Gemeinderat Denklingen

Hangrutsch: Zweites Gutachten nötig

Denklingen - Bevor die Sanierung des Hangrutsches am Claudius-Paternus-Weg in Angriff genommen wird, ist ein zweites Gutachten erforderlich. Damit soll der Baugrund in der Tiefe untersucht werden.

Beauftragt wurde mit dem zweiten Gutachten das Ingenieurbüro Kling Consult aus Augsburg, das schon die erste Baugrund-Analyse vorgenommen hatte. Nur: Die erste Erfassung ging fünf Meter in die Tiefe. Nun sollen die Schichten bis in eine Tiefe von bis zu neun Meter beprobt werden, weil bei der Sanierung Mikropfähle soweit hinunter getrieben werden.

Bevor die Vergabe an das Fachbüro vorgenommen wurde, herrschte bei der Sitzung allerdings Missstimmung im Denklinger Gemeinderat. Und zwar, weil das erste Bodengutachten nicht ausreichend und ein weiteres Bodengutachten erforderlich ist, wovon bei der Sitzung im März, als Prokurist Roland Kindelbacher vom Büro WipflerPLAN (München) das weitere Vorgehen aufzeigte, nicht die Rede gewesen sei. Gemeinderat Stephan Egner ist davon ausgegangen, dass die 9000 Euro für die zweite Beprobung des Baugrunds am Claudius-Paternus-Weg weitere Kosten für die Gemeinde bedeuten. Dies sei konträr zu der Aussage Kindelbachers. Dieser habe damals klar zu verstehen gegeben, dass die Kostenschätzung für die Entwurfsplanung reell sei. Die Daten seien ausführlich gecheckt worden. „Da muss ich sagen: Junge, Du warst woanders“, ließ Stephan Egner seinem Unmut freien Lauf. Er äußerte die Bedenken, dass aufgrund des Gutachtens weitere Maßnahmen am Bauwerk erforderlich sein könnten, die sich wiederum auf die Kosten auswirken. Und Johannes Schelkle ergänzte: „Die bringen uns keinen richtigen Respekt entgegen. Da mangelt’s an Zuverlässigkeit.“

Warum es keinen Grund zur Empörung geben soll: 

Das Ganze sei „unglücklich“ und „ungünstig gelaufen“, so Bürgermeister Michael Kießling auf SN-Anfrage. Es gebe keinen Grund zur Empörung, meinte hingegen Roland Kindelbacher von WipflerPLAN. Denn die Kosten fürs zweite Gutachten zur Bodenuntersuchung seien in den genannten Nebenkosten für Gutachter, Architekten und Verwaltung enthalten. Die Ingenieursleistungen stehen mit 76 000 Euro in der Auflistung (wir berichteten).

Für die Maßnahmen am Claudius-Paternus-Weg sind 520 000 Euro eingeplant. Im Denklinger Haushalt 2016 sind dafür 342 000 Euro eingestellt. Die restliche Summe wird im Haushalt des nächsten Jahres abgerufen. Ein beachtlicher Teil entfällt auf die Baukonstruktion, für die 155 000 Euro veranschlagt sind. Kindelbacher hat den Eindruck, dass bei der Kommunikation etwas nicht richtig angekommen sei im Denklinger Gemeinderat. Das zweite Gutachten sei in den Nebenkosten inbegriffen; es würde keinesfalls zusätzlich zu Buche schlagen.

Die Sicherung des Hanges soll auf jeden Fall heuer erfolgen. Darauf legt Bürgermeister Michael Kießling Wert. Nach Angaben von Kindelbacher wird anstelle einer Fundament-Absicherung am Claudius-Paternus-Weg, die nur weiteres tonnenschweres Gewicht auf den Hang drücken lasse, die Methode mit den so genannten Mikrobohrpfählen gewählt. Diese würden am Claudius-Paternus-Weg bis zu neun Meter in den Boden getrieben. Um Sicherheit zur Bodenbeschaffenheit zu haben, benötige man jetzt noch eine Beprobung bis in diese Tiefe. Eine zweite Analyse zur Schichtenfolge sei unerlässlich.

Die Mikro-Bohrpfähle werden auf gut 100 Meter Länge unter dem Weg eingebracht. Es sind jeweils drei nebeneinander; zwei stehen vertikal, einer in Schräglage in Richtung Hang. Alle drei Meter werden solche Mikrobohrpfähle gesetzt. Dies bedeutet, dass insgesamt ungefähr 100 Stück benötigt werden. Die Pfähle sind bis zu neun Meter lang. Das Material ist außen grob angerauht. Fachleute sprechen von der „Mantelreibung“. Dadurch werden die Pfähle im Boden stabilisiert.

Johannes Jais

Rubriklistenbild: © dpa

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