Reifen früher da, manchmal der Wettkämpfer. Selbst Dopingpille Nadine von den „Speedrutscher Süd“ ist mit ihrem Reifen nicht immer im Einklang.

Rutschen-Gaudi im Plantsch: Das sind die Bilder

Und was macht Mannschaftskollege Jens, der Vorsitzende der Überrutscher? Er legt die Bestzeit vor. 14,10 Sekunden im ersten Lauf. Das packt keiner mehr. Der 24-Jährige setzt quasi eine Duftmarke. Doch liegt es wirklich an Gewicht und Körperform? Torsten und Szabo beweisen das Gegenteil. Sie hauen auch tolle Zeiten raus, aber halt nicht so beständig.

Und dann ist da noch Maximilian Bayer, der in der Kinderwertung Aufsehen erregt. Dort erkämpft er sich den ersten Platz. Aber schießt gleichzeitig den Vogel ab, in dem er in der Erwachsenenwertung auf Platz drei landet. Ein Bub mit 14 Jahren sahnt richtig ab. In der Endabrechnung bei zwei Läufen liegt er nur 2,2 Sekunden hinter dem Sieger. Gratulation.

Hans-Helmut Herold

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