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Bürgermeister-Streit wegen Mobilfunk

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Böbing - Böbings Bürgermeister Peter Erhard hat öffentlich seinen Kollegen Josef Taffertshofer aus Wildsteig gerügt. Streitthema ist der Mobilfunk.

Ins Schussfeld der Kritik ist der Wildsteiger Bürgermeister geraten, weil er sich - so ist aus Böbing zu vernehmen - angeblich erlaubt hat, die Arbeit des Böbinger Gemeinderates hinsichtlich des Vorgehens in Sachen Mobilfunkmasten zu bewerten und zu kritisieren.

„Wir haben immer klar zum Ausdruck gebracht, dass wir keine Sendeanlage im Ortsbereich wollen, und dazu sind wir auf einem guten Weg. Und den lassen wir uns auch nicht durch Äußerungen von Bürgermeister Taffertshofer aus Wildsteig schlechtreden“, wetterte Böbings Gemeindechef Peter Erhard bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in Böbing.

Josef Taffertshofer wiederum kann die Aufregung nicht verstehen. Ihm liege es fern, sich in die Angelegenheiten Böbings einzumischen, erklärte er auf Anfrage der Heimatzeitung. Er habe auf Einladung der Interessengemeinschaft „Böbing - Unser Dorf soll gesund bleiben“ bei einer Zusammenkunft in Böbing lediglich berichtet, wie sich die Mobilfunk-Situation in der Gemeinde Wildsteig darstelle und wie dort verfahren werde. Wenn seine Ausführungen als Kritik an Böbing aufgefasst worden seien, dann sei dies auf eine „Fehl-Interpretation“ zurückzuführen. Das weist Böbings Bürgermeister aber zurück. Er habe genau gehört, was Taffertshofer ausgesagt habe.

Kein Zweifel: Beim Thema Mobilfunk reagiert man in Böbing inzwischen empfindlich. „Das ist eine Bürgerversammlung und keine Mobilfunkveranstaltung“, hatte Erhard klargestellt. Bei grundlegenden Neuigkeiten würde man aber eine solche Veranstaltung umgehend einberufen.

Dass bei der Bürgerversammlung das Thema Mobilfunk nicht auf die Tagesordnung kam, hat vor allem bei den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Verärgerung ausgelöst. „Wir sind Bürger Böbings. Uns wurde von Bürgermeister Erhard zum Thema Mobilfunk von vorneherein ein Frageverbot erteilt“, so die IG-Sprecherin Sabine Mühlbauer. Gleichzeitig sei dieses Thema für Bürgermeister Erhard so wichtig gewesen, dass er den Kollegen Josef Taffertshofer aus Wildsteig vor versammelter Mannschaft kritisieren musste.

„Als ich dann die Dinge richtigstellen wollte, bekam ich Redeverbot“, zeigt sich Sabine Mühlbauer enttäuscht. Ihr Eindruck: Unliebsames grenze man in Böbing aus. Man lasse nur zu, was ins „Positivbild“ passe. „So eine Bürgerversammlung hat mit Demokratie nichts zu tun“, schimpfte die IG-Sprecherin.

Michael Gretschmann

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