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So wird der Verkehr in Peitings Ortskern schon bald für ein Jahr auf Probe geleitet werden: Wer von der Schongauer Straße kommt, der hat Vorfahrt in Richtung geradeaus in die Poststraße. Das heißt: Wer vom Hauptplatz kommt, muss warten. Ebenso gilt die Vorfahrt für diejenigen, die von der Schongauer Straße aus geradeaus in die Obere Straße weiterfahren.

Unfallschwerpunkt in Peiting

Hirschvogeleck: Vorfahrt ändert sich

Peiting - Achtung: Neue Verkehrsführung im Peitinger Ortskern! Schongauer Straße und Poststraße haben künftig Vorrang. Für Hauptplatz und Müllerstraße gilt dann „Vorfahrt gewähren“. Betroffen sind davon auch die Obere Straße sowie Meier- und Ammergauer Straße. Das Ganze ist ein Versuch, der nach einem Jahr aufzeigen soll, ob so am unfallträchtigen Hirschvogeleck etwas verbessert werden kann.

Seit Jahren, ja gar Jahrzehnten, landet das Thema immer wieder mal auf den Tischen der Gemeinderäte: Die Verkehrsregelung am Hirschvogeleck. Was wiederum aufzeigt: Offenbar gibt es keine Lösung, die tatsächlich das Gelbe vom Ei ist. So hat auch die neue Vorfahrtsregelung, die für ein Jahr ausgetestet werden soll, keinesfalls bei allen Räten Begeisterungsstürme ausgelöst. Im Gegenteil: Die (namentliche) Abstimmung war denkbar knapp. Nur zwölf Räte und Bürgermeister Michael Asam stimmten mit „Ja“ ab. Bei 22 anwesenden Räten ein denkbar knappes Ergebnis.

Viel Kopfschütteln gab es darüber. Laute Diskussionen und Wutausbrüche blieben an diesem Abend aus – die hatte es bereits im März bei einer „Klausurtagung“ zu dem Thema gegeben, zu der ausschließlich Gemeinderäte, Geschäftsleute und Vertreter der Ortsentwicklung eingeladen waren. Nicht zu vergessen der Verkehrsgutachter, der, ob seiner vorgelegten Ergebnisse, so einiges hatte einstecken müssen.

Vielleicht lag es ja auch daran, dass er an diesem Abend der öffentlichen Gemeinderatssitzung lieber ferngeblieben war. Am Ergebnis ist trotzdem nichts zu rütteln. Schließlich drängen Polizei und Landratsamt längst auf eine Lösung der prekären Verkehrssituation. Ob die folgende Variante tatsächlich eine solche ist, das bezweifeln vielleicht selbst diejenigen, die die Hand dafür hoben. Aber es hilft ja alles nichts, so sieht die Verkehrsführung im Peitinger Ortskern für ein Jahr aus:

So sieht die Verkehrsführung in Peitings Ortskern derzeit aus: Von der Schongauer Straße aus besteht eine abknickende Vorfahrt zum Hauptplatz.

Wer künftig von der Schongauer Straße in Richtung Ortsmitte fährt, der hat in Richtung Poststraße Vorfahrt. Für diejenigen, die vom Hauptplatz kommend am Café Central vorbeifahren, heißt das: Sie müssen an der neuen Hauptachse warten.

Desweiteren bildet die Schongauer Straße künftig zusammen mit der Oberen Straße eine Ost-West-Vorfahrts-Achse. Wer also von der Ortsmitte kommt, hat hier Vorfahrt zu gewähren. Bauliche Anpassungen des Straßengeländes behält sich die Gemeinde an dieser Stelle vor, sollte sich das neue Konzept im Versuch bewähren.

Und auch an der Meierstraße/Ammergauer Straße tut sich was: …. …. ….

Laut Verkehrsgutachten ergeben sich dadurch einige Vorteile: Durch eine normale Kreuzungsregelung würde die Verkehrssicherheit erhöht, die Verkehrsmengen reduziert, heißt es da. Zudem würde der verkehrsberuhigte Bereich am Hauptplatz aufgewertet. Doch auch die Nachteile möchte der Gutachter nicht verschweigen - in der Änderungsphase rechnet er mit einem erhöhten Unfallrisiko. Zudem verweist er auf eine Erhöhung der Verkehrsbelastung entlang der neuen Vorfahrtsroute (Schongauer Straße - Obere Straße - Füssener Straße).

Irgendeine Kröte muss man eben schlucken. Der Versuch wird für ein Jahr gestartet. Was danach kommt? Ungewiss. Schließlich haben sich schon mehrere Gutachter an der Lösung des innerörtlichen Peitinger Verkehrsproblems versucht. „Drei Gutachter haben wir schon verschlissen“, führte Bürgermeister Michael Asam ins Feld. Außerdem diverse Verkehrszählungen. Der Druck hat sich durch die Aufforderung zu handeln seitens Polizei und Landratsamt erhöht. „Wir müssen jetzt was liefern.“

Taten sie dann auch. Neben erhobenen Händen teils auch nur Zähneknirschen. So beispielsweise ein wenig ämüsierter Herbert Salzmann (SPD), der eine Zustimmung komplett verweigerte. Auch ein von seinen Parteikollegen Alexander Zila und Christian Lory aus dem Ärmel gezaubertes Last-Minute-Konzept – ein großer Einbahn-Ring um den Ortskern – konnte ihn nicht hinterm Ofen vorlocken. „Wir werden Stau haben. Ich kann mit keiner dieser Alternativen leben“, sprach er aus, was auch viele andere Räte dachten: Warum nicht den Status Quo erhalten?

Weil Gemeinde und Gemeinderäte haften, wenn sie der Aufforderung der Aufsichtsbehörde nicht Folge leisten, merkte Norbert Merk (CSU) an. Die Gemeinde ist also unter Zugzwang. Mit einem Hintertürchen. Denn: Was nach dem einen Jahr auf Probe passiert, bleibt unklar. Merk: „Nichts ist in Stein gemeißelt.“ Was die neue Verkehrsführung tatsächlich für die Meierstraße, aber auch mögliche Abkürzungs-Strecken wie Bach- oder Azamstraße bedeutet: Das wird der Jahres-Versuch zeigen.

Demnächst soll der Gemeinderat unter fachkundiger Leitung entscheiden, welche Verkehrszeichen und baulichen Maßnahmen umgesetzt werden müssen. Sicher ist schon jetzt, dass an der Poststraße im Bereich der früheren Metzgerei Höfler eine Fußgängerampel etabliert werden muss.

Offen ist, wann es denn losgeht mit der neuen Verkehrsführung. Kommt nichts dazwischen, dann könnte es schon nach den Sommerferien so weit sein. 

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