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Zwei Windräder drehen sich nahe Ingenried auf der Flur der Nachbargemeinde Bidingen – ein drittes wird auf absehbare Zeit nicht dazukommen.

Bürgerentscheid in Bidingen

Deutliche Abfuhr für weiteres Windrad

Bidingen/Ingenried - Das Ergebnis war mehr als deutlich: 77 Prozent der Bidinger Bürger sind gegen ein weiteres Windrad auf dem Höhenzug bei Königsried. Die Bürgermeister Franz Martin (Bidingen) und Xaver Fichtl (Ingenried) sehen das Ergebnis des Bürgerentscheides vom Sonntag positiv – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Am Sonntag waren die Einwohner von Bidingen aufgerufen, ihr Kreuzchen bei einem weiteren Bürgerentscheid in Sachen Windräder zu machen, und sie kamen. Im Gegensatz zum Entscheid aus dem Jahr 2011, als man mehrheitlich für den Bau eines Gemeindewindrades stimmte, positionierten sich die Bürger diesmal klar dagegen: 77 Prozent der Wahlberechtigten sagen Nein zu einem weiteren, dann dritten Windrad auf dem Höhenzug bei Königsried nordwestlich von Ingenried. Und dies bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent.

Ingenrieds Bürgermeister Xaver Fichtl ist froh über das Ergebnis 

„Den letzten möglichen Standort haben wir abgelehnt, denn das Windrad ist immer weiter in Richtung Ingenried verschoben worden“, so der Ingenrieder Bürgermeister Xaver Fichtl. Der Standort für das 3. Windrad sei zwar noch nicht genau festgelegt gewesen, aber Fichtl schätzt, dass es in etwa 2000 Meter von der Gemeindegrenze Ingenried entfernt hätte entstehen können. „Damit hätten wir im Nord-Westen unserer Gemeinde drei Windräder gehabt und nicht zwei.“

Gerne mitgetragen hatte man die ersten beiden Windräder bei Königsried. „Das war eine positive Sache“, so Fichtl. Und die Gemeinde profitiert natürlich auch. Denn das von der Gemeinde Bidingen und Ingenried gemeinsam betriebene Windrad wirft einen guten Ertrag ab – 25 Prozent davon gehen in die Ingenrieder Gemeindekasse. Zwar nicht die Gemeinde mit allen ihren Einwohnern, aber einzelne Ingenrieder Bürger profitieren vom zweiten Windrad, sie sind als private Investoren beteiligt. „Wir haben damit unseren Beitrag an der Energiewende geleistet“, betont Fichtl.

Ebenfalls positiv sieht das Ergebnis des sonntäglichen Bürgerentscheids der Bidinger Bürgermeister Franz Martin. Und zwar ob des deutlichen Ergebnisses: „Wir standen als Gemeinderat dem Thema eher als neutrale Beobachter gegenüber, aber durch das Votum ist nun der Bürgerwille klar erkennbar – und das akzeptieren wir natürlich.“ Nicht nur die Anzahl der Nein-Stimmen seien ausschlaggebend für die Meinungsbildung, sondern auch die hohe Wahlbeteiligung – „erst recht an so einem wunderschönen Tag“. Deutlich mache dies, dass ein großer Querschnitt der Bevölkerung ihre Meinung kundgetan habe.

Wahlbeteiligung trotz Hitze enorm

Und Martin geht noch weiter: Zwar sei das Ergebnis eines Bürgerentscheides rein rechtlich nur ein Jahr bindend, aber nun werde er als Bürgermeister mit Sicherheit die nächsten Jahre keine Pläne für eine Windkraftanlage an dieser Stelle unterstützen – sprich eine Bauleitplanung anschieben. Bisher hatte es im übrigen für das dritte Windrad keine schriftliche Anfrage gegeben, nur eine mündliche. Martin geht jedoch davon aus, dass Planer Wendelin Einsiedler aus Wildpoldsried, nach diesem Wahlergebnis auch nichts Schriftliches mehr einreichen wird.

Allerdings war der Bürgerentscheid so formuliert, dass in Bidingen durchaus weitere Windräder – neben den beiden bei Königsried stehen noch zwei bei Bernbach – gebaut werden könnten. „Der Bürgerentscheid hat keine Ausschlusswirkung erzeugt für das gesamte Gemeindegebiet, aber es muss sinnvoll sein“, so Martin. Er stehe Windkraftanlagen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Aber er stehe hinter der gemeindeinternen Regelung, mit einem Windrad mindestens 1000 Meter Abstand zu jeglicher Wohnbebauung zu halten. Diese spezielle Bidinger Auflage schütze die Bürger laut Bürgermeister Martin besser als die 10-H-Regelung, weil letztere nicht bei kleinen Weilern oder Einzelhäusern greife, sondern nur bei größeren Bebauungen. „Schon dadurch fallen einige Flächen raus. Es ist also fraglich, ob noch sinnvolle Standorte möglich sind.“

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