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Gemeinsam wird die Zeitkapsel versenkt: (v.v.l.) Tiefbauer Christian Herbst, Bauherr Dieter Funk, Bauunternehmer Alexander Resch und Funks Ehefrau Sashi Schuster.

Brillen Funk-Neubau im Kinsauer Gewerbegebiet

Startschuss für gläserne Manufaktur

Kinsau - Rund 40 Kilogramm wiegt die Zeitkapsel, die in Kinsau in der Erde versenkt wurde. Bei der Grundsteinlegung für das neue Betriebsgebäude der Firma Brillen Funk im Gewerbegebiet Kinsau wurden den Archäologen der Nachwelt durchaus ein paar interessante Exponate hinterlassen.

Eine Grundsteinlegung ist immer auch ein Moment des Innehaltens bei der Arbeit. Bauherr und Handwerker erinnern sich bei allem Stress, was Sie da eigentlich machen. Aber noch steht der Neubau noch nicht in Kinsau. Nachdem die Zeitkapsel in einem Loch im Betonfundament verschwunden war, brachte es Brillen Funk-Inhaber Dieter Funk mit einem Zitat aus einem Song der 80er-Jahre-Band („Fehlfarben“) auf den Punkt: „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht“, sagte der 49-Jährige. Und: „Das ist durchaus ein großer Schritt und bewegender Moment für uns.“

In der Tat: Mit dem Neubau im Gewerbegebiet an der B17 wird sich bei der Firma Funk vermutlich einiges ändern. Seit rund zehn Jahren produziert die Brillenmanufaktur in einem Bauernhaus aus dem 15. Jahrhundert – inklusive einem Laden. Genau genommen hapert es da seit Jahren am Platz, vor allem in der Produktion.

Was die wenigsten wissen: 

Die Firma Funk Eyewear ist in Sachen handgemachte Brillen ein erfolgreicher „Global Player“ und im Stil- und Fashionbereich eine anerkannte Größe.

Auf der 1000 Quadratmeter-Grundfläche entsteht derzeit im Erdgeschoss eine neue, 750 Quadratmeter große Produktion – mit viel Glas, hell und einsichtig als „gläserne Manufaktur“ sowie ein 250 Quadratmeter-Brillengeschäft. Das Obergeschoss wird künftig Lager, Verwaltung und die Aufenthaltsräume beherbergen. Im November soll Hebauf sein, für den April 2017 ist der Umzug geplant. „Optimistisch geplant“, wie Funk vorsichtig hinzufügte. Im Juli 2017 wird jedenfalls der neue Standort feierlich eröffnet, rechtzeitig zur 25 Jahr-Feier der Firma.

Die Männer der Kinsauer Baufirma Alexander Resch hatten in den vergangenen Tagen einen Betonsarkopharg gegossen, der bedeutungsvolle Stücke für die Zeitkapsel und damit für die Nachwelt enthalten sollte. Darunter sind einige frühe Brillenmodelle der Firma, ein Foto von Dieter Funk mit seiner Ehefrau Sashi Schuster, eine Fräse einer der Fräsmaschinen, mehrere Etuis, ein Meterstab der Firma Resch und die Deckel der Bierflaschen, die beim Spatenstich geköpft wurden. Nicht zuletzt: mehrere Ausgabe der Schongauer Nachrichten vom Tag der Grundsteinlegung.

Ob man die Zeitkapsel wohl lange suchen muss?

Der Sarkopharg wurde anschließend mit Blech ummantelt, abgedichtet und ins Fundament versenkt – mit einem Kran. Anschließend wurde eine Betonbombe über das Loch geführt, der Hohlraum mit Beton aufgefüllt.

Bevor die zahlreichen Gäste auf ein weiteres gutes Gelingen des Baus mit Bier und Prosecco anstießen und sich mit Grillfleisch und Würstchen stärkten, brachte Sashi Schuster noch eine kleine Metallplakette im Beton über der Zeitkapsel an. Sichtbar natürlich: Schließlich soll ja einer der Archäologen in vielleicht 300 Jahren die Zeitkapsel nicht lange suchen müssen.

Klaus Mergel

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