Lange Nacht für die Polizei

In den Asylheimen fliegen die Fäuste

Rottenbuch/Hohenpeißenberg/Schongau/Weilheim - Prügel, Hausverbot und Messerattacke – die Schongauer Polizei hatte in den vergangenen Tagen viel zu tun in den örtlichen Asylbewerberunterkünften.

Eskaliert ist am Mittwoch eine Kontrolle in der Rottenbucher Flüchtlingsunterkunft. Wie die Polizei Schongau berichtet, fing um 6.50 Uhr ein 19-jähriger Afghane während einer Kontrolle durch Mitarbeiter des Landratsamtes an, um sich zu schlagen. Er erwischte dabei einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes an der Lippe und versuchte auch anschließend noch weitere Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit Faustschlägen zu treffen. Den 19-Jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Körperverletzung. Warum der Mann zuschlug – unklar.

Im Rahmen der Kontrolle wurde bei einem 21-jährigen Afghanen außerdem eine geringe Menge Haschisch gefunden. Gegen den Mann wird nun wegen eines Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Körperverletzung in der Nacht auf Donnerstag

Doch damit endete der Mittwoch für die Beamten noch nicht. Gegen 21.50 Uhr entwickelte sich in Hohenpeißenberg in der Bahnhofstraße eine verbale Auseinandersetzung zu einem handfesten Gerangel. Der Streit endete zunächst damit, dass ein 20-jähriger Afghane eine Fensterjalousie beschädigte. Ein 21-jähriger afghanischer Staatsbürger, der bei dieser Auseinandersetzung schlichten wollte, wurde dann von dem 20-Jährigen angegriffen und dabei leicht verletzt. Der 21-Jährige erlitt Schürfwunden am ganzen Körper.

Da sich der 20-Jährige nicht beruhigen ließ, wurde er in Gewahrsam genommen und zur Polizei Schongau gebracht. Gegen ihn wird nun wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung ermittelt.

In der Nacht auf Donnerstag gegen 1 Uhr wurde die Polizeiinspektion Schongau erneut verständigt. Es hieß, dass es an der Asylbewerberunterkunft in Schongau in der Rentamtstraße zu Schwierigkeiten kommt. Der Sicherheitsdienst hatte bei der Überprüfung der Unterkunft festgestellt, dass sich darin ein 26-jähriger Pakistani unberechtigt aufhält. Dieser wollte trotz Hausverbots in der Unterkunft übernachten. Vor der Unterkunft kam es dann zu einer Rangelei zwischen dem Sicherheitsdienst und dem Pakistani. Mitbeteiligt daran war auch ein 24-jähriger pakistanischer Staatsangehöriger, der in dem Quartier wohnt. Er schlug einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit der Faust gegen den Kopf und gegen die Schulter. Gegen den 24-Jährigen wird nun wegen Körperverletzung ermittelt.

Kurz darauf kam ein ebenfalls 24-jähriger Pakistani aus der Flüchtlingsunterkunft, und bedrohte den Sicherheitsdienst mit einem Küchenmesser. Ohne die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes anzugreifen, flüchtete er aber anschließend.

Hatte der 24-Jährige das Messer noch bei sich?

Doch nicht lange. Etwa fünf Minuten später kam er wieder zur Unterkunft zurück. Er näherte sich den inzwischen eingetroffenen Polizeibeamten von hinten und blieb trotz Aufforderung nicht stehen. Eine brenzlige Situation. Aufgrund der Lichtverhältnisse war nicht klar, ob er das Messer noch bei sich trägt. Deshalb wurde er nach Androhung von unmittelbarem Zwang zu Boden gebracht und gefesselt. Anschließend untersuchten die Beamten den Mann. Dabei stellten fest, dass er das Messer nicht mehr bei sich hatte. Da er im weiteren Verlauf über Atemnot und Brustschmerzen klagte, wurde ein Notarzt hinzugezogen. Die Untersuchung erbrachte aber keine Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung. Der 24-Jährige zeigte sich inzwischen auch wieder kooperativ, sodass ihm die Fesseln wieder abgenommen werden konnten. Gegen ihn wird nun wegen Bedrohung ermittelt.

Beamte massiv bedroht 

Ein aggressiver Asylbewerber machte der Polizei in Weilheim am vergangenen Dienstag Probleme. Kräfte des Sicherheitsdienstes des Flüchtlingsheims im Leprosenweg wollten den Ausweis eines 28-Jährigen kontrollieren.Darauf reagierte dieser jedoch sofort aggressiv. Als der Mann plötzlich in die Seitentasche seiner Arbeitshose griff, reagierten die Sicherheitskräfte und fixierten ihn am Boden. Schließlich musste der Mann sogar gefesselt werden. 

Während der Aktion bedrohte der Asylbewerber die Sicherheitskräfte und kam nicht zur Ruhe. Schließlich musste eine Streife der Weilheimer Polizei gerufen werden. Ein Messer oder eine andere Waffe fanden die Beamten bei dem Mann aber nicht. Im Beisein der Polizisten beruhigte sich der Mann dann soweit, dass ihm ein Platzverweis und ein kurzfristiges Hausverbot erteilt werden konnte.

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Rubriklistenbild: © dpa

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