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Nach dem Unglück: Ein Sarg mit dem zunächst geborgenen Toten in der Mitte, symbolisch links und rechts davon jeweils sieben Kränze der noch vermissten 14 Wehrpflichtigen.

Unglück an der Iller

Gedenkfeier wird erstmals von Altenstadt aus organisiert

Altenstadt - Vor 59 Jahren starben 15 Soldaten an der Iller. Erstmals wird die Gedenkfeier nun vom Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport Altenstadt organisiert.

Es ist eines der schwersten Unglücke, von dem die Bundeswehr in den 60 Jahren ihres Bestehens getroffen wurde. Am 3. Juni 1957 sind 15 junge Soldaten in Hirschdorf bei Kempten beim Überqueren der Iller ums Leben gekommen. Es waren damals die ersten Wehrpflichtigen des in Kempten stationierten Luftlande Jägerbataillons 19. Zum 59. Jahrestag des Illerunglücks organisiert der Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport Altenstadt am kommenden Freitag, 3. Juni, am Ehrenmal in Hirschdorf eine Gedenkfeier.

Eine Abordnung hat die Luftlande- und Lufttransportschule natürlich all die Jahre zur jährlichen Gedenkfeier immer schon gestellt. Für die Ausrichtung war seit dem Jahr 1957 eine in Kempten stationierte Einheit zuständig. Erstmals in diesem Jahr wird der Altenstadter Stützpunkt mit seinem Kommandeur Oberstleutnant Christian Schoebel in Absprache mit der Stadt Kempten verantwortlich die Gedenkfeier in Hirschdorf ausrichten. Der Grund: In Kempten ist mit dem Sanitätsbataillon die letzte Einheit im Standort abgezogen worden. Da liegt es nahe, dass die in Altenstadt stationierten Fallschirmjäger die Gedenkfeier für die 15 Wehrpflichtigen, die alle nach der Grundausbildung ebenfalls Fallschirmjäger werden wollten, ausrichten.

Die Weichen dazu hatte im vorigen Jahr noch Oberst Carsten Jahnel, Kommandeur der Luftlande- und Lufttransportschule, in Absprache mit dem Standortältesten in Kempten gestellt.

Zur Erinnerung: Es war am 3. Juni 1957 vormittags nach dem Ausbildungsdienst auf dem Kemptener Standortübungsplatz. Der Zug mit 30 Soldaten, alle in Kampfanzug, Stahlhelm mit Kinnriemen, Gewehr und Gepäck, wollte bei Hirschdorf die Iller überqueren. Die jungen Wehrpflichtigen marschierten einer hinter dem anderen in die Iller, die an dieser Stelle nur 60 Zentimeter hoch, aber sehr reißend ist. 15 waren bereits in der Iller, die anderen 15 standen parat zur Flußüberquerung, als die Kameraden in der Iller plötzlich auf dem glitschigen Untergrund vom Strom mitgerissen wurden. Einer nach dem anderen.

Oberst Manfried Reinig, damals 22 Jahre alt und Stabsoberjäger sowie Zugführer in einer anderen Kompanie des Bataillons, war in der Nähe, als das Unglück passierte. Er erinnert sich noch sehr genau: Ein Toter konnte sofort geborgen werden, die anderen 14 nach und nach. Der letzte Tote wurde erst nach zweieinhalb Wochen geborgen. Franz Josef Strauß, damals Verteidigungsminister, war am Tag des Unglücks sofort vor Ort. Die Trauerfeier war vier Tage später in der Prinz Franz Kaserne in Kempten.

Walter Kindlmann

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