+
Parteiübergreifende Vorfreude herrschte beim Torteanschneiden. Das Messer führten Claudia Steindorf (SPD) und Norbert Merk (CSU, r.). Das gefiel Bürgermeister Michael Asam (SPD).

70 Jahre Peitinger CSU

Roter Presssack und SPD-Torte zur CSU-Feier

Peiting - Bayern stand im Mittelpunkt des Festabends der Peitinger Christlich Sozialen Union. 70 Jahre CSU und 60 Jahre JU wurden gefeiert. Mit einem prominenten Gast: Heimatminister Markus Söder sprach viel über das schönste Bundesland – und über kontrollierte Zuwanderung.

Heiß und stickig war es in der Stube des Gasthofs Keppeler in Peiting. Die Stimmung aber gut. Da wurden Witzchen gerissen, Leberkas verspeist, sich zugeprostet. Und zum Nachtisch gab es eine fette Torte vom SPD-Ortsverband. 70 Jahre CSU Peiting und 60 Jahre JU – das ist schon eine Hausnummer. Wie sagte es Heimatminister Markus Söder in seiner Festrede so schön: „Das bedeutet nicht nur Rückschau, sondern vor allem Zukunft!“

Wie sehr die Partei im Ort verwurzelt sei, hob Ortsvorsitzender Norbert Merk hervor. „Besonders wichtig ist mir aber die gute Zusammenarbeit der Fraktionen.“ So habe man im Bürgerentscheid zur Baumfällung an der Bahnhofstraße zusammengehalten, und der gemeinsame Neujahrsempfang spreche für sich. Auch der Landtagsabgeordnete Harald Kühn und SPD-Bürgermeister Michael Asam lobten die Kooperation von SPD und CSU und den Zusammenhalt im Gemeinderat. Lange habe Asam sich überlegt, was ein geeignetes Geschenk zum Jubiläum sein könnte: „Die CSU ist ja keine arme Partei, deshalb kommt Geld nicht infrage.“ Letztlich entschieden hat er sich, allen eine deftige Brotzeit zu spendieren – „und zwar mit rotem Presssack“.

Markus Söder wird musikalisch schon wie ein Ministerpräsident begrüßt

Die Partei sei in den vergangenen Jahrzehnten sicher nicht immer fehlerfrei gewesen, gestand Peter Ostenrieder ein, der für den Kreisvorsitzenden Alexander Dobrindt sprach. „Wir haben jedoch immer nach tragfähigen Lösungen gerungen.“

Dass die Marktgemeinde ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter Söders sein könnte, konnte sich der Ortsvrositzende auch nicht verkneifen. Schließlich hätten sich schon Franz Josef Strauß und Horst Seehofer die Ehre gegeben – und sind zum Ministerpräsidenten aufgestiegen. Darauf konnte der Heimatminister dann dem Publikum gleich einen ersten Lacher entlocken. So habe die Birkländer Kapelle einen Formfehler begangen. Denn der gespielte Defiliermarsch gebühre ausschließlich einem Ministerpräsidenten, der er ja (noch) nicht sei. In seiner Festrede betonte Söder dann, wie wichtig der ländliche Raum ist: „Die Zukunft Bayerns wird nicht auf dem Münchener Marienplatz definiert, sondern in den Gemeinden“, rief er aus. Deutschland sei heute der Stabilitätsanker Nummer 1 in Europa, aber Deutschland sei nur so stark, weil es Bayern gibt.

Mit so viel Lokalpatriotismus stieg der geborene Nürnberger dann ins Parteiprogramm ein. So müsse die Zuwanderung der Flüchtlinge kontrolliert werden, der Schutz des Bürgers sei die Kernaufgabe des Staates. Auch einen Wandel der Kultur gelte es zu vermeiden: „Jeder, der hier lebt, muss sich an unsere Werte, Sitten und Gebräuche anpassen.“ Dazu gehöre auch die Sprache. „Es ist nicht die Integration, die wir wollen, wenn wir in Deutschland eine Fremdsprache lernen müssen.“

Auch zum Thema Gewalt hatte der Heimatminister seine eigene Meinung: „Wer Gewalt begeht, obwohl er hier Frieden bekommt, hat in unserem Land keinen Platz.“ Zudem wies er auf eine beträchtliche Zahl von Asylbewerbern hin, die in Syrien die Ferien verbringen. „Wer in seinem Heimatland, aus dem er geflohen ist, Urlaub machen kann, der kann ganz dortbleiben.“

70 bis 80 Prozent der Deutschen würden diese Meinung vertreten, ist sich Söder sicher. „Die Bürger sind verunsichert. Aber Deutschland soll Deutschland bleiben. Und Bayern Bayern. Dafür kämpfen wir“, so seine Parole. Dafür verwendete Söder das Bild der Flotte Bayern – die Winde könne man nicht bestimmen, aber die richtigen Segel setzen.

Für seinen Besuch bekam der Heimatminister einen prallen Brotzeitkorb. Da hatte Söder eine Anekdote parat: „Einmal wurde mir so ein Korb von einem Bürgermeister wieder entrissen, weil er ihn für den nächsten Redner nochmal verwenden wollte.“ Die Peitinger Schmankerl durfte er aber behalten. Ob er die Leckereien gleich auf der Heimfahrt mit seinen Bodyguards verspeist hat, bleibt aber Söders Geheimnis.

Auch interessant

<center>Hirschkuss Vogelgezwitscher</center>

Hirschkuss Vogelgezwitscher

Hirschkuss Vogelgezwitscher
<center>Oberbaierischer Fest-Täg- und Alte-Bräuch-Kalender 2017</center>

Oberbaierischer Fest-Täg- und Alte-Bräuch-Kalender 2017

Oberbaierischer Fest-Täg- und Alte-Bräuch-Kalender 2017
<center>Honigschlehe</center>

Honigschlehe

Honigschlehe
<center>Die Knödel-Revolution</center>

Die Knödel-Revolution

Die Knödel-Revolution

Meistgelesene Artikel

UPM-Zufahrt: Hat Peiting die Lösung?

Peiting/Schongau - In Schongau wird das Thema längst heiß diskutiert, jetzt wollen auch die Peitinger mitmischen: Bei der neuen Lkw-Zufahrt für die Papierfabrik UPM gab …
UPM-Zufahrt: Hat Peiting die Lösung?

Um des Friedens willen: Weniger Wohnraum

Peiting - Der Soziale Wohnungsbau zwischen Eisstadion-Parkplatz und Betreutem Wohnen in Peiting-Birkenried, erregt offenbar die Anwohner-Gemüter. Nicht zuletzt deshalb …
Um des Friedens willen: Weniger Wohnraum

Anpacken, wo Not ist

Peiting  - „Die Zukunft gehört Gott und den Mutigen.“ Pastoralreferent Thomas Tralmer stellte bei der 90-Jahrfeier der Kolpingsfamile Peiting deutlich heraus, dass …
Anpacken, wo Not ist

Gegen Diskriminierung aufstehen

Herzogsägmühle - Ein Zeichen gegen Rassismus setzen die Albrecht-Schnitter-Berufsschule und die Liselotte-von-Lepel-Gnitz-Schule, Fachschule für Heilerziehungspflege. …
Gegen Diskriminierung aufstehen

Kommentare