Aus dem Marktgemeinderat

Peiting steigt nicht ins Stromgeschäft ein

Peiting - Die Gemeinde Peiting steigt nicht ins Unternehmergeschäft ein. So hat es der Gemeinderat jetzt entschieden. Statt selbst am Strommarkt tätig zu werden, überlässt man das Geschäft für weitere zehn Jahre der Lechwerke AG. Die wiederum bezahlt den Markt Peiting dafür.

Eine Kommune stellt Straßen und Wege für die Verlegung von Stromleitungen zur Verfügung. Der Stromanbieter bezahlt dafür. Manche Kommunen gehen inzwischen eigene Wege, werden selbst Strom-Lieferant.

Ins Stromgeschäft will man in Peiting derzeit nicht einsteigen. Vorerst. Der Konzessionsvertrag mit der Lechwerke AG bleibt damit für weitere zehn Jahre bestehen. Das spült ordentlich Geld in die Marktkasse: Die daraus generierten Einnahmen belaufen sich auf zirka 270 000 Euro.

Könnte der Markt Peiting noch mehr einnehmen, wenn er selbst in den Strommarkt einsteigt? Diverse Nachbar-Kommunen denken darüber nach, oder haben diesen Schritt ins aktive Strom-Geschäft bereits gewagt. Statt nur ihre Wege für die Verlegung von Stromleitungen zu überlassen und dafür Geld einzustecken, denken sie aktiv über eine Netzübernahme nach. Aktuell befinden sich die Stadtwerke in Weilheim, Penzberg und Murnau in Verhandlungen, bzw. haben das Netz bereits übernommen und erwarten eine gerichtliche Klärung des Übernahmepreises. Könnte also auch für Peiting noch mehr Rubel rollen?

Die Sache ist geprüft – und zwar durch einen Experten des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes. Der hat die Netzdaten von Peiting, Schongau und Altenstadt analysiert. Ein abschließendes Urteil steht aus. Dazu müssten erst alle Unterlagen kostenpflichtig geprüft werden. Was sich allerdings abzeichnet ist laut Peitings Kämmerer Christian Hollrieder, „dass die erzielbaren Einnahmen begrenzt“ sind. „In unserem Fall ist das zu bewirtschaftende Netz sehr weitläufig, bzw. es werden recht wenige Haushalte pro Kilometer erschlossen.“ Dies lasse vorab den Schluss zu, dass die Kosten der Netzübernahme nur sehr langfristig wieder erwirtschaftet werden könnten. Hinzu kommt: Weil Peiting als Gemeinde nicht unendlich viel Personal-Kapazitäten hat, müsste man sich in der Anfangsphase der Netzübernahme fachlichen Beistand holen. Dies könnte durch die Verpachtung des gesamten Netzes oder auch in Form eines Dienstleistungsvertrages erfolgen. Theoretisch. Denn: Laut Christian Hollrieder überwiegen die Nachteile.

Es bleibt dabei. Für weitere zehn Jahre. Mit den Lechwerken. Was sich bis dahin tut und ob Peiting in einer weiteren Dekade über die Übernahme des Stromnetzes nachdenken möchte: Das kann heute noch keiner sagen. Hollrieder: „Es sind weitere zehn Jahre Zeit bis zur nächsten Entscheidung.“ Kommt Zeit, kommt Rat.

Rubriklistenbild: © dpa

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