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Bald keine Baustelle mehr: Der sanierte Kinsauer Pfarrhof, der künftig offiziell „Rathaus im historischen Pfarrhof“ heißen wird.

Gemeinderat Kinsau

Pfarrhof hat jetzt offiziellen Namen

Kinsau - So richtig lange Zeit hatten die Kinsauer Gemeinderäte nicht, sich über eine Namensgebung ihres Pfarrhofs Gedanken zu machen. Aufgrund der Planungen für den „Tag des offenen Denkmals“ musste eine Bezeichnung her – und zwar hurtig. Künftig soll das Gebäude „Rathaus“ mit dem Zusatz „im historischen Pfarrhof“ heißen.

Manchmal ist der Schuss aus der Hüfte doch kreativer als ein tagelang überdachte Entschluss. Kreisheimatpflegerin Heide Weißhaar-Kiem hatte angekündigt, dass die Auftaktveranstaltung zum „Tag des offenen Denkmals“ in der Vorzeigesanierung des Kinsauer Pfarrhofs stattfinden solle. Für die Vorbereitung brauche man nun baldigst eine klare Bezeichnung, so überbrachte Bürgermeister Marco Dollinger seinem Gemeinderat den Auftrag der Denkmalpfleger.

Das Layout der Einladungen war auch schon fertig – freundlicherweise kostenlos gestaltet von Ernstfried Prade. Und die mussten nun in Druck gehen. Wie also soll das Kind nun heißen? Ein dreiviertel Jahr hatte man sich im Gemeinderat mit Architektenplanungen, Ausschreibungen, Handwerkerangeboten, Fördermöglichkeiten und vor allem Kosten auseinandergesetzt. Aber über den Namen keine Gedanken gemacht.

Arbeitstitel war immer „alter Pfarrhof“ gewesen. Und nun sollte man in wenigen Minuten eine kreative Namensschöpfung hinbekommen? Schlicht „Rathaus“ war zu wenig, da war man sich im Kinsauer Gemeinderat einig.

Das Gebäude wird ja zukünftig mit Seniorencafé, Kirchenbüro und Vereinszimmer eine Begegnungsstätte der ganzen Gemeinde werden. Und Gemeindezentrum? Klang zu sehr nach 1970er Jahre – durchgefallen. Auch das „Bürgerhaus“ überzeugte nicht. Alexander Resch brachte zur großen Heiterkeit die Gegenargumente auf den Punkt: „Das klingt so in Richtung Fürstenfeldbruck, in der Gegend gibt es Dutzende von Bürgerhäusern.“ Und in dieser Gegend verorteten sich die Kinsauer so gar nicht.

Dann: „Rathaus im alten Pfarrhof“: Das gefiel schon besser. Aber so einen Rattenschwanz an Adresse auf Briefe und Briefköpfe zu schreiben? Da freute sich keiner der Räte drauf. Und, so merkte Markus Lieb an, für Außenstehende sei diese Bezeichnung verwirrend.

Warum also nicht eine Zweiteilung? Offiziell und amtsmäßig „Rathaus“ – aber auf dem Außenschild und bei würdigen Anlässen mit dem Zusatz „im alten Pfarrhaus“. Aber alt? Damit assoziiere man leider „veraltet“ und „marode“, war die Meinung der Räte. „Ehemalig“ wurde eingeworfen, aber das klang nun wirklich ein wenig nach DDR.

Von Dieter Funk kam schließlich die Abrundung: „Rathaus im historischen Pfarrhof“. Das hört sich tatsächlich würdig, geschichtsbewusst an, aber auch funktionell und modern. Und siehe da: Wofür manche Werbeagentur viele Meetings, Mails und viele Moneten braucht, das hatten die Kinsauer in etwa sieben Minuten geschafft.

Klaus Mergel

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