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Kuh mit neugeborenem Kälbchen. Solche Bilder gibt es im Landkreis wieder öfter zu sehen.

Entwicklung im Landkreis

Weniger Höfe, mehr Rinder

Weilheim-Schongau - Milchkühe, Mastrinder, Mutterkühe und Kälber: Im Landkreis Weilheim-Schongau werden aktuell 76.530 Rinder gehalten. Das sind 136 mehr als vor einem halben Jahr. Die Zahl der Rinderhaltungsbetriebe ist dagegen seit vergangenem November um 50 gesunken. Dies meldet das Statistische Landesamt.

„Das ist dem Strukturwandel geschuldet“, erklärt Margarete Kohnert. Sie leitet die Abteilung Bildung und Beratung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim, und sie befürchtet, dass es noch schlimmer kommen könnte, wenn sich der niedrige Milchpreis erst so richtig durchschlägt und diesen Strukturwandel weiter beschleunigt.

„Wachsen oder weichen“ - vor dieser Wahl stehen Landwirte immer wieder, vor allem wenn ein Generationswechsel auf dem Hof ansteht. Ein neuer Laufstall kostet viel Geld. „Für 20 Tiere rechnet sich so etwas nicht, also wird der Viehbestand zwangsläufig aufgestockt“, so die Erfahrung des BDM-Kreisvorsitzenden Bernhard Heger.

Wohl des Tieres steht im Vordergrund

„Wir haben Betriebe, die stark wachsen“, räumt auch Margarete Kohnert vom Landwirtschaftsamt in Weilheim ein. Aber ist dies angesichts der Milchschwemme noch sinnvoll? Erste Reaktionen gibt es bereits. „Die Investitionsförderung geht jetzt mehr in Richtung Tierwohl“, betont Kohnert. Gefördert werden zum Beispiel Laufställe, damit die Rinder nicht mehr angekettet sind, sondern sich im Stall frei bewegen können. Damit wird gleichzeitig auch eine EU-Richtlinie umgesetzt.

Die Rinderhaltung ist immer noch die wichtigste Einkommensquelle für die Landwirtschaft in Deutschland. 12,7 Millionen Tiere stehen in den Ställen und auf den Weiden von Berchtesgaden bis Flensburg. Doch der Wettbewerb wird härter. Kleinere Betriebe haben zunehmend Probleme, rentabel zu wirtschaften. Der Trend geht hin zu weniger Betrieben, aber größeren Tierhaltungen. Und dies schlägt sich auch in den Zahlen des Statistischen Landesamtes nieder.

Die größte Rolle spielt die Milcherzeugung. Doch wie hat sich der Tierbestand in den vergangenen Jahren konkret verändert? Derzeit gibt es im Landkreis Weilheim-Schongau 36.313 Milchkühe. Das sind knapp 500 mehr als noch vor einem halben Jahr. Deutschlandweit ist der Trend ähnlich. Hier sind es 4,3 Millionen Milchkühe und damit rund 114.000 oder 2,7 Prozent mehr als vor vier Jahren.

Als die Europäische Union 1984 die Milchquote eingeführt hat, durften Milchviehhalter nur noch eine vorgegebene Menge abliefern. Schon dadurch verringerte sich die Zahl der Milchviehbetriebe und der Tiere. Dafür erhöhte sich die Milchleistung pro Kuh kräftig. Sie variiert je nach Bundesland. in Bayern z. B. geben die Turbokühe im Schnitt 7300 Kilogramm Milch pro Jahr, in Thüringen sogar mehr als 9200 Kilogramm.

Belastung für Familienbetriebe

Nach dem Wegfall der Milchquote haben es kleinere Betriebe noch schwerer, im Wettbewerb zu bestehen. Wer aufstockt, sollte sich genau überlegen, ob dies arbeitsmäßig und auch finanziell zu bewältigen ist. „Für Familienbetriebe bedeutet dies oft eine große Belastung“, weiß auch Margarete Kohnert vom Landwirtschaftsamt in Weilheim.

Michael Gretschmann

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