Katzen-Wunder: Plötzlich sind "Vroni" und "Salome" wieder da

Ludenhausen/Fuchstal - Wie vom Erdboden waren sie verschwunden: Katze „Vroni" im vergangenen Sommer, Mieze „Salome" sogar im Juni 2009. Wie durch ein Wunder sind beide Tiere jetzt wieder aufgetaucht.

„Vroooni!“, „Vroni, kimm doch!“ - das war im vergangenen Sommer oft zu hören im Riederweg in Ludenhausen, vor allem abends, wenn Luise Müller auf der Suche nach ihrer hübschen, langhaarigen Katze war. Alle Nachbarn waren schon abgeklappert und sämtliche Feldwege abgesucht - niemand glaubte mehr daran, dass Vroni noch in der Nähe ist. Nur Luise Müller. „Davon war ich irgendwie innerlich überzeugt“, sagt die 66-Jährige bestimmt. Immer wieder war die Katze, die schon rund zwölf Jahre bei Müller lebt, einige Tage am Stück weggeblieben und wiedergekommen. Doch vergangenen Sommer nicht mehr.

Genau so tief getroffen war Fuchstals Pfarrer Oliver Grimm. Als „absoluten Katzennarren“ beschreibt ihn seine Pfarrsekretärin Angelika Ried, neben Katze „Salome“ besitzt er auch noch Kater „Herodes“. Doch ebenso wie bei Luise Müller ließ Pfarrer Grimm seine Mieze eines Tages, an Fronleichnam 2009, zur Tür hinaus - und sah sie nie wieder. „Wir dachten, sie ist irgendwo versehentlich eingesperrt worden. Mit Hilfe von Kindern haben wir überall gesucht, aber erfolglos“, erzählt Ried.

Müller hat immer Ausschau nach ihrer Katze gehalten. Kurz vor Weihnachten schließlich sah sie nahe Reichling aus etwa 100 Metern Entfernung ein Tier bei einem Stadel. Luise Müller drehte um, „es war wie ein innerer Zwang“. Als sie zu dem Schuppen kam, huschte die Katze davon. Doch der buschige Schwanz und die Farbe passten. „Ich dachte: Kann das sein?“, erinnert sich Müller. Da lugte die Mieze schon unter dem Stadel hervor, hat sie gotterbärmlich angemaunzt - es war tatsächlich ihre „Vroni“. Freudestrahlend fuhr die 66-Jährige heim, für sie war es das größte Weihnachtsgeschenk. Und „Vroni“, die trotz halbjähriger Absenz nur ein Pfund Gewicht verloren hat und optisch ansprechend aussah, hat von großen Abenteuern offenbar erst einmal die Nase voll: „Die liegt jetzt den ganzen Tag auf der Couch“, sagte Müller lachend.

Nur wenige Kilometer weiter gab es in Fuchstal vor rund einer Woche ein nicht minder großes Wunder. Nur, dass Pfarrer Grimm seine „Salome“ nicht selbst gefunden hat; sie wurde im Landsberger Tierheim abgegeben. Dort lag sie bereits auf dem OP-Tisch, um routinemäßig sterilisiert zu werden, als eine Narbe von einer bereits durchgeführten OP sowie eine Erkennungsnummer im Ohr entdeckt wurden. „Als der Anruf kam, hat der Pfarrer alles stehen und liegen gelassen und ist hingefahren“, sagt Pfarrsekretärin Ried schmunzelnd. In Penzing war die Katze aufgegriffen worden. Wie sie dahin kam, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

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