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Das Siegerteam vom Trachtenverein Epfach: Sebastian Martini (im Wagen und seine „Zugpferde“ Martin Spindler und Magnus Eglhofer.

Römisches Wagenrennen in Epfach

Die Sieger trugen Lederhose

Epfach - Schnell sein alleine reichte nicht. Da waren an diesem Sonntag noch andere Qualitäten gefragt: Um in Epfach beim römischen Wagenrennen zu punkten, brauchte man auch ein wenig Geschick – und einen starken Finger.

Zum 25. Geburtstag des Museums und zum Tag des offenen Denkmals hatten sich die Organisatoren eine besondere Herausforderung ausgedacht: die Amphore mit dem Loch.

Denn während zwei Mann den römischen Streitwagen unter ordentlich Schweiß und Bluthochdruck zogen, musste der Lenker das Gefäß auf der Mitte der Strecke – und zwar beim Leichenhaus – an einer Wassertonne auffüllen. Und während es unter großem Gepolter zurückging, war die Aufgabe des Manns im Wagen die eine: den Finger auf das Loch halten und möglichst viel Wasser zum Start und Ziel am Museum zurückzubringen.

Dass das kein leichtes Unterfangen ist, zeigte das erste Team vom Veteranenverein. Totale Erschöpfung streckte nach dem Zieldurchlauf eines der „Pferdle“, wie Organisator Markus Martin den „Zieher“ nannte, zu Boden.

Auch die Männer vom Sportverein mussten erkennen, dass die Steigung am Friedhof für ein römisches Wagenteam so gar kein Zuckerschlecken ist. Und das Team der Jungbläser zeigte zwar zu viert eine sportliche Leistung, konnte sich jugendbedingt jedoch nicht durchsetzen. „In 25 Jahren zum nächsten Geburtstag sehen wir uns wieder, da seid ihr wieder dabei“, prophezeite Markus Martin vom historischen Ausschuss des Trachtenvereins.

Möglicherweise war die bayerische Lederhose unter der Tunica die Geheimwaffe, mit der das Team vom Epfacher Trachtenverein dann siegte: In 133 Sekunden schafften sie die etwa 300 Meter gesamt. Martin Spindler und Magnus Eglhofer zeigten Muskelschmalz beim Ziehen, Sebastian Martini schöpfte Wasser und sorgte dafür, dass der halbe Liter in der Amphore sein Ziel wohlbehalten erreichte.

Als Belohnung gab es einen römisch-italienischen Fresskorb. Teamchef Martinis Meinung lässig aus dem Streitwagen: „Also ich persönlich fand es gar nicht so anstrengend.“

Klaus Mergel

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