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Im Takt bleiben lernen die Bewohner, die in der Rhythmusgruppe des Altenheims üben.

Alten- und Pflegeheim Schöneckerhaus

Bewegtes Leben auch im Alter

Herzogsägmühle - Es ist nahezu greifbar: Die Bewohner des Alten- und Pflegeheims Schöneckerhaus in Herzogsägmühle strahlen Zufriedenheit aus. Grund: Sie leben in einem Haus, in dem Liebe und Respekt regieren.

Die oberste Maxime der Betreuung von gegenwärtig 118 alten Menschen ist auf einer Tafel im Eingangsbereich des Latterbach-Portals nachzulesen. Die Bewohner sollen das Alter in Würde und selbstbestimmt leben. Unaufdringlich wird als Grundlage der Betreuung in diesem 1971 eröffneten Heim für Gerontopsychiatrie und Pflege das christliche Menschenbild beschrieben. Danach steht im Mittelpunkt der Mensch in Achtung seiner Würde und Akzeptanz seiner Selbstbestimmung auch dann, wenn die Fähigkeit zu Selbst- und Lebensgestaltung fehlt.

Hier leben Menschen mit problematischen Biographien

Vor dem Hintergrund der Dauerdiskussion um die Pflege und angesichts bundesweit vieler Skandale in solchen Heimen gewinnt es an besonderem Gewicht, dass solche Grundsätze für jeden Bewohner und Besucher sowie Mitarbeiter zur permanenten Erinnerung gewissermaßen festgeschrieben sind. Sie gewinnen nach den Worten der Leiterin des Hauses, Petra Schweder, einer Neuropsychologin, umso mehr Gewicht, als im Schöneckerhaus überwiegend Menschen mit problematischen Biographien leben. Sie kommen teils aus der Obdachlosenhilfe, aus schwierigen Familien oder haben gar keine Familie, leiden an Suchtproblematiken, sind Aussteiger oder haben besondere Erlebnisse erfahren. Vor diesem Hintergrund gelten eine Betreuungs- und Lebensphilosophie, die das individuelle Leid verarbeiten helfen und in den jeweiligen Aufnahmegesprächen verfeinert werden. Die Bewohner unterliegen keinem Erziehungsauftrag oder einer therapeutischen Konditionierung. Sondern wohnen und leben ganz zwangslos hier. Petra Schweder: „Das führt unter anderem dazu, dass einer auch noch um elf Uhr im Bett liegen oder im Bademantel zum Frühstück kommen darf, wenn ihm danach ist.“ Und wer will, darf in diesem Haus auch sein Bier oder sein Glas Wein trinken. Natürlich müssen Restriktionen zur Sicherung des Grundauftrages sein, muss das Personal auf die Aufrechterhaltung der Arbeitsabläufe bedacht sein.

Im Schöneckerhaus herrscht im Übrigen ein lockerer Umgangston. Bewohner und Pflegepersonal duzen einander, eher am schwedischen gesellschaftlichen Modell orientiert und alles andere als kumpelhaft respektlos.

Dem Betrieb sind aber auch der menschlichen Natur geschuldete Grenzen gesetzt. Petra Schweder bekennt offen: „Es gibt Situationen, in denen wir über das Verwahren von Bewohnern nicht mehr hinauskommen.“ Dann sind körperliche oder geistige Einschränkungen eben zu groß, was nicht zu Abstrichen in Zuwendung, Achtung und Liebe führt. Die Herausforderungen für die insgesamt 90 Mitarbeiter, darunter 27 in der Pflege und 28 in der Gerontopsychiatrie, sind groß.

Martina Meier (40) ist stolz, dass sie in den Heimbeirat gewählt worden ist

Ansonsten nehmen die Bewohner an den ganztägigen therapeutischen Angeboten des Hauses ohne Verpflichtung teil. Die Leitung des Bereiches hat die Heilerziehungspflegefachkraft Gabi Wagner. In der Holzgruppe entstehen unter den Händen der zu betreuenden Menschen teils wunderschön gestaltete Arbeiten. Mal- und Zeichenbegabung können in einer Gruppe ausgelebt werden. In der Rhythmusgruppe wird entsprechendes Empfinden an Trommeln und anderen Instrumenten gefördert. In der Hockergruppe üben die Teilnehmer sitzend Bewegungsübungen vornehmlich mit den Beinen. Im Alter beweglich werden und bleiben ermöglichen die Geräte im Sportraum.

Ganz anderen Bedürfnissen kommt die Cafeteria entgegen. Hier treffen sich die Menschen im Schönecker-haus zu lockerem Beisammensein. Der gelernte Schreiner Michael „Mike“ Krüger (63) und die jüngste Bewohnerin des Schöneckerhauses, die ehemalige Kinderpflegerin Martina Meier (40). Krüger ist nach einem bewegten Leben in dem Haus vor Anker gegangen, lebt einen zufriedenen Ruhestand und hat, berufsbedingt, eine besondere Begabung im Umgang mit Holz. Er bastelt bemerkenswerte Gegenstände, von ihm stammt beispielsweise ein maßstabgetreuer Schäferwagen. Martina Meier ist voll des Lobes über ihr Leben in dem Haus. Aus ihren Worten sprechen Glück und auch Dankbarkeit. Besonders darauf ist sie stolz: „Ich bin in den Heimbeirat gewählt worden.“ Damit sind ihr erfüllende Aufgaben zugewachsen.

Ansonsten kommen auf das Schöneckerhaus einschneidende Veränderungen zu:

Die Zimmer müssen nach den Bestimmungen des Pflegewohnqualitätsgesetzes um zwei von zwölf auf 14 Quadratmeter vergrößert werden, was die Kapazität des Hauses nach den einschlägigen und belastenden Umbauarbeiten um ein Drittel verringern wird. Für zehn Jahre gilt allerdings noch ein Bestandschutz.

Rüdiger Matt

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