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Notdürftig abgesichert ist die Wildsteiger Hütte nach dem Brand. Den Jugendlichen ist nichts passiert.

Nach Hüttenbrand bei Wildsteig

Wenn etwas passiert, ist Feuer unterm Dach

Wildsteig - „Wenn der Staatsanwalt kommt, gehen die Lichter aus.“ So kommentiert Josef Taffertshofer, Bürgermeister von Wildsteig, den Brand in einer privaten Hütte. Gott sei Dank war   niemand zu Schaden gekommen, alle fünf Jugendlichen konnten sich ins Freie retten.

Weitab der nächsten Wildsteiger Wohnbebauung in etwa gegenüber dem Schwaigsee liegt das private Hütterl, in dem es in der Nacht auf Sonntag zu kokeln begonnen hatte. „Das Ofenrohr war eventuell nicht gescheit isoliert, es hatte sich stark erhitzt und einen Brettermantel angesengt“, so Feuerwehrkommandant Michael Strauß. Am Sonntag gegen 3.30 Uhr waren sowohl die Wildsteiger Feuerwehrler als auch die Rottenbucher Kollegen alarmiert worden, insgesamt waren rund 30 Feuerwehrler vor Ort.

Der Einsatz selbst ist laut Strauß völlig unproblematisch verlaufen, die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren waren nach Hause zu ihren Eltern gebracht worden. Für den Schaden, der laut Polizei Schongau bei 1000 Euro liegt, haftet der Eigentümer selbst (wir haben berichtet).


Auch verletzt wurde Gott sei Dank niemand. Doch erinnert man sich gerade in Wildsteig an lange Diskussionen über eine Hüttenverordnung für jene Stadel auf öffentlichem Grund und an die vom Gemeinderat beschlossenen Regelungen – zur Sicherheit der Feiernden. Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte der Gemeinderat die Empfehlung gegeben, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung in Reichweite zu haben, für den Brandschutz zu sorgen, elektrische Anlagen abnehmen zu lassen und diese Vorgaben auch in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Auch das Jugendschutzgesetz gilt.

Eine Hütte auf Gemeindegrund im Ort werde regelmäßig zwei Mal die Woche besucht, eine große sporadisch, aber auch regelmäßig, daneben gebe es viele weitere kleine Hütten. „Irgendwo ist immer etwas los“, so Taffertshofer. Das Thema Hüttenverordnung Wildsteig sieht er jedoch als „auf ganzer Linie gescheitert“ an. „Mir hat das politisch sogar massiv geschadet“, glaubt Taffertshofer. Zwar habe es vor drei Jahren einen gut besuchten Info-Abend gegeben, an dem auch Eltern aus umliegenden Orten teilgenommen hatten. Die Vorstöße jedoch, ein Fundament zu schaffen, auf dessen Grundlage das Feiern im Gemeindegebiet in einem sicheren Rahmen ermöglicht werden kann, seien einfach nicht umsetzbar. „Mir ist das so ausgelegt worden, dass ich das Feiern grundsätzlich verbieten will“, so Taffertshofer. „Die Jugendlichen sehen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt und wollen sich nicht dreinreden lassen.“

Dies gelte im übrigen auch für die „Altjugendlichen“, wie Taffertshofer sie nennt, also Alter 25 plus x. Auch ein Gemeinderat über 40 besuche regelmäßig eine der Hütten – im Gremium selbst finde sich jedoch nach wie vor niemand, der sich offiziell für die Jugendlichen einsetzen wolle: „Wir haben bis heute keinen Jugendbeauftragten. Alle im Gemeinderat haben zu wenig Arsch in der Hose, weil sie Angst haben vor dem Hüttenbeschluss. Dabei gäbe es am Ende nur Gewinner“, wettert Taffertshofer.

Grundsätzlich ist für Feldscheunen nach Artikel 57 Bayerischer Bauordnung eine Feuerstelle mit Kamin nicht genehmigungsfähig. Auch auf privatem Grund bräuchte man eine Genehmigung. „Der Grundeigentümer steht voll in der Haftung“, so Taffertshofer. „Und wenn dann jemand zu Schaden kommt oder schlimmer, kennt der Staatsanwalt die Baugesetze ganz bestimmt."

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