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Auch den Rathausplatz im Klosterhof haben die Bürger im Blick: Das Rondell soll verschwinden, dafür ein Wasserlauf, Parkplätze und eine Pflasterung hinten an der Schule (hinten) her.

Dorerneuerung in Rottenbuch

Begegnungsräume für die Bürger

Rottenbuch - Für die Rottenbucher Dorferneuerung wird es ernst: Die Arbeitskreise haben ihre Wunschlisten zusammen. Die Konzeptplanung ist beendet, nun wird ein kompletter Dorfentwicklungsplan ausgearbeitet. Gibt es dafür den behördlichen Segen, kann es an die Umsetzung gehen. Doch das Klosterdorf ist bei der Förderung ein Sonderfall.

Der Bürgermeister war am Ende zufrieden: Rund 30 Besucher hatten sich an diesem Abend im Campingplatz-Stüberl eingefunden, um zu hören, was die vier Arbeitskreise der Rottenbucher Dorferneuerung an Zielen für ihren Ort zusammengebracht haben. Von Rathauschef Markus Bader gibt es ein dickes Lob: „Die Bürger haben gut gearbeitet.“ Bis Ende Dezember wurde in den vier Arbeitskreisen an den Prioritätenlisten getüftelt, nun stellten die Aktiven ihre Ergebnisse vor (siehe unten).

Ganz vorn stehen sowohl in Schönberg als auch in Rottenbuch zentrale Plätze für die Bevölkerung. Bader nennt es „Begegnungsräume“. In Schönberg wünschen sich die Bürger, dass der Dorfplatz attraktiver gestaltet wird. Das Areal sollte so umgebaut werden, „dass es auch für Veranstaltungen geeignet ist“, erklärt Bader. Die Chancen sind nicht schlecht, dass das Projekt bei der Dorferneuerung gleich an vorderster Front steht. Das ebenfalls gewünschte Dorfgemeinschaftshaus bezeichnet der Bürgermeister dagegen eher als „mittel- bis langfristige Perspektive“. In Rottenbuch wird an eine Umgestaltung des Bereichs zwischen Torbogen und Fohlenhof-Parkplatz sowie den Rathausplatz gedacht.

Auch den Fohlenhof hat der AK im Blick

 Noch ist das Ensemble in Privatbesitz, allerdings ist die Kommune an einem Erwerb interessiert. Die Gespräche laufen derzeit, bestätigt Bader. Mit dem Dorfentwicklungskonzept, den nun das begleitende Planungsbüro Hofmann & Dietz aus Irsee erstellt, macht die Dorferneuerung den entscheidenden Schritt raus aus der theoretischen Ideensammlung hin zur praktischen Umsetzung.

Am 14. März 2012 hatte die Gemeinde beim Amt für ländliche Entwicklung die Aufnahme in das Förderprogramm beantragt, im September 2013 war das Startseminar für interessierte Bürger, danach starteten die Arbeitskreise. Das Irseeer Büro arbeitet die Ergebnisse jetzt in ein Gesamtkonzept ein, wie Planer Martin Hofmann sagt. Integriert wird auch das erst kürzlich vorgestellte Energiekonzept, dass mit der Energiewende Oberland erarbeitet worden war. Das Konzept geht dann zur Prüfung ins Münchener Amt. „Die machen auch die Budgetierung“, so Hofmann – sprich, die Kosten und Fördermengen werden ermittelt. In der Regel schießt die Dorferneuerung 50 Prozent pro Projekt dazu.

Doch mit der Förderung ist das so eine Sache. Das Dorf ist zweigeteilt: Schönberg wird wohl über die eigentliche Dorferneuerung laufen, Rottenbuch selbst aber wird aller Voraussicht nach in die bestehende und lukrative Städtebauförderung gehen. Beides geht nicht. Der Städtebau-Topf biete sich an, sagt der Bürgermeister. Schließlich liegen die meisten Maßnahmen im historischen Ortskern. Und das, was außerhalb ist und nicht gefördert wird, könne die Gemeinde ins Auge fassen – siehe den Soccer-Platz, dessen rund 35.000 Euro teure Finanzierung von der Kommune und mit Spenden gestemmt werden soll.

Tolle Arbeit in den Arbeitsgruppen

Der Rottenbucher Bürgermeister Markus Bader zieht eine positive Bilanz der bisherigen Dorferneuerung. „Das Mitwirken ist sehr, sehr gut gewesen.“ Rund 50 Bürger hatten sich regelmäßig in den vier Arbeitskreisen eingebracht. „Das Bürgerengagement ist auf seinem hohen Niveau.“ Dass jetzt ein bisserl die Luft raus ist, kann Bader verstehen. „Die Bürger haben gut gearbeitet. Und jetzt mahlen die Mühlen der Bürokratie.“ Allerdings sei immer klar gewesen, dass man einen langen Atem braucht.

Im Herbst will Planer Hofmann dem Gemeinderat das Dorfkonzept vorlegen. Einen weiteren Zeitplan will er auf Nachfrage nicht aufstellen. Rathauschef Bader hat aber bereits deutlich gemacht, dass er sich noch heuer eine Antwort vom Münchener Amt wünscht. Selbst wenn einiges an den Wünschen nicht durchgehen wird, macht Hofmann klar: „Es ist nicht umsonst, was die Bürger entwickelt haben.“

Die Top 3 der Bürger

AK 1 Schönberg: Radweg von der unteren Dorfstraße zur Landkreisgrenze an der Echelsbacher Brücke. An der Kreisstraße ist aber der Landkreis mit im Boot. Anlage eines Dorfplatzes mit Brunnen und Treppenanlagen, Grillplatz und Maibaum, Verlegung der Stromleitung. Dorfgemeinschaftshaus.

AK 2 Rottenbuch: Platzgestaltung vor dem Torbogen, Stellplätze neu anlegen, 30-km/h-Zone, Tonnagebegrenzung auf 7.5 Tonnen, Fußgänger-Führung auf der Straße am Fohlenhof, Querungshilfe zur Von-Heeren-Straße. Gestaltung am Rathaus mit Wasserlauf, ca. zehn Stellplätzen und Pflaster an der Schule. Das Rondell auflösen. Komplex Fohlenhof nutzen. Braugaststätte, neuer Feuerwehrstandort, neue Gemeindehalle.

AK 3 Soziales: Belebung informeller Fußwege im Ort und zwischen den Ortsteilen. Rundweg an der Ammer mit Spielmöglichkeiten. Soccerplatz am Sportgelände.

AK 4 Agrar/Tourismus: Asphaltierung Wildsteiger Weg. Teil des Milchwegs. Asphaltierung, Vollausbau Kropfleitenweg in Schönberg. Vollausbau Wanderer-Parkplatz Stoas Graben/B23. 25 Stellplätze.

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