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Auch Floßfahrten werden in Lechbruck über die Königscard angeboten.

Königscard wird im Pfaffenwinkel auf Probe eingeführt

„Den Gästen ist kein Weg zu weit“

Weilheim-Schongau - In vier Regionen bieten 500 Gastgeber die Königscard an. 250 Leistungen können Gäste kostenlos nutzen. Für drei Jahre wird die Card nun auch probeweise im Landkreis Weilheim-Schongau eingeführt.

Allgäu, Ammergauer Alpen, Blaues Land und ganz im Süden noch Tirol: Das Königscard-Land umfasst vier Regionen. In der Mitte ist mit dem Pfaffenwinkel ein weißer Fleck. Diesen möchte man sowohl seitens des Landkreises als auch des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel gerne füllen.

Die Angebote und Leistungen der Königscard wurden jetzt bei einer Pressekonferenz in Lechbruck präsentiert. 120 Leistungspartner bieten in den vier Regionen 250 Angebote an – alle aufgelistet im Erlebnisführer. Vom Alpenfreibad Trauchgau über die Alpspitzbahn Nesselwang, Bogenschießen in Pfronten oder der Kletterwald Bichlbach in Reutte – die Angebote sind ebenso vielfältig wie die Zielgruppen. Sowohl eine Familie mit kleinen Kindern wird fündig als auch der kulturell interessierte Erwachsene. Die Angebote sind gratis, es kommen keine versteckten Unkosten auf den Gast zu. Manches ist zwar auf eine einmalige Nutzung pro Tag beschränkt, könnte aber am kommenden Tag erneut kostenfrei genutzt werden. Teilweise ist sogar eine kostenlose Bus- und Bahnfahrt enthalten. Seit Dezember 2015 gibt es etwa einen dauerhaften Vertrag mit „allgäumobil“. Dieses Angebot ist aber zwingend an eine elektronische Gästecard gekoppelt. Auch die Basiscard würde ausreichen, die es aber für den Pfaffenwinkel ebenfalls noch nicht gibt.

500 Gastgeber haben sich mittlerweile diesem System angeschlossen, im Landkreis Weilheim-Schongau ist die Zahl der Vermieter, die die Köningscard bisher anbieten, jedoch an zwei Händen abzählbar: Acht sind es bisher in Bernbeuren. Im Verbreitungsgebiet der Schongauer Nachrichten kommen noch sechs Gastgeber in Bad Bayersoien hinzu und 23 in Lechbruck.

Gerade in Lechbruck hat man bisher gute Erfahrungen gemacht: „Die Gäste sind begeistert, weil sie wirklich nichts dazuzahlen müssen“, berichtet Vermieter Erwin Maas. Es gebe Familien, die ihren Tag minutiös planen würden, um möglichst viele Angebote mitzunehmen. „Leute, die einmal da waren, fragen gezielt nach der Königscard“, ist seine Erfahrung.

Aber das war auch bei Familie Maas nicht von Anfang an so, es habe sich erst einspielen müssen. „Die ersten ein bis zwei Jahre waren bitter, wir haben unsere gesamten Stammkunden verloren“, erinnert sich Maas zurück. Auch wenn die Gäste natürlich das Gefühl bekommen sollen, dass alles umsonst ist, musste der Vermieter seine Preise wegen der Umlage für die Königscard etwas anpassen. Aber jetzt ist wieder alles im grünen Bereich: „Wir haben eine völlig neue Gästestruktur, und mittlerweile schauen auch alte Stammgäste wieder bei uns vorbei und sind begeistert.“

Also erst Gästerückgang, dann Mehrwert? Was genau finanziell auf den Gastgeber zukommt, darüber möchte das Unternehmen Königscard nichts in der Zeitung lesen. Auch nach mehrfacher Nachfrage heißt es, dass dies direkt mit dem Gastgeber geklärt werde, Höhe von Umsätzen und Umlagen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. 4,45 Euro sind es derzeit laut Tourismusverband Pfaffenwinkel, die der Gastgeber pro Urlauber und Nacht – auch für Kinder – abführen muss.

Jene Zahlen, die veröffentlicht werden, sprechen jedoch vom Erfolg: Seit Einführung 2010 stieg die Zahl der Königscard-Gastgeber von 96 auf 498. Waren es zunächst rund 170 000 Übernachtungen mit Gästekarte, stieg diese Zahl im Jahr 2015 auf knapp 770 000. Effektiv genutzt wurde die Königscard im vergangenen Jahr rund 483 000 mal.

Ein Gegenargument für manchen hiesigen Vermieter könnte die Verteilung der Angebote sein. Der überwiegende Teil der Leistungen liegt im Bereich Allgäu/Tirol (168 Angebote), während in den Ammergauer Alpen gerade einmal 37 Attraktionen genutzt werden können, im Blauen Land sogar nur 17. Theresa Jörg sieht dies nicht als Nachteil: „Den Gästen ist kein Weg zu weit.“ Oftmals sei es den Urlaubern nicht einmal mehr wichtig, wo sie in der Region unterbracht würden, Hauptsache bei einem Gastgeber mit Königscard.

Aber nicht nur der Gast gewinne: Wenn man nicht für die Berg- und Talfahrt bezahlen muss, nutzt man die Bahn auch mal bei schlechtem Wetter nur für eine Tasse Kaffee auf dem Berg. Wie Oliver Bernhart, Geschäftsführer der Königscard bei dem Pressetermin auf Nachfrage betont hatte, gebe es Anstrengungen, auch Leistungen im Pfaffenwinkel zu generieren. Konkretes könne man zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht veröffentlichen. „Es ist alles am Laufen."

Verbandsversammlung

Die Verbandsversammlung des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel beginnt am Donnerstag, 28. Juli, um 18.30 Uhr im Zugspitzsaal des Landratsamtes Weilheim.

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