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Ausgebremst: Wegen des Milchbauern-Streiks waren die Straßen in Schongau-West zeitweise komplett blockiert. Facebook-Nutzer haben sich darüber beschwert.

Reaktionen auf Facebook-Video

Milchkrise: "Hausgemachtes Problem"

Fast 20 000 Aufrufe, mehr als 200 Likes, 100 Kommentare und Teilungen: Ein Kurzvideo der Milchbauern-Demo in Schongau-West ist auf der SN-Facebook-Seite regelrecht durch die Decke geschossen. Ursachen, Lösungsvorschläge, Unverständnis – die Milchkrise sorgt beim Internetvolk für Aufruhr.

Die Milchbauern-Demo am Dienstag in Schongau-West bewegt auch das soziale Netzwerk. Auf der Facebook-Seite der Schongauer Nachrichten haben sich die Reaktionen auf ein Kurzvideo des Streiks regelrecht überschlagen. Fast 19.000 Nutzer haben sich den Clip im Laufe des Tages angesehen. Es wurde geliked, geteilt und kommentiert, was das Zeug hielt. Auffallend: Viele Verbraucher haben vollstes Verständnis für die Wut der hiesigen Milchbauern.

"Viele haben Probleme, für gute Lebensmittel mehr zu bezahlen"

Tim schreibt zum Beispiel: „Sehr viele Menschen haben Probleme, für gesunde und gute Lebensmittel mehr zu bezahlen, geben aber jederzeit viel Geld für Luxusgüter aus. So lange das so bleibt, wird sich nichts ändern. Ein Teufelskreis.“

Diese Meinung teilt auch Michael. Er plädiert, den Liter Milch für einen Euro zu verkaufen. „Ich habe viele Freunde, die eine Landwirtschaft betreiben – die müssen sieben Tage die Woche arbeiten, mindestens 14 Stunden am Tag, und haben keinen Urlaub! Wir sollten das alle mal berücksichtigen und anerkennen, was unsere Landwirte da leisten. Ein Euro für den Liter wäre nur fair.“

Riesen Resonanz hatte es auf dieses Facebook-Video gegeben. 

Zum Vergleich: Bei Aldi Süd kostet der Liter Milch gut 40 Cent. Beim Landwirt bleiben bekanntlich nur 20 Cent pro Liter hängen. Das ist zu wenig, klar. Aber der Grund dafür ist längst bekannt: „Ein hausgemachtes Problem. Es wird mehr produziert als konsumiert wird. Ganz klar, dass der Preis extrem niedrig ist“, schreibt User Nimajneb, der sich darüber aufregt, dass nun der Steuerzahler für diese Misswirtschaft aufkommen soll. Fakt ist: Die Milchproduktion muss reduziert werden, um Angebot und Nachfrage wieder ins gesunde Gleichgewicht zu bringen.

Aber wie? Laut Georg „sollte zuallererst dafür gesorgt werden, dass nicht mehr mit Lebensmitteln an der Börse gehandelt werden darf“. Tanja bemängelt derweil Größenwahn. „Seit der Abschaffung der Kontingentierung haben sich sehr viele Betriebe übernommen.“

User-Wunsch: Regionale Vermarktung - "schmeckt auch besser"

In Schongau und Umgebung allerdings sind die meisten Milchvieh-Betriebe noch in überschaubarer Größenordnung vorzufinden. Damit das so bleibt, schlagen einige User eine regionale Vermarktung vor. Sabine schreibt dazu, wie „wir alle“ was für die Bauern tun können: „Die Milch direkt beim Erzeuger kaufen – schmeckt auch besser.“ Eine schnelle Lösung des Problems ist jedenfalls nicht in Sicht. Das unterstreichen die Reaktionen auf die Beschlüsse des Milchgipfels recht deutlich. Der BDM schreibt, dass „die Ergebnisse völlig unzureichend sind, Lösungen nicht angegangen, sondern nur verlagert werden.“ Die hiesigen Milchbauern sind deshalb auf die Straßen gegangen, haben ihrem Frust freien Lauf gelassen, dafür auch viel Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen. Nur mit der Art und Weise der Demo waren nicht alle einverstanden.

Weil die Bauern mit Deutz, Fendt und John Deere phasenweise die Straßen komplett blockiert hatten, war für die an der Demo Unbeteiligten kein Durchkommen mehr möglich. Ela befürchtete, „dass deshalb Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, weil es den Chef nicht interessiert, warum man zu spät kommt“. Und Christines Sorge: „Hoffentlich muss da kein Rettungswagen vorbei.“

Laut Polizeibericht ist letztlich alles glimpflich ausgegangen, auch wenn der Spontan-Streik mit rund 80 Traktoren im Vorfeld nicht angemeldet wurde.

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