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Die gelben Säcke sind eine sinnvolle Sache, auch wenn sie zum Ärger vieler Bürger oftmals reißen.

Gelber Sack

Ein reißendes 17-Gramm-Umwelt-Wunder

Weilheim-Schongau - Ärgernis Gelber Sack: Er ist dünn wie Pergament. Er reißt. Und trotzdem spart der neue, leichte Müllbeutel dem Landkreis-Bürger viel Geld und der Umwelt viel, viel Plastikmüll.

Er reißt das erste mal schon beim Abreißen von der Rolle. Eine spitze Plastik-Verpackung bohrt sich durch die filigrane, pergamentartige gelbe Haut. Ratsch. Ein großer Schnitt. Der erste Müll quillt heraus. Der volle Sack wird aus seiner Verankerung gezerrt. Spätestens jetzt reißt er ein drittes Mal. Das schwarze Plastikband zum Verschließen baumelt jetzt irgendwo über dem Riss. Ein guter Zeitpunkt, um einen zweiten gelben Sack zu nehmen, um den ersten ohne größere Ausfälle an die Straße stellen zu können.

Bei der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft weiß man um das Problem Gelber Sack. Seit das Material dünner ist, gibt es immer wieder Beschwerden von Bürgern, räumt Claudia Knopp ein. Bei sorgsamer Handhabung ist der Sack allerdings vor allem eines: günstig und unfassbar umweltschonend.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Für die Qualität der Gelben Säcke ist man in Erbenschwang nicht zuständig. Die Entsorgung der Abfälle, die seit Einführung des Grünen Punktes anfallen, fällt in den Zuständigkeitsbereich des Dualen Systems. Das beliefert wiederum die Landkreise mit Gelben Säcken.

Für Qualität nicht zuständig

Man habe sich tatsächlich auch schon mal überlegt, ob der Landkreis Geld in die Hand nehmen soll, um die Qualität der Gelben Säcke zu steigern. Aber: Neben dem finanziellen Aspekt, spricht eben einiges dagegen. Zum Beispiel, „dass wir festgestellt haben, dass feste Säcke gerne für andere Sachen hergenommen werden, weil sie kostenlos sind“, so Knopp. Grasabfälle, Malerfolie, Altkleidersammlung: Die Verwendungsmöglichkeiten – sehr vielfältig. Nur eben auf Kosten der Allgemeinheit.

Für solche Angelegenheiten bleibt jetzt eben der robuste Papier-Sack, könnte man unken. Der muss eben aber der schweren Papier-Beladung standhalten. Da gibt es nichts zu rütteln.

Anders als beim Gelben Sack. Auf keinen Fall rütteln! Leichte Plastikabfälle nur locker reinwerfen. „Vorsichtig abreißen und anfassen.“ Und nicht zusammendrücken! „Das sind die Leute noch von den alten Gelben Säcken gewöhnt“, so Claudia Knopp.

Apropos alte Gelbe Säcke: Die waren tatsächlich schon mal mehr als dreimal so schwer und damit bestimmt doppelt so stabil. In Zahlen: Als der gelbe Sack im Jahr 1993 eingeführt worden war, wog er immerhin 52 Gramm. Im Jahr 2004 wurde schon mal „abgespeckt“ – auf 34 Gramm, also ein Drittel weniger. Knopp: „Schon damals haben sich die Leute beschwert.“

Über die Jahre abgespeckt

Der aktuelle Gelbe Sack wiegt gerade noch 17 Gramm. Und damit ungefähr so viel wie drei leere 200 Gramm-Joghurt-Becher. Das ist sparsam, sehr sparsam. Zumindest gemessen daran, dass im Landkreis Weilheim-Schongau jedes Jahr mehr als drei Millionen Gelber Säcke verwendet werden. Multipliziert mit 17 Gramm Kunststoff, mit 34 Gramm oder 52 Gramm ist das dann schon ein satter Unterschied. Knopp: „53 Tonnen Kunststoff werden so jedes Jahr im Landkreis gespart.“ Und zwar selbst dann, wenn man mal einen zweiten Gelben Sack über einen gerissenen ziehen muss.

„Die Leute haben nur subjektiv das Gefühl, sie verschwenden viel Kunststoff.“ Die Zahlen sagen etwas anderes. Vielleicht muss man das einfach im Hinterkopf behalten, wenn man sich wieder mal über einen gerissenen Gelben Sack ärgert.

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