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Das Konzept Dorfladen in Denklingen geht auf – so hat es jetzt der Gemeinderat entschieden: Die Frauen und Männer der Dorfladen-Initiative können mit einem festen Anteil der Gemeinde sowie mit einer Bürgschaft rechnen.

Dorfladen Denklingen

Gemeinde beteiligt sich und macht Bürge

Die Gemeinde Denklingen unterstützt die Initiative, die den Dorfladen in Denklingen auf die Beine stellt. Sie zeichnet einen Anteil von 15 000 Euro. Zudem übernimmt sie eine Bürgschaft in Höhe von 50 000 Euro für einen Kredit, den die Genossenschaft aufnimmt.

Die Gemeinderäte haben mit großer Mehrheit zugestimmt, sich am Dorfladen zu beteiligen. Als einziger votierte Anton Stahl mit „Nein“. Er habe zwar selbst auch einen Anteil erworben, schilderte Stahl. Aber er forderte vor dem Beschluss eine genaue Aufstellung der Kosten ein. Vor einer Entscheidung im Gremium wolle er wissen, was in den Umbau fließe und welcher Aufwand für die Warenbeschaffung erforderlich sei. Anton Stahl stellte den Antrag, das Thema zu vertagen.

Vier der 15 Damen und Herren am Ratstisch waren dafür – darunter auch Bürgermeister Michael Kießling. Die deutliche Mehrheit wollte den Antrag des Dorfladenteams freilich sofort behandelt wissen.

Der Bürgermeister klärte die Frage, ob die Gemeinde sich bei der Aufgabe der Nahversorgung einbringen dürfe, mit der Rechtsaufsicht beim Landsberger Landratsamt ab. Die Kommune sei dazu keinesfalls verpflichtet.

Die Nahversorgung mit Lebensmitteln sei – z.B. im Gegensatz zur Trinkwasserversorgung oder zur Kanalisation – keine gemeindliche Aufgabe, gibt Andreas Graf von der Kommunalaufsicht im Gespräch mit unserer Redaktion zu verstehen. Ausnahmsweise werde jedoch eine gemeindliche Aufgabenstellung gesehen, wenn die Kommune selbst oder mit Bürgerinitiativen ein Lebensmittelgeschäft eröffne bzw. diese unterstütze, weil kein Privater dazu bereit sei. In so einem Fall sprechen die Experten aus dem Kommunalrecht von einem „Marktversagen“. Unter diesen Voraussetzungen könne die Gemeinde auch Zuwendungen leisten und Bürgschaften übernehmen. Die Billigung einer Bürgschaft bedarf der rechtsaufsichtlichen Genehmigung durch das Landratsamt.

Im Detail führt Andreas Graf von der Kommunalaufsicht aus, dass sie nur als so genannte Ausfallbürgschaft gewährt werden könne. Das Erteilen der Genehmigung werde unter den genannten Voraussetzungen vom Landratsamt in Aussicht gestellt, da diese in der vorgesehenen Höhe mit der dauernden finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde Denklingen vereinbar sei.

Aus dem Denklinger Gemeinderat sind drei Köpfe im Gesellschafterrat für den Dorfladen, der Ende September als genossenschaftliche Einrichtung aus der Taufe gehoben worden war: Robert Merkle, Regina Wölfl und Max Ebner. Robert Merkle warb um Unterstützung, das habe auch mit „Überzeugung“ zu tun. Er zeigte zugleich auf, dass man im Team das Raumkonzept – angemietet wird die ehemalige Metzgerei Baumann an der unteren Hauptstraße – noch einmal verändert habe. Ein Kriterium sei gewesen, dass man durch intelligente Platzierung beim Verkaufspersonal einsparen könne.

Regina Wölfl schilderte, auch wenn jetzt noch kein Businessplan auf dem Tisch liege, so habe man sich sehr wohl einen Kostenrahmen gesetzt. Die Zahlen seien auch mit den künftigen Zulieferern abgesprochen worden. Über einen Betrag von 110 000 Euro könne und wolle man nicht hinausgehen. Zu bedenken sei auch, wie viele Ehrenamtliche sich in die Dorfladen-Initiative einbringen.

Anita Gropp, die sich ebenfalls im Dorfladenteam engagiert, erwähnte die knapp 160 Haushalte und Einzelpersonen, die bisher Anteile gezeichnet bzw. eine Zusage dafür abgegeben haben. Mittlerweile habe man eine Summe von knapp 50 000 Euro eingeworben.

Johannes Jais

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