Schwerer Atemschutz ist bei Brandeinsätzen der Feuerwehr oft unerlässlich. Foto: Herold

Grubenrettung fehlen die Kapazitäten

Feuerwehren müssen Atemschutz neu regeln

Weilheim-Schongau - Bei vielen Brandeinsätzen sind die Feuerwehren auf schweren Atemschutz angewiesen. Bisher hat die Grubenrettungsstelle die aufwändige Wartung übernommen. Künftig müssen sich die Wehren aber auf eine andere Lösung einstellen.

„Die Grubenrettungsstelle in Hohenpeißenberg hat keine freien Kapazitäten mehr“, berichtet Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta. Dies hänge mit der Übernahme durch die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) zusammen. Konkret bedeutet dies: Den Feuerwehren bleibt nichts anderes übrig, als sich um eine andere Prüfstelle für ihre Atemschutzgeräte umsehen. In der Grubenrettungsstelle in Hohenpeißenberg werden nur noch Werkfeuerwehren bedient - und als Ausnahme die örtliche Feuerwehr von Hohenpeißenberg, „weil wir immer schon gut zusammengearbeitet haben“, erklärt Mathias Steiner, Feuerwehr-Kommandant von Hohenpeißenberg.

Um den Feuerwehren im Landkreis entgegenzukommen, ist nach Auskunft von Kreisbrandrat Sobotta geplant, in Schongau, Weilheim und Penzberg je eine Wartungs-/Prüfstelle für Atemschutzgeräte einzurichten. „Es sind diesbezüglich Gespräche im Gange“, bestätigt der Schongauer Feuerwehr-Kommandant Michael Benkert. Bisher sei der Atemschutzwart auf ehrenamtlicher Basis tätig, doch wenn diese Aufgaben in größerem Stil erfolgen sollen, müsse man überlegen, wie dies zu bewerkstelligen sei. „Es ist hier ein Projekt in Arbeit“, deutet Benkert an.

„Die Sicherheit der Atemschutzträger muss an oberste Stelle treten“, hat der Bernbeurener Bürgermeister Heimo Schmid jüngst erklärt, als dieses Thema im Gemeinderat in Bernbeuren debattiert wurde. Bisher ist die Freiwillige Feuerwehr Bernbeuren in der Grubenrettungsstelle in Hohenpeißenberg immer gut bedient worden. Jetzt steht sie vor der Frage: Die Wartung der Atemschutzgeräte künftig selber vorzunehmen oder irgendwo anders machen zu lassen.

„Das ist ein sensibler Bereich“, räumt der Bernbeurener Feuerwehr-Kommandant Erich Kraut ein. Und er berichtete im Gemeinderat, dass Schongau eine Atemschutzgerätewerkstatt bauen und somit die Wartung der Geräte auch für die umliegenden Feuerwehren übernehmen würde. Allerdings müsse man sich dann vertraglich auf zehn Jahre binden. „Da kommen wir nicht herum“, lässt Erich Kraut im Gemeinderat durchblicken.

„Die Tendenz geht dahin, die Atemschutzgeräte an eine Zentrale in Schongau zu geben, dann bekommen wir sie sauber gewartet wieder zurück“, so die Überlegung von Bernbeurens Bürgermeister Heimo Schmid. Denn vor Ort könne niemand dieses Risiko auf sich nehmen. Für die Wartung der Atemschutzgeräte und der Schutzmasken sei bisher schon viel Geld ausgegeben worden. Da müsse man auch künftig mit 5000 bis 5500 Euro rechnen.

Wieviele Feuerwehren aus dem Schongauer Land würden bei einer zentralen Wartungs- und Prüfstelle in Schongau mitmachen? Das muss in den kommenden Wochen erst noch ermittelt werden.

Der Böbinger Feuerwehr-Kommandant Peter Erhard hat bereits verlauten lassen, dass seine Wehr nicht nach Schongau, sondern mehr nach Weilheim tendiere, weil die Befüllung der Atemschutzflaschen bisher schon in Peißenberg erfolge und somit auf der Linie nach Weilheim liege.

mg

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