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Hans Gast beim Einwintern seines treuen Begleiters. 

Dauerradler Johann Gast

8800 Kilometer zum 88. Geburtstag

Peiting - Wie heißt es so schön in einem bekannten Sprichwort: „Wer rastet, der rostet.“ Wenn es nach diesen Worten geht, dann setzt Johann Gast aus Peiting bestimmt noch lange keinen Rost an. Denn auf dem Tagesplan für den sportlichen Senior steht Bewegung an aller erster Stelle. Und zwar auf seinem heiß geliebten Drahtesel.

Es gibt Dinge im Leben, die einen Menschen aufbauen, ihn beflügeln und ihn zu Höhenflügen animieren. Auf so einem Höhenflug befindet sich Johann Gast aus Peiting seit vielen Jahren schon. Sportlich gesehen, denn er hat sich dem Radeln verschrieben. Mit Haut und Haaren. Sitzt er auf dem Drahtesel, wird in die Pedale getreten, kräftig und gleichmäßig. Dann vergisst er alles um sich herum, ist in seiner eigenen Welt. In einer Welt, deren natürliches Umfeld er buchstäblich in sich aufsaugt.

Johann Gast ist Genießer, der mit all seinen Sinnen die Umgebung erfühlt. Ein Naturmensch, der von morgendlichen Nebelschwaden genauso begeistert ist wie von einem glühend roten Sonnenuntergang. Und sich Anfang des Jahres ein stattliches Ziel setzt: Bis zum 8. November, seinem 88 Geburtstag, 8800 Kilometer weit radeln. Wow.

Alle Details feinsäuberlich im Log-Buch notiert

Bis ins Detail dokumentiert er seine Touren, trägt die Erlebnisse fein säuberlich in sein Log-Buch, handgeschrieben. Und jetzt? Die Radlsaison ist rum. Doch nach der Saison ist bei Gast vor der Saison. Wartungsarbeiten für sein Mountainbike stehen auf dem Plan. Wieder was zum Austoben. Diesmal nicht im, sondern neben dem Sattel.

In seiner kleinen Werkstatt, bestens eingerichtet, trifft man ihn an, kann ihn ausquetschen. Gast macht nicht viel „Gschiss“ um seine außergewöhnlichen sportlichen Leistungen. Er ist ein stiller Vertreter seiner Zunft. Als er zu erzählen beginnt, legt er nicht mal den Gabelschlüssel aus der Hand.

Kaum war im Frühjahr der Schnee geschmolzen, sattelte Johann auf. Die erste Fahrt ging Richtung Dienhausen, wo er bei der Kreszentia Kapelle Minuten der Ruhe suchte. Stille Fürbitten für eine unfallfreie Radlsaison. Seit seinem unfreiwilligen Sturz über den Lenker weiß Gast, wie schmerzhaft ein gebrochener Brustwirbel sein kann. Wenn man darüber hinaus auch noch über längere Zeit nur Breinahrung zu sich nehmen kann, weil der Kiefer in Mitleidenschaft gezogen ist, weiß man es zu schätzen, wenn die Fürbitten erhört werden.

Touren von Dienhausen bis ins Tannheimer Tal

Das Jahr brachte dem Peitinger wunderschöne Touren. Staffelsee, Lechtal, Tannheimer Tal oder Werdenfelser Land. Und dazwischen immer wieder die Kreszentia Kapelle, seine Brotzeitstation. Sein Ziel, die 8800 Kilometer, erreichte er bereits am 30. September. Angezeigt auf seinem, nicht Tacho, sondern Bordcomputer, der wirklich alles anzeigt. Unter anderem auch 40 468 Höhenmeter und 536 Stunden im Sattel. Da schmerzt manch einem schon beim Zuhören das Hinterteil. Nicht dem Johann. Seit seinen Aufzeichnungen im Jahre 1989 hat er übrigens 136 000 Kilometer zurückgelegt.

Die mit schönste Begegnung hat er aber heuer erlebt. Beim Pausieren hinter Garmisch-Partenkirchen, als ihn ein Fremder ansprach und sagte: „Du kennst zwar mich nicht, aber ich dich. Ich habe über dich in der Zeitung gelesen.

Hans-Helmut Herold

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