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Drehten im Kuhstall Schwabbruck so richtig auf: Homeless Bernie’s Boogie Nirvana.

HOMELESS BERNIE’S BOOGIE NIRVANA IN SCHWABBRUCK

Heimat im hiesigen Kuhstall gefunden

Schwabbruck - Heimatlos sind sie nur, wenn sie auf der Bühne stehen. Und das nur dem Namen nach, denn paradoxerweise ist laut eigener Aussage gerade die Bühne ihr Zuhause.

Die drei Musiker der Live-Blues-Band Homeless Bernie’s Boogie Nirvana haben auch ganz selbstverständlich jeder einen festen Wohnsitz. Aber wenn das Trio auf Tour geht, dann verkörpert es vor allem den zweiten Teil ihren Bandnamens – man wird musikalisch hineinkatapultiert in ein Nirvana aus Blues, Boogie und klassischem Rock. Am Freitag traten die drei Künstler im Kuhstall in Schwabbruck auf und begeisterten die zahlreich erschienenen Gäste.

Hinter Homeless Bernie’s Boogie Nirvana verbergen sich Bernhard (Bernie) Schönke (Gesang, Bass, Harmonica), Ernst Müller (E-Gitarre, Background-Gesang) und der Schlagzeuger Ludwig Bergner. Sie sind alle drei Vollblutmusiker, nicht mehr ganz jung, aufgewachsen mit den Sounds der 60er und 70er Jahre und haben sich vornehmlich dem Blues verschrieben. Nachdem jeder von ihnen schon bei zahlreichen anderen Bands mitgespielt hatte, fanden sie sich 2005 zusammen und machen seither gemeinsam Musik. Und zwar vom Feinsten.

An diesem Abend präsentierten sie einen Mix aus neu interpretierten Cover-Versionen namhafter Blues-Legenden und eigenen Produktionen ihres neuen Albums „Roadhawk“. Eine interessante Mischung, da sich die Band durchaus auch mit ihren selbst geschriebenen Songs hören lassen kann. So erhielt man herrliche „kicks“ auf der „Route 66“, durfte auch deutschsprachige eigene Werke hören wie „Selber Schuld“ und erfuhr mit „Talking about my future“ etwas über die Zukunftsgedanken der Musiker. Der Sound ist satt und ausgereift. Vor allem die instrumentalen Soloeinlagen sind ein Ohrenschmaus.

Diese Männer haben Musik im Blut

Ludwig spielt seit seinem zwölften Lebensjahr Schlagzeug, war unter anderem auf Kreuzfahrtschiffen, bei Theatervorstellungen und Fernsehshows tätig. Man kann ihn als Schlagzeugsüchtigen bezeichnen. Bernie hat in jüngeren Jahren als Begleitmusiker bei verschiedenen Blues-Legenden wie Lousiana Red oder Tommy Tucker gespielt. Und Ernst ist seit Mitte der 80er Jahre in verschiedenen Münchner Bands zuhause. Die Musik liegt ihnen im Blut und das bringen die drei Künstler sofort rüber.

Und sie freuen sich, in so einer Kultkneipe wie dem Kuhstall auftreten zu dürfen. „Ich will nicht von der guten alten Zeit reden“, sagte Bernie. Und er erklärte den Zuhörern, dass vor zwanzig, dreißig Jahren die Menschen mehr Spaß an kleinen Bands gehabt hätten. Die Säle und Kneipen waren gefüllt, damals. Aber das Interesse an der Kleinkunstszene habe seit den achtziger Jahren doch sehr nachgelassen. „In München gibt es zum Beispiel gar keinen solchen typischen Raum wie diesen hier. Wir freuen uns hier zu sein“, sagte der Bassist. Und dann drehte die Band so richtig auf. Ergebnis? Der Kuhstall tobte!

Regina Wahl-Geiger

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