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Mit Sandsäcken versuchten die Feuerwehrleute die Peißenberger vor der Überschwemmung zu schützen. Ingesamt waren 350 Einsatzkräfte vor Ort.

Hochwasser im Schongauer Land 

Überschwemmung: Peiting hilft in Peißenberg

Peißenberg - Überflutete Keller und Garagen, verschlammte Straßen und Einfahrten und geschlossene Geschäfte: Der Starkregen, der sich am Sonntagabend über Teile des Landkreises ergoss, hat große Schäden angerichtet. Peiting kam mit einem übergelaufenen Keller noch glimpflich davon, Peißenberg war am stärksten betroffen.

„Um 19 Uhr ging bei uns der Alarm ein“, berichtete Peitings Kommandant Klaus Straub. Es waren Hilferufe aus Peißenberg. Dort hatte das Unwetter Ausmaße angenommen, die von der örtlichen Wehr allein nicht mehr zu bewältigen waren. Die Peitinger Wehr rückte mit fünf Fahrzeugen und 30 Mann zur Nachbarschaftshilfe aus. In Peiting zeigte sich das Unwetter noch gnädig. Lediglich in der Karwendelstraße muss ein Keller ausgepumpt werden. Durch einen Rückstau im Kanal war Wasser eingedrungen. Das war aber schnell abgepumpt.

Auch in Apfeldorf sind am Sonntagabend nach einem Gewitterregen Straßen überflutet worden.

Anders die Situation in Peißenberg: Als Michael Schleich am Sonntag gegen 18 Uhr dort ins Feuerwehrhaus kam, hatten sich schon 15 Alarmmeldungen auf den Telefonen gesammelt. „Dann ging es Schlag auf Schlag“, sagt der Kommandant der Peißenberger Feuerwehr. Die vielen vollgelaufenen Keller und überfluteten Häuser wurden erstmal hintenan gestellt, als klar wurde, dass der Bach überzulaufen drohte. „Wir haben versucht, den Bach im Zaum zu halten“, sagt Schleich. Weil bald das Ausmaß der Überschwemmung klar war, wurden weitere Feuerwehren zur Unterstützung angefordert.

Mit Wasser gegen den Schlamm: Mitarbeiter der Straßenmeisterei und des Bauhofs säuberten am Montag die Bachstraße.

Zehn Wehren aus dem Landkreis eilten nach Peißenberg, um dort zu helfen. Die Feuerwehrleute – unter ihnen auch die Peitinger – verteilten Sandsäcke, sicherten Straßen ab, versuchten den Bach mithilfe von Kies in seinem Bett zu halten.

Doch die Mühe war vergeblich: „Der Wörthersbach ist komplett über die Ufer getreten“, sagt Schleich. Bald gehen die Sandsäcke aus, es müssen Säcke von anderen Feuerwehren angefordert werden. Auch das THW und das Rote Kreuz sind vor Ort, um zu helfen. Es waren insgesamt 350 Einsatzkräfte.

Genauso lange haben die Peißenberger geschuftet, die an den Straßen leben, die es am schlimmsten getroffen hat. Bis in die Ebertstraße ist das Wasser gelaufen, am meisten war die Bachstraße überflutet, die parallel zum Wörthersbach verläuft.

An einem Mehrfamilienhaus dort hat das Wasser die Eingangstüre aufgedrückt und ist so und über die Lichtschächte in den Keller gelangt. Die Tiefgarage des Rigicenters ist, wie so viele Garagen und Keller, überflutet – bis zu 80 Zentimeter hoch.

Insgesamt sind bei der Feuerwehr am Sonntag 184 Alarme eingegangen, 164 gab es nach Auskunft von Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta in Peißenberg. In Hohenpeißenberg hatten die Einsatzkräfte zehn, in Wessobrunn sieben, in Weilheim vier Einsätze. In Peiting und Wielenbach musste die Feuerwehr jeweils ein Mal ausrücken.

Mit Schneeschaufeln und Besen kämpften die Peißenberger gegen die Wassermassen.

Übrigens, die Peitinger Feuerwehrleute waren die halbe Nacht in Peißenberg im Einsatz, fast sieben Stunden lang. Erst um 2 Uhr nachts war die Aktion beendete. „Es zeigt sich einmal mehr, dass die Unwetter immer mehr zunehmen“, so der Peitinger Kommandant Klaus Straub.

Video: Historisches Unwetter in Peißenberg

Kathrin Hauser und Michael Gretschmann

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