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„Dort oben hausen die Marder“, sagt Alessandro Callieri und deutet auf die versperrte Luke hin, die zum Giebelbereich über der Dachwohnung führt.

In Schwabniederhofen

Diese Marder treiben eine Familie in den Wahnsinn

Schwabniederhofen - Marder als „Untermieter“ hat niemand gerne. Familie Callieri, die in der Kapellenstraße 10 in Schwabniederhofen wohnt, muss seit Monaten damit leben – und ist mittlerweile mit den Nerven am Ende.

„Wenn wir das gewusst hätten, wären wir nie und nimmer in diese Wohnung eingezogen“, sagen Alessandro und Marisa Callieri. Im März waren sie noch froh, dass sie in dem Haus in der Kapellenstraße 10 im Dachgeschoss eine Unterkunft bekommen haben. Die Familie, die eine fünfjährige Tochter (Francesca) hat, war im Frühjahr von Mailand nach Schwabniederhofen gezogen, nachdem Alessandro Callieri, von Beruf Fotograf und Modedesigner, einen Arbeitsplatz bei dem Schongauer Fotogeschäft Nicoletti bekommen hat.

„Alles wunderbar“, freuten sich die Callieris bei Unterzeichnung des Mietvertrags. Doch die Freude darüber, dass es mit der Wohnung in Schwabniederhofen so schnell geklappt hat, dauerte nicht lange. Denn die Familie Callieri musste bald feststellen, dass sie im Dachgeschoss nicht alleine war. Über der Wohnung gibt es einen abgetrennten Giebelbereich, der hauptsächlich als Abstellkammer für Kleider dient – und dort haust offenbar eine Marderfamilie, die vor allem nachts recht aktiv ist.

Im Giebelbereich dieses Hauses sind seit Monaten die Marder aktiv.

„An Schlaf ist da gar nicht mehr zu denken“, berichten Alessandro und Marisa Callieri. Das ständige Rumpeln und die Schreie der Marder raubten ihnen von Anfang an den Schlaf. Große Sorgen machen sich die Eltern vor allem um ihre fünfjährige Tochter. Ihr setzt das nächtliche Treiben der Marder besonders zu. Francesca leidet seither unter Angstzuständen. Gelegentlich kann sie bei einer befreundeten Familie übernachten, „aber das ist auf Dauer keine Lösung“, sagt Marisa Callieri.

Außerdem staute sich während der Sommermonate in der Dachwohnung die Hitze, weil die Dachfenster nicht mehr geöffnet werden konnten – aus Angst, die Marder gelangen auch in die Küche sowie ins Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer. Die Dachluke, die zum Giebelbereich – also ins Marderrevier – führt, hat Alessandro längst mit einer Holzstange (aus dem Fotoatelier) verriegelt, damit die Marder keine Möglichkeit haben, in die Wohnung einzudringen. Wie die Kleider, die im Giebelbereich lagern, mittlerweile ausschauen, daran mag Marisa Callieri gar nicht denken. Urin und Kot der Marder ist auch auf dem Balkon zu finden. Von dort dringen die Tiere offenbar unter einer Holzvertäfelung in den Giebelbereich vor. Nachbarn haben die Marder angeblich auch schon auf dem Dach herumtollen sehen.

Die Callieris haben sich schon längst beim Hausbesitzer, der nicht vor Ort wohnt, über diese tierischen Zustände beschwert und gebeten, endlich was zu unternehmen, damit die Dachwohnung auch wieder bewohnbar ist. Doch lange Zeit ist angeblich nichts passiert.

„Marder stellen keine Infektionsgefahr für übertragbare Krankheiten dar“

Auch beim Gesundheitsamt in Weilheim hat sich Callieri gemeldet und erkundigt, inwieweit Marder eine gesundheitliche Gefahr für Menschen sein können. Von behördlicher Seite ist allerdings keine Hilfe zu erwarten. „Marder stellen keine Infektionsgefahr für übertragbare Krankheiten dar“, teilte Wolfgang Tilgner vom Gesundheitsamt mit. Das Problem mit Mardern sei eine „rein privatrechtliche Angelegenheit“, die zum Beispiel über eine Schädlingsbekämpfungsfirma zu lösen sei.

Für eine Schädlingsbekämpfung ist aber nicht der Mieter, sondern der Vermieter zuständig. Mittlerweile war der Hausbesitzer nicht untätig. Eigenen Angaben zufolge hat er bereits vor drei Wochen eine Firma beauftragt, die Marder zu vergrämen und aus dem Haus zu treiben – und zwar für immer.

Am Donnerstag soll es den Mardern nun an den Kragen gehen. Für diesen Tag hat die Schädlingsbekämpfungsfirma ihren Besuch in der Kapellenstraße in Schwabniederhofen angesagt. Ob dann auch die Leidenszeit der Familie Callieri zu Ende ist.

MG

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