Zwischenlager: Im Landratsamt werden die abgegebenen Waffen gesammelt, ehe sie zum Landeskriminalamt in München gebracht werden, wo sie vernichtet werden. Das Foto zeigt Helmut Stork (l.) und Werner Hegewald mit einigen Exemplaren. F

Knapp 1000 Waffen wurden abgegeben

Weilheim-Schongau - Sie kommen zu zweit, sie kommen unangemeldet und sie sehen sich genau um: die Waffenkontrolleure des Landkreises, die überprüfen, ob Pistolen und Schrotflinten ordnungsgemäß aufbewahrt werden. Bislang sechsmal haben sie die Waffenbesitzkarte eingezogen.

Insgesamt aber gibt es wenig Grund zur Beanstandung. „Die Pistole im Nachtkästchen ist die Ausnahme“, versichert Helmut Stork, Leiter des Ordnungsamtes am Landratsamt in Weilheim. Dieser Fall hatte 2010 im Landkreis für Aufsehen gesorgt, als das Kreisordnungsamt nach dem Amoklauf von Winnenden begann, hiesige Waffenbesitzer zu kontrollieren. Knapp drei Jahre später meldet die Behörde, dass die Zahl der Waffen von 13 800 auf aktuell 13019 zurückgegangen ist, die Zahl der Menschen, die eine Waffe besitzen, von 3400 auf aktuell 2732. Damit liegt der Landkreis bayernweit im Mittelfeld. Zwischen Januar 2010 und Dezember 2012 wurden beim Landratsamt 954 Pistolen und Gewehre sowie 368 Kilogramm Munition abgegeben. Beides wurde zunächst ordnungsgemäß verwahrt und dann in einer verschlossenen Holzkiste im Dienstwagen nach München zum Landeskriminalamt zur Vernichtung gefahren.

Meist sind es Menschen, die eine Waffe geerbt haben und sie dann abgeben, weil sie die neuen strengeren Auflagen nicht erfüllen wollen. Wer eine Waffe besitzt, muss seit Juli 2009 nämlich nachweisen, dass er einen dafür geeigneten, abschließbaren Stahlschrank besitzt, in dem er Lang- und Kurzwaffen sowie Munition getrennt aufbewahren kann.

An einem Tag pro Monat nimmt das Landratsamt dann seine Kontrollen vor, und ist damit neben der Stadt München eine der ganz wenigen Kreisbehörden, deren Mitarbeiter ohne Anmeldung auftauchen, so Stork. Bei den rund 150 bis 200 jährlich kontrollierten Besitzern, meist Sportschützen oder Jäger, kommt es im Schnitt zu fünf bis zehn Bußgeldverfahren. Höchststrafe sind übrigens 10 000 Euro, im Landkreis waren es bislang maximal 500 Euro, die unter anderem der Mann mit der Pistole im Nachtkästchen zahlen musste.

Wer beanstandet wird, hat vier Wochen Zeit, um den Mangel zu beheben. Es genügt dann, wenn der Waffenbesitzer einen Kaufbeleg über einen Waffenschrank und ein Foto mitschickt, so Stork.

Wer hartnäckig gegen die Bestimmungen verstößt, dem wird die Waffenbesitzkartekarte entzogen. Das kam bislang sechsmal vor, einer der Betroffenen hat dagegen geklagt, am 6. Februar wird vor dem Verwaltungsgericht München darüber verhandelt. Der Betroffene hatte seine Waffe nicht im, sondern neben einem Schrank aufbewahrt.

Manche Waffenbesitzer geben ihre Pistole oder ihr Gewehr den Mitarbeitern auch freiwillig mit, für solche Fälle haben die Kontrolleure immer eine Waffentasche dabei, so Stork.

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