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Tim und Tom sind wieder vereint: (v.l.) Die Münchner Schildkröten-Besitzer Harald und Yuris Nagler mit Tochter Maria, Finderin Sarah Dreher, Sohn Edgar und Oma Judith.

Tim ist wieder zurück in Schwabing

Glückliches Ende für die Schnalz-Schildkröte

Böbing – Die Böbinger Schildkröte ist wieder bei ihren Besitzern in Schwabing: Tim hatte im Heu überwintert und war dort von Sarah Dreher (15) gefunden worden. Das Tier war im vergangenen Jahr bei Ferien auf dem Bauernhof ausgebüchst.

Ein glückliches Ende hat die Geschichte um die Schildkröte auf der Böbinger Schnalz genommen. Wie sich herausgestellt hat, heißt das Tier, das die 15-jährige Sarah Dreher im Heu gefunden hat, Tim, ist eine zwölf Jahre alte griechische Landschildkröte – und hat auf der Schnalz überwintert.

Nach dem Foto der Schildkröte in den Schongauer Nachrichten begann bei Familie Dreher der Telefon-Horror. Wie berichtet, hatte Sarah Dreher die unterm Heu entdeckte Schildkröte mit nach Hause genommen und versorgt, doch behalten wollte sie das Tier nicht. Im Gegensatz zu rund 300 Anrufern, die sich bis in die späten Abendstunden meldeten und zum Teil behaupteten, es handele sich um ihre Schildkröte. Belegen konnte das jedoch niemand.

Bis sich plötzlich eine heiße Spur nach München-Schwabing ergab. Der Anrufer schickte Fotos und ein Zertifikat mit Pass der Schildkröte per Mail an Mutter Renate Dreher. Nach dem Vergleich gab es keinen Zweifel mehr: Der richtige Besitzer der Schnalz-Schildkröte war gefunden. Nun stellte sich die Frage: Wie kam das Tier von Schwabing nach Böbing? Die unglaubliche Geschichte kam ans Tageslicht, als die Besitzer Familie Nagler am Samstag in Holzleithen bei den Drehers vorbeischauten, um Tim abzuholen.

Die Naglers machen seit einigen Jahren in den Ferien auf einem Bio-Hof in Leithen in der Nähe der Schnalz einen Zelturlaub. Im vergangen Jahr hatten sie ihre beiden Schildkröten Tim und Tom dabei, die in einem kleinen eingezäunten Gehege neben dem Zelt in einer saftigen grünen Wiese ebenfalls Urlaub machen durften. Doch nach einigen Tagen war plötzlich ein Tier verschwunden – Tim, der lebhaftere der beiden. Es war nicht das erste Mal: „Vor drei Jahren ist er beim Baden an der Isar auch ausgebüchst und wurde erst nach vier Tagen nach einen Faltblatt-Aufruf von Wanderern gefunden“, sagt Harald Nagler.

Doch die jetzige Flucht ist ein kleines Wunder. Denn vom Zelt am Bio-Hof bis zur Heuwiese, wo er entdeckt wurde, hat Tim innerhalb des knappen Jahres eine Strecke von über einen Kilometer sowie 200 Meter Höhenunterschied zurückgelegt. Über Schluchten und Gräben ging es bis auf die 903 Meter hohe Schnalz. Der vergangene Winter war zum Glück für die Schildkröte recht mild, das reichhaltige Nahrungsangebot an Nacktschnecken und Kräutern reichte zum Überleben.

Beim Abholen auf dem Dreher-Hof hatten manche der aus München komplett angereisten Familienangehörigen Tränen in den Augen. Niemals hätten sie gedacht, den Ausreißer nach so langer Zeit wiederzubekommen. Sarah Dreher bekam als Finderlohn 30 Euro – ein schöner Zuschuss fürs neue Dirndl.

Werner Schubert

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