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Die Aufgaben der Asylhelfer erklärten dem Gemeinderat Gabriele Sanktjohanser-Pfeffer (stehend) und Sabine Haser (sitzend).

Verkündung im Marktgemeinderat

Asyl: Erstmal keine Massenunterkunft in Peiting

Peiting - In einem Nebensatz ließ Bürgermeister Michael Asam in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Bombe platzen: Die Massenunterkunft für Asylbewerber ist vom Tisch – erstmal. Trotzdem gibt es für den Helferkreis Asyl viel zu tun.

Vor der Sitzung des Peitinger Gremiums am Dienstagabend im Sparkassensaal hatte Bürgermeister Michael Asam noch ein wichtiges Telefonat mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß. „Die Massenunterkunft für Asylbewerber in der Peitinger Seestraße ruht momentan“, konnte er dem Gemeinderat mitteilen. Wie berichtet, sollten in dem ehemaligen Gewerbebetrieb über 100 Flüchtlinge unterkommen.

Doch ganz abschreiben kann man die Herberge noch nicht. „Sollten wir im kommenden Jahr mehr Plätze benötigen, müssen wir nochmal reden.“ Wünschenswert sei es jedoch nach wie vor, an kleineren Unterbringungen festzuhalten. Denn dort ist auch die Betreuung durch die Ehrenamtlichen vom Peitinger Helferkreis Asyl einfacher, persönlicher. Und genau den stellten Gabriele Sanktjohanser-Pfeffer und Sabine Haser in dieser Sitzung noch einmal vor.

117 Flüchtlinge ohne Anerkennung, darunter fünf Familien, leben momentan in der Marktgemeinde. Hauptsächlich kommen sie aus Syrien, Pakistan und Afghanistan. Außerdem noch 41 Personen mit Anerkennung, darunter sechs Familien. 33 Kinder von einem bis 17 Jahren besuchen Kindergärten und Schulen. „Die Eingliederung funktioniert sehr gut“, so Sanktjohanser-Pfeffer. Dies liege auch daran, dass jeder Familie ein Betreuer zugeteilt ist, genau wie bei den bestehenden Wohngruppen. „Hier schaffen wir eine schnelle Integration.“ Ab Mai müsse man sich zusätzlich um zwei neue Erdenbürger kümmern. Denn zwei Frauen stehen kurz vor der Entbindung. „Sie bekommen von uns die größtmögliche Hilfe, werden zum Frauenarzt begleitet. Eben so, dass sie sich behütet fühlen.“

Zum Wohlfühlen gehört auch Beschäftigung. Darum werde an mehreren 1-Euro-Jobs für die Flüchtlinge gearbeitet. Begrenzt auf ein Vierteljahr, um in den Arbeitsalltag hineinzuschnuppern.

„Ohne Euch hätten wir Riesen-Probleme. Deshalb ein großer Dank an Eure Hilfe.“ Herbert Salzmann (SPD)

Auch Visionen hat der Helferkreis. „Wir haben Wohnungsprobleme und brauchen Ideen, wo man bauen kann“, so Haser. Zudem könnten Arbeitsprojekte angestrebt werden, zum Beispiel für einen Spielplatz. Eine weitere Hürde sei die Vielzahl an Formularen, die mit den Asylbewerbern ausgefüllt werden müsse.

Bürgermeister Asam freute sich über den Vortrag und das Engagement: „Wir sind froh, dass bei uns in Peiting alles so ruhig abläuft und dass die Ehrenamtlichen sich so bemühen und zum Teil sogar als Streitschlichter in den Einrichtungen auftreten.“ Momentan könne man zwar keine Unterkünfte anbieten, „aber wir sind im Gemeinderat dran am sozialen Wohnungsbau“.

Wie die Integration über die Verein läuft, wollte Sportreferent Michael Deibler (CSU) wissen. „Wir gehen auf die Vereine zu“, erklärte Sanktjohanser-Pfeffer. Aber auch, wenn es im Fußball schon gut klappe, wäre es eigentlich besser, nicht eine Syrer-Mannschaft, sondern gemischte Mannschaften zu bilden. „Wir brauchen Leute, die die Asylbewerber von zuhause abholen und sie ein paarmal zum Training begleiten“, konnte Alfred Jocher aus eigener Erfahrung sagen. Denn erst dann blieben die Flüchtlinge dabei, da auf beiden Seiten erst einmal Berührungsängste abgebaut werden müssten.

Herbert Salzmann (SPD) wollte dann noch wissen: „Wer hilft Euch, wenn Ihr mal einen Durchhänger habt?“ Seit eineinhalb Jahren stecken die Helfer nun schon ihre Freizeit in das Ehrenamt, „da fragt man sich schon manchmal: Wo bleibe ich eigentlich?“, gab Sanktjohanser-Pfeffer zu. Dennoch bekomme man von den Flüchtlingen viel zurück. „Daran bauen wir uns auf.“ Und damit die Helfer auch möglichst richtig reagieren, würden Supervisionen und Traumaschulungen angeboten.

Eine wichtige Aufgabe, die der Helferkreis in der Marktgemeinde übernimmt. Und es soll noch besser werden: „Wir suchen immer Leute, die mit Tatkraft dabei sind“, betonte Sanktjohanser-Pfeffer.

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