Pea Jung auf Frankfurter Buchmesse

Peitinger Autorin startet mächtig durch

Peiting - Zwei Jahre ist es her, dass eine Peitingerin auf dem E-Book-Markt durchstartete. Heute sind bereits zahlreiche Veröffentlichungen auf dem Markt. Doch Pea Jung hat auch andernorts den Durchbruch geschafft. Sie ist mittlerweile ständiger Gast bei den Buchmessen in Frankfurt (heuer vom 19. bis 23. Oktober) und in Leipzig (im März).

Es war „Die falsche Hostess“, mit der Jung seinerzeit nicht nur schnell in die Top 100 bei den E-Books einstieg, sondern sich in der Folge bis in die Top Ten vorarbeitete. Grund genug, da weiterzumachen, wo alles begonnen hatte. Heute sind bereits zehn Bücher von ihr erschienen, außerdem noch ein interaktives Kinderbuch. Und Pea Jung schreibt weiter. Ihr jüngstes Werk heißt „Sand in den Haaren“ und ist ein Liebesroman. Ihr bislang erfolgreichstes heißt „Die Putzstelle“ und ist stark erotisch angehaucht.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Derweil laufen bei Pea Jung die Vorbereitungen auf die Buchmesse in Frankfurt auf Hochtouren. Die Vorfreude ist nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr riesengroß. Damals war sie über den Selbstverlag BOD (Books on demand) erstmals zur Buchmesse eingeladen worden, schwärmt noch heute von den Eindrücken. „Das war ein euphorisches Erlebnis, den Menschen etwas über meine Bücher auf der Messe erzählen zu können. Da fühlt man sich wie in einer anderen Welt.“

Kurz danach schaffte es ihr Roman „Die Putzstelle“ bis auf Platz drei der Amazon-Charts. Der Erfolg verselbstständigte sich. Jung wurde gemeinsam mit einigen ziemlich bekannten Autoren zur love letter convention eingeladen. „Da ging es ein ganzes Wochenende nur um Liebesromane mit Lesungen, meet and greet und Signierstunde.“ Pea Jung lernte dazu, merkte, „dass ich in dieser Branche auch Werbegeschenke brauche, wenn ich etwas erreichen will“. So entwickelte sich, was vor wenigen Jahren mit einem schriftstellerischen Versuchsballon startete, zum kleinen Unternehmen. „Social media wird einfach immer wichtiger“, hat sie gelernt.

Genauso wichtig sind für sie inzwischen die beiden Buchmessen, „die ich nicht mehr missen möchte“. Gemeinsam mit 35 weiteren Autoren hat sie in Frankfurt einen eigenen, großen Stand mit rotem Sofa für Gespräche mit ihrer Kundschaft.

Eins ihrer ersten Bücher – die falsche Hostess – gibt es inzwischen auch als Hörbuch. Bestens geeignet für diejenigen, die längere Strecken mit Auto oder Bahn zurücklegen oder gesundheitsbedingt eine Pause einlegen müssen und lieber zuhören als selber lesen. Entdeckt hat Pea Jung auch die Internet-Plattform babel cube, „wo ich nach Lust und Laune Bücher hochladen kann“. 

Mit 35 anderen Autoren hat Pea Jung einen eigenen Stand auf der Buchmesse 

Ob sie daran denkt, deshalb ihren eigentlichen Beruf als Sozialpädagogin in Herzogsägmühle aufzugeben? „Ich denke zwar, dass ich inzwischen vom Bücherschreiben leben könnte, müsste dann aber mein Angebot mit Werbepräsenten etc. noch einmal neu überdenken.“ Hin- und hergerissen ist sie daher schon, doch ihr Halbtags-Job in der diakonischen Einrichtung macht ihr auch viel Spaß. Und sie sagt: „Würde ich diesen Job aufgeben, wäre ich auf die Bücher angewiesen und könnte nicht mehr so schreiben, wie ich das eigentlich möchte.“

Dabei denkt sie auch an Schreibblockaden, „von denen ich gerade eine habe“. Deshalb plant sie auch künftig zweigleisig, „es sei denn, ich schreibe einen Weltbestseller, dann kann ich für nichts garantieren“. Dass sie davon allerdings nicht ausgeht, zeigt das Lächeln, das bei diesen Worten ihre Mundwinkel umspielt.

Gesucht wird noch ein Verlag

Noch etwas anderes fehlt ihr zum perfekten Glück. „Die E-Books laufen bestens, doch ich suche für die gedruckten Versionen noch einen Verlag, der an einer Verbreitung meiner Bücher interessiert ist.“

Was sie ausgesprochen freut, ist das gute Miteinander der Autoren, die sie jetzt auch in Frankfurt wieder trifft. „Wir unterstützen uns auch gegenseitig. Ich habe beispielsweise eine Leseprobe von einer Kollegin in meinem Buch untergebracht und sie umgekehrt eine von mir. Angesichts der Rivalität ist das nicht selbstverständlich.“

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