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Mit dem Weihbischof wurde das 250-jährige Jubiläum in Denklingen gefeiert.

weihbischof anton losinger in denklingen

Kirche auf dem Hügel feiert 250-Jähriges

Denklingen - Zu Worten, wie sie für gewöhnlich Ökonomen in den Mund nehmen, griff Weihbischof Anton Losinger, als er die Festpredigt zum Jubiläum 250 Jahre Pfarrkirche in Denklingen hielt.

Anfangs begrüßte der Geistliche die „lieben Leistungsträger“, womit er aber nicht Unternehmer, sondern die vielen Helfer in der Pfarrgemeinde meinte. Und später nahm der Weihbischof das Wort vom „Long Term Investment“ in den Mund. Dieser Fachbegriff aus dem Investment sei bestens auf die Kirche umzumünzen; die vor 250 Jahren erbaute Pfarrkirche in Denklingen sei eine gute Anlage über viele Generationen hinweg.

Der Augsburger Weihbischof war bereits 2012 Zelebrant in Denklingen, als die Renovierung der geräumigen Kirche St. Michael – sie ist das größte Gotteshaus zwischen Landsberg und Schongau – ihren Abschluss fand. Schon damals kam die Zusage, dass er 2016 zum Kirchenjubiläum als Festprediger wieder in diese Pfarrei kommt.

Den Gottesdienst zelebrierte Losinger zusammen mit Dekan und Pfarrer Oliver Grimm, dem neuen Kaplan Pater Joshy Augustine OPraem, dem früheren Denklinger Seelsorger Jakob Zeitlmair und mit Diakon Hermann Neuner (Waal).

Unter der Leitung von Bernhard Linder gestaltete eine Sängergemeinschaft aus Kirchenchor, Frauenbund und „Spirit of Joy“ zusammen mit Bläsern die Feier – und zwar mit der „Allgäu-Schwäbischen Volksmesse“ von Georg Stich. Von der Wandlung „Nichts wird so bleiben wie es ist,“ legte der Weihbischof den Begriff der Wandlung aus.

Was sei nicht alles anders geworden in den 250 Jahren, seit die Pfarrkirche St. Michael auf dem Hügel in Denklingen steht. Heutzutage seien – auch das sind wieder Worte, wie sie Ökonomen häufig verwenden – Digitalisierung und der Arbeitsmarkt 4.0 die Schlagwörter.

Gott sei Dank habe sich auch die Kirche gewandelt, fuhr Losinger fort. Er meinte damit nach dem II. Vatikanischen Konzil vor allem den globalen Aspekt, der freilich mit einer „gewachsenen Verantwortung der Christen“ einhergehe.

Losinger bedauerte in der Predigt zwar, dass der Glaube bei der Erziehung in vielen Familien keine oder kaum noch eine Rolle spiele. Aber er gehöre nicht zu den „Weltuntergangstheoretikern“. „Denn unser starker Verbündeter ist die Frage nach dem Sinn des Lebens“, rief er den 350 Besuchern beim Festgottesdienst zu. Menschliche Probleme, Krankheit, Tod – das seien ständige Herausforderungen. Und solange Kinder dazu Fragen stellen „und wir Antworten geben können“, sei nichts verloren, sagte Losinger in der Predigt, die er wie gewohnt frei hielt.

Bei einer Feier im Pfarrsaal meinte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Hefele mit Blick zu Bürgermeister Michael Kießling: „Es hat uns wahnsinnig gfreit, dass des Pflaster no fertig gworden ist.“ Damit meinte er die Maßnahmen im Friedhof. Der Bürgermeister selbst wünschte sich im kurzen Grußwort, dass die Denklinger „ihre Kirche im Herzen und in den Köpfen behalten mögen“.

Landrat Thomas Eichinger erinnerte daran, dass die Kirche 1766 nach nur einjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Sie war damals das einzige Haus der Gemeinschaft am Ort. Heute gebe es mehrere weltliche Gebäude in beachtlicher Größe – „allerdings selten in dieser Pracht“.

Zum Neubau der Denklinger Kirche im Spätrokokostil hat Ortschronist Paul Jörg eine Dokumentation zusammengestellt. Der große Sakralbau war Nachfolger einer kleinen Kirche, die nach einem Brand 1668 nur notdürftig wieder hergerichtet wurde. In drei Kirchenführungen mit Gottlieb Gilg, dem Mann der Mesnerin Margit Gilg, gab es für Interessierte am Sonntag anschließend auch noch Wissenswertes zur Geschichte und Ausstattung der Kirche St. Michael, garniert mit so mancher Anekdote, zu erfahren.

Johannes Jais

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