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Nicht einkaufen können die Bewohner von Herzogsägmühle auch an diesem Samstag.

Letzte Samstagsschließung des Mühlenmarktes

Auch Krankheitswellen machten Probleme

Herzogsägmühle - Diese Woche schließt der Mühlenmarkt zum letzten von drei Samstagen in Folge. Mit „Personalmangel aus Urlaubsgründen“ hatte es zu dieser umstrittenen, erstmals in der Geschichte des Mühlenmarktes verhängten Maßnahme beim zuständigen Fachbereich Arbeit und Integration, Fach- und Ausbildungsbetriebe zur Begründung geheißen.

Marktleiter René Richter legte im Gespräch mit unserer Zeitung schlüssig dar, dass hinter dieser dürren Formulierung ein erhebliches Mehr an Problemen steckt. So habe es in den letzten Jahren immer wieder Schwierigkeiten mit Krankheitswellen gegeben. Auch derzeit gebe es wieder zwei aus Krankheitsgründen vakante Stellen. Es habe darüber hinaus gegolten, einen erheblichen Überstundenanfall abzubauen. Richter wies auf den berechtigten Anspruch des Personals hin, Urlaub wie andere Arbeitnehmer auch nehmen zu können. Mehrere Beschäftigte hätten Familie, weshalb sich Urlaubswünsche auf die Ferienzeit konzentrierten. Eine Urlaubssperre, wie in vielen Bereichen der freien Wirtschaft durchaus üblich, verbietet sich nach seiner Meinung in einem Sozialdorf wie Herzogsägmühle von selbst.

Im August wenig Geschäft

Den August bezeichnete der Marktleiter als den mit Abstand umsatzschwächsten Monat des Jahres. Die Schulen machten Ferien, die Werkstätten hätten geschlossen. Außerdem sei an Samstagen auch der zu einem anderen Fachbereich gehörende, unter dem Dach des Mühlenmarkt-Komplexes untergebrachte Werkstatt-Laden zu. Die Umsätze im gesamten Bereich des Mühlenmarktes hielten sich samstags ohnedies in einem bescheidenen Rahmen, seien am Obst- und Gemüsestand kaum der Rede wert: „Wirtschaftlich gesehen, ist die Öffnung Humbug, wenn man rein nach den Zahlen geht.“

Wie Richter sagte habe es früher sogar einmal Überlegungen gegeben, den Mühlenmarkt am Samstag generell geschlossen zu halten, Gedanken, von denen man aber offenbar schnell wieder Abstand genommen hat. Entgegengesetzte Überlegungen, die samstags grundsätzlich geschlossene Metzgerei geöffnet zu halten, wurden ebenso verworfen. Richter sagte unmissverständlich, „auch wenn sich der Umsatz samstags in Grenzen hält, bleibt an diesem Tag geöffnet, denn wir sind für die Leute da“, die im Übrigen seiner Kenntnis nach zumeist Verständnis für die Schließung gezeigt haben.

So bleibt es wohl dabei: 

Montags ist der Mühlenmarkt nur vormittags geöffnet, die Metzgerei Dienstag nur bis Mittag, an allen anderen Wochentagen außer Samstag ganztägig geöffnet, was auch mit den Produktionszeiten der Herzogsägmühle-eigenen Schlachtung zusammenhängt.

Immer wieder geraten auch die angeblich überteuerten Preise im Mühlenmarkt in die Kritik. So wurde prompt in der vor einigen Wochen abgehaltenen Informationsveranstaltung zur Gründung eines Dorfrates die Forderung laut, dieses Gremium möge sich als Erstes mit den Preisen im Mühlenmarkt beschäftigen. „Wir sind kein Discounter!“ stellt René Richter dazu klar. Daher sei das Preisniveau auch nicht vergleichbar. Man könne naturgemäß als selbstständiger, von Edeka belieferter Händler mit Aldi, Rewe oder Netto nicht mithalten. Richter verweist aber auf die sich in Vergleichen mit den Discountern als konkurrenzfähig darstellende Edeka-Produktlinie „Gut und günstig“. Die Preise am Gemüsestand lägen naturgemäß höher, weil es sich um Bio-Ware handle. Ebenfalls im Bio-Bereich angesiedelt sind die Produkte der früher bei der Drogerie-Kette angesiedelten Linie Al Natura, bei der man darauf achte, preislich mit Bio-Läden der Umgebung mithalten zu können beziehungsweise günstiger zu liegen.

Rüdiger Matt

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