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Routiniert setzt Marko Hammer die Kanüle bei Christian Wohlfahrt.

Blutspenden in Altenstadt

Lange Schlange beim Aderlass

Altenstadt - Um der aktuellen akuten Notsituation beizukommen, startete der Blutspendedienst (BSD) des Bayerischen Roten Kreuzes eine Offensive und rief intensiv zum Blutspenden auf. Das zeigte Wirkung, wie am Dienstagabend in der Altenstadter Grundschule zu beobachten war.

Zum ersten Mal Blutspenden ging Resi Zwick aus Schwabsoien. Sie reihte sich um 16.30 Uhr in die schon lange Schlange zur Anmeldung in der Aula der Altenstadter Schule ein: „Es gibt so viele, die die Spenden dringend brauchen. Man könnte ja auch selber mal darauf angewiesen sein, da freut man sich dann, wenn das klappt“, meint sie. Jetzt sind die Bestände knapp, drum ist’s bei mir heute so weit.“ Als ihr das Blut erfolgreich abgenommen wurde, gab’s den Daumen nach oben. Also alles halb so wild, aber eins nach dem anderen.

Auf die Anmeldung, samt Ausfüllen eines Fragebogens, der wichtige Informationen rund um die eigene Gesundheit enthält, folgt für die potenziellen Blutspender eine ärztliche Untersuchung. Sind Blutdruck, Puls und Körpertemperatur in Ordnung, geht es zur nächsten Station.

Dort wartet Birgit Ertl vom BSD: „2000 Blutkonserven werden in Bayern im Durchschnitt pro Tag benötigt. In der Urlaubs- und Ferienzeit kam aber gerade einmal die Hälfte der benötigten Spenden zusammen“, fasst Ertl zusammen. „Anfang der vorigen Woche war die Situation sehr kritisch, Behandlungen und Operationen mussten sogar verschoben werden“, erklärt sie und geht dabei der wichtigen Aufgabe nach, per Schnelltest die Blutgruppe sowie den Hämoglobinwert der Spender zu ermitteln. Ist der Hämoglobinwert zu gering, befindet sich zu wenig roter Blutfarbstoff im Blut. Somit hat der Spender keine ausreichenden Eisenreserven für eine gesteigerte Neubildung von voll funktionsfähigen roten Blutkörperchen, und eine Spende ist folglich nicht möglich.

Bei Christian Wohlfahrt aus Sachsenried waren alle Werte in Ordnung, er hat bereits auf einer gerade frei gewordenen Liege Platz genommen: „Für die ganzen Operationen braucht man einen Haufen Blut. In manchen Fällen ist vorher eine Eigenblutspende möglich. Aber wenn das nicht geht, beispielsweise bei Unfällen, braucht man eben die Blutspenden“, weiß der 52-Jährige und erklärt, dass er darum immer wieder zur Blutspende kommt, sicher schon über 40 Mal. Mit seiner Erfahrung ist ihm aufgefallen, dass viele Erstspender in Altenstadt waren, „aber eher ganz junge Frauen, als jüngere Männer“.

An das Blutabnehmen sollte sich eine zehnminütige Ruhepause anschließen. Außerdem raten die Mitarbeiter des Blutspendedienstes dazu, das reichhaltige Imbissangebot wahrzunehmen und vor Ort ausgiebig zu essen und zu trinken.

Genau so machte es Familie Kempter aus Burggen nach dem Aderlass. Tochter Verena ist Erstspenderin, Mutter Michaela ist des Öfteren anzutreffen, und Vater Josef lässt sich regelmäßig Blut abnehmen: „Beim ersten Mal ist der bürokratische Aufwand etwas größer. Das war heute so circa das 60. Mal, mit der Zeit entwickelt man eine gewisse Routine“, meint er. „Alles in allem ist es recht nett, man trifft oft die gleichen Leute.“

Dass es aufgrund des großen Andranges etwas länger gedauert hat, störte niemanden so richtig, schließlich war die Warterei ja für einen guten Zweck. So mancher nahm die Anmeldeformulare einfach mit und kreuzte zu späterer Stunde wieder auf, wenn die Wartezeit zu lange dauerte.

Daher zeigte sich Marko Hammer, der die Blutabnahme in Altenstadt leitete, sehr zufrieden, als gegen 21.30 Uhr das Ergebnis vorlag: „Zu verzeichnen sind 145 Spender, davon 20 Erstspender.“ Ein ordentliches Resultat, das sicher ein wenig zur Entspannung der momentanen Lage beiträgt.

Franziskus Reich

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