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BDM-Aktionstag Nummero zwei: Diesmal versammelten sich die Milchbauern vor Rewe und Netto in Peiting. 

BDM-Aktionstag in Peiting

Milchbauern nehmen Handel in die Pflicht

Peiting -  Im Rahmen des zweiten BDM-Aktionstages nahmen die hiesigen Milchbauern den Handel in die Pflicht. 40 Bauern setzten mit Traktoren und Flyer ein Zeichen für mehr Wertschätzung. Die Schongauer Polizei regelte den Verkehr.

Michael Staltmayer, 25, ist einer der jüngsten Bauern der Region. 40 Milchkühe hält er momentan auf seinem Hof in Birkland, noch per Anbindestall. „Aber eine Investition in einen Neuen ist finanziell betrachtet unmöglich“, sagt er. Sein Problem: Mit der Milchviehaltung allein käme er nicht über die Runden. Vier Ferienwohnungen und regelmäßige Arbeiten für den Maschinenring halten seinen Betrieb über Wasser. „Das kann es auf Dauer aber nicht sein. Wir brauchen mindestens 40 Cent pro Liter“, sagte Staltmayer am Montagvormittag vor den Peitinger Supermärkten Rewe und Netto, wo der BDM seinen zweiten Aktionstag veranstaltete.

Wie schon vor einer Woche bei Hochland sind zahlreiche Landwirte der Region mit plakat- und fahnengeschmückten Bulldogs aufgefahren. Abstellen wollten sie ihre PS-starken Geschütze auf den zur Hälfte leer stehenden Supermarktparkplätzen – durften sie aber nicht. Eine vorherige Anfrage des BDM lehnten die Marktleiter ab. Geschäftsschädigend. So reihten die Landwirte ihre Traktoren auf der stark befahrenen Schongauer Straße auf. Polizisten wiesen den Verkehr einseitig durch, während Michael Schelle, Ortsvertreter des BDM, vor versammelter Mannschaft den Sinn der Aktion nochmals erklärte.

Einseitig gesperrt: Die Landwirte mussten ihre Traktoren auf der Schongauer Straße parken. 

Der Milchmarkt konnte sich die vergangenen Wochen und Monate, auch aufgrund der geförderten Mengenreduzierung, etwas erholen. Dadurch sind höhere Preise zu erzielen. Und das fordern die Landwirte jetzt. Möglich sind die gewünschten 40 Cent pro Liter allerdings nur dann, wenn die Milchprodukte, die im Supermarktregal landen, teurer werden und der für Handel und Molkerein dadurch erzielte Mehrerlös direkt auf dem Konto der Bauern landet – vorausgesetzt, die Kunden sind bereit, mehr Geld für Milchprodukte in die Hand zu nehmen.

Um die Endverbraucher stärker zu sensibilisieren, verteilten Schelle und Co. nach der offiziellen Rede Flyer an die Supermarktkunden. Darauf geschrieben stehen die Probleme, Sorgen und Ziele der Landwirte. Unter anderem, dass sie für gesunde und regionale Milchprodukte stehen, es dafür allerdings eine vielfältige und faire Agrarpolitik brauche. Ein anderes Argument ist die Erhaltung von Arbeitsplätze und Leben im ländlichen Raum.

Letztlich sind es die Molkereien, die über einen höheren Milchpreis verhandeln müssen. Hochland erhöhte den Milchpreis für Oktober von 27 auf 28,5 Cent und geht für November nochmals um 1,5 Cent nach oben. Ab Dezember erhalten die Hochland-Lieferanten also 30 Cent pro Liter. Laut BDM-Vertreter Schelle, selbst Landwirt mit 40 Kühen, „ist das immer noch viel zu wenig“.

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