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Wird der Fliegerhorst zur Rennstrecke? Im Internet fand diese Idee bisher 3226 Unterstützer.

Fliegerhorst Penzing

Rennwagen statt Transall?

Penzing - Mit der nahenden Schließung des Fliegerhorsts als Bundeswehrstandort stehen Penzing und der ganzen Region auf der Suche nach einer Nachnutzung weitreichende Weichenstellungen bevor.

Zu den bisherigen Bemühungen und Gedankenspielen der involvierten Entscheidungsträger gesellt sich nun der Vorschlag eines gewissen Johannes Mantaler. Er hatte auf einer Internet-Plattform eine Onlinepetition ins Rollen gebracht, in der er die Idee einer Rennstrecke auf dem bald verwaisten Areal erörterte und um Unterstützung warb. Genau 3226 User schlossen sich seinem Anliegen an.

Auf diese Kampagne angesprochen, wies Penzings Bürgermeister Johannes Erhard allgemein auf die Komplexität der Angelegenheit hin. Der Idee einer Rennstrecke stünden aber die vom Gemeinderat erstellten Leitlinien entgegen.

Die Internetseite „change.org“ beschreibt sich selbst als „weltweit größte Petitionsplattform“. Nutzer haben dort die Möglichkeit, sogenannte Kampagnen zu starten und sich die digitale Unterstützung der User durch eine „Unterschrift“ zu sichern, die mittels Eintragen des Nachnamen, der Mail-Adresse und der Postleitzahl notiert werden kann.

Im Penzinger Fall klappt das ganz gut

3226 Personen hatten online ihre Zustimmung zum Ausdruck gebracht. „Ich unterschreibe, weil ich durch und durch ein Landsberger bin. Sehr viele Bekannte von mir aus dem Landsberger Umkreis müssen, nur um ein Training oder Test zu absolvieren, weite Strecken fahren“, schreibt einer der Online-Unterstützer. Ein weiterer kommentiert seinerseits: „Eine Rennstrecke ist eine absolut ideale Verwendung für das Gelände. Wirtschaftlich würde die Region ungemein davon profitieren!“

Damit schließen sie sich den Ausführungen des Petitions-Erstellers Johannes Mantaler an. Er bringt als Nachnutzung nach dem Abzug der Bundeswehr vom heutigen Fliegerhorstgelände eine Rennstrecke ins Spiel. Das böte sich an, immerhin seien große Teile des Geländes bereits geteert und das Gelände vollständig umzäunt. „Auch Gebäude wie Hangar könnten genutzt werden.“ Und damit auch der Erhalt der zu einem großen Teil unter Denkmalschutz stehenden Gebäudesubstanz finanziert werden. Auf der dann einzigen Rennstrecke Bayerns ließen sich auch Kart- und Fahrradwettbewerbe, Oldtimertreffen oder Fahrsicherheitstrainings, beispielsweise durch den ADAC, abhalten.

Daneben könnten Unternehmen wie Alpina, BMW oder Audi hier Testfahrten durchführen, findet Mantaler. Internationale Motorsport-Events oder Rennserien in Penzing abzuhalten, käme seiner Einschätzung nach zwar nicht infrage, doch könnten weitere Veranstaltungen eine Heimat finden. „Durch regelmäßige Veranstaltungen auch abseits vom Motorsport könnte ein Lech-Ring sich zu einem Markenzeichen der Region entwickeln, als Beispiel seien Festivals wie das frühere Rock am Ring oder das Electric Love auf dem Salzburger Ring genannt“, schreibt Mantaler in seinen Ausführungen.

In Hinblick auf den Schallschutz für die lärmgeplagten Penzinger verweist er darauf, dass durch die ausgedehnten Freiflächen für „Schallschutzmaßnahmen genügend Platz vorhanden“ sei.

Nachhaltige Nutzung angestrebt

Einen Dämpfer erteilte jedoch Penzings Bürgermeister Johannes Erhard entsprechenden Gedankenspielen. Er gehe davon aus, dass der Fliegerhorst ab 2019 für eine Neuentwicklung zur Verfügung stehe. Insgesamt handle es sich bei der Konversion des Areals um einen „sehr komplexen Prozess, in dem im Vorfeld eine Vielzahl von rechtlichen Aspekten, Erschließungs- und Infrastrukturthemen sowie vor allem städtebauliche Fragen Berücksichtigung finden müssen“, legte das Gemeindeoberhaupt in seinem Schreiben an Mantaler dar.

„Ziel ist es, für die Gemeinde Penzing, die Stadt Landsberg, den Landkreis sowie für die gesamte Region eine nachhaltige und vorteilhafte Nutzung zu realisieren“, so Erhard. Deshalb sei es jetzt noch nicht möglich, eine abschließende Aussage zu einer möglichen Nutzung als Rennstrecke zu treffen.

Rasso Schorer

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