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Heute feiern Helmut Schmid und Werner Ott 50 Jahre gemeinsame Musikgeschichte.

In der Bräuwastlhalle Peißenberg

50 Jahre Black Diamonds

Peiting/Peißenberg - Als Musiker erlebt man viel. Im wahrsten Sinne ein Lied davon singen können Helmut Schmid und Werner Ott, die Gesichter der Black Diamonds. Am 15. Oktober feiert ihre Kultband 50-Jähriges.

Hochzeit: Der Bräutigam ist Boss einer Rockerbande. Die Braut Tochter eines Trachtenvereins-Vorstandes – kein Witz. „Da stellst du dir während dem Aufbauen natürlich ernsthaft die Frage: Was spielen wir überhaupt?“, sagt Werner Ott. Am Ende, erzählt er, wurde es eine gesunde Mischung aus Country und Boarisch. „Und es hat wunderbar geklappt“, ergänzt Helmut Schmid, der diesen Geruch der miefenden Lederjacken und diesen einen Typ, der mit seiner blanken Pratze in die offene Schüssel mit Kartoffelsalat griff, wohl nie vergessen wird.

Die Rocker-Trachtler-Heirat ist nur eine prägende Geschichte, die Helmut Schmid und Werner Ott als Unterhaltungs-Musiker gemeinsam erlebt haben. Heute sind sie 69 (Schmid) und 68 Jahre alt. Und des Musizierens noch längst nicht müde. Der nächste große Auftritt: 50 Jahre Black Diamonds. Ein Konzert in eigener Sache also, am Samstag, 15. Oktober, in der Bräuwastlhalle Peißenberg.

Mit ihrer eigenen Art begeistern die Männer

Wahnsinn. So lange schon begeistern die beiden auf der Bühne. Ott als Könner am Keyboard. Und Schmid mit Gitarre und seiner außergewöhnlichen Stimme, mit der er schon etliche Profi-Musiker beeindrucken konnte.

Angefangen hat das Musiker-Märchen 1966, als Max Geiger, Michael Kotz, Sepp Vogel und Helmut Schmid die Tanzband Black Diamonds gründeten. Kotz wurde kurz darauf durch Ott ersetzt, Bassist und Schlagzeuger wechselten ebenfalls. Insgesamt tourten sie aber 23 Jahre lang zu viert von Fest zu Fest, ehe Ott und Schmid als unzertrennliches Duo – das sind sie noch immer – das halbe Jahrhundert vollmachten.

Oldies, Evergreens, Schlager, Country, Rock, aber auch Klassik, Bayrisch und Balladen – die Black Diamonds beherrschen einfach alles. „Zumindest fast“, sagt Schmid. „Für Heavy Metal und Hip-Hop passt meine Stimme nicht.“ Was soll’s. Bei einem Repertoire von mehr als 500 Songs aus (fast) allen Musikrichtungen sind selbst Hopper und Hardrocker zu begeistern.

Früher waren die Black Diamonds oft jedes Wochenende ausgebucht.

Auch dann, wenn ein Auftritt mal so richtig in die Hose geht. Wie damals auf Kreuzfahrt. „Der Saal war prall gefüllt“, erinnert sich Schmid noch genau, als ein derart wirres Durcheinander zwischen Text und Melodie ihn selbst zum Schmunzeln brachte – und plötzlich den ganzen Saal ansteckte. „Damit haben wir 500 Leute zehn Minuten lang zum Lachen gebracht“, bestätigt Ott.

Oft falsch gespielt haben die Black Diamonds nicht. Aber wenn, konnte ihnen niemand böse sein. Der Grund: „Wir versuchen immer, eine direkte Bindung zu unseren Gästen aufzubauen, das war uns immer schon ganz wichtig“, sagt Ott. Ein kurzes Gespräch hier, ein kurzes Gespräch da. Witze, Geschichten, wenn’s sein muss auch mal ein kurzer Sketch. Ott und Schmid sind Unterhaltungskünstler. Und dafür lieben sie die Leute.

Rund 35 bis 40 Auftritte im Jahr

„Wir könnten noch immer jedes Wochenende spielen“, verrät Schmid. Aber: „Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten.“ Auftritte gibt’s „nur noch“ 35 bis 40 im Jahr. Immer samstags. Ob damit die Ehefrauen der beiden gut leben können? „Unsere Frauen haben schon aushalten müssen, aber das hat sich über die Jahrzehnte gelegt“, erzählt Ott mit einem verschmitzten Grinsen. Zu Hoch-Zeiten waren die Black Diamonds jedes Wochenende ausgebucht. Arbeiten unter der Woche, Musikmachen am Freitag, Samstag und Sonntag. „Das war mit der Familie nicht immer leicht“, gestehen sich die beiden ein.

Aber es macht ihnen halt so unglaublich viel Spaß. „Und so lange der da ist, gibt es auch keinen Grund, aufzuhören“, sagt Schmid. Das klingt ja fast nach Black Diamonds auf Lebzeit? „Also Musikmachen an sich würde wirklich sehr lange gehen, das Problem ist eher das Auf- und Abbauen“, sagt Schmid. Boxen, Mischpult, Keyboard, Gitarre, Kabelsalat und das dicke Notenbuch (eine Spezialanfertigung) – alles nicht so leicht.

Aber leicht genug, um Mitte Oktober die 50 Jahre Musikgeschichte ausgelassen zu feiern. „Das können wir versichern, weil ausgemachte Termine haben wir sowieso noch nie abgesagt“, betont Schmid. Den in eigener Sache schon zwei Mal nicht.

50 Jahre Black Diamonds

am Samstag, 15. Oktober, ab 20 Uhr in der Bräuwastlhalle in Peißenberg (Hauptstr. 62). Reservierungen (08860/796).

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