Sonnenhof in Rottenbuch

Alle Räte lehnen Welpenstation ab

Rottenbuch - Die Hundefreunde vom Sonnenhof sorgten im Rottenbucher Gemeinderat mal wieder für Diskussion. Betreiber SOS Projects will in Hochkreit eine Welpenstation einrichten. Doch das lehnten die Gemeinderäte einstimmig ab.

Es soll ein einzigartiges Hundewelpen-Projekt auf dem Sonnenhof in Rottenbuch werden. Der Verein SOS Projects für Mensch und Tier um seine Präsidentin Nicole Brühl will in Hochkreit eine Auffangstation einrichten. Und zwar für Welpen, „die vorwiegend aus dem Osten illegal nach Deutschland verbracht und beschlagnahmt wurden“, wie Brühl sagt. Die kleinen Vierbeiner sollen versorgt, im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem Deutschen Tierschutzbund sozialisiert und dann vermittelt werden. Damit würde die Station überlastete Tierschutzvereine, vor allem in Bayern entlassen, so Brühl.

Gremium hat seine Probleme mit dem Antrag

Eigentlich eine noble Sache, doch der Rottenbucher Gemeinderat hatte mit dem Projekt so seine Probleme. In der jüngsten Sitzung lag ein Vorbescheidsantrag von SOS Projects auf dem Tisch. Wie Bürgermeister Markus Bader mitteilte, sind Container für eine Auffangstation nach der Quarantänezeit der Welpen geplant, im Haus selbst soll eine Krankenstation eingebaut werden. Doch das Vorhaben fiel bei den Räten mit Pauken und Trompeten durch. Obwohl Bader den Hundefreunden ein gutes Zeugnis ausstellte: „Momentan klappt es viel besser als früher.“ Nach Brühls Angaben befinden sich derzeit circa 20 erwachsene Tiere auf dem Hof. Das waren früher deutlich mehr, das Landratsamt hatte auf Grundlage eines Gutachtens sogar 70 Plätze abgesegnet. Laut Anwohnern gebe es jetzt weniger Lärmbelästigung, berichtete Bader. Doch die nach seinen Worten geplante Mehrbelegung mit bis zu 60 Welpen sorgte für Stirnrunzeln im Gemeinderat – obwohl laut Bader dafür die Zahl der erwachsenen Tiere reduziert werden solle.

Die Kernfrage

Wie wirken sich die zusätzlichen Tiere auf den Betrieb aus? Der Rathauschef, der nach eigenem Bekunden prinzipiell nicht gegen das Projekt hat, fürchtet eine Grauzone. „Wann ist ein Welpe ein Welpe?“, fragte Bader. Es gebe zudem Sorgen, was passiert, wenn die Welpen nicht vermittelt werden können. Deutliche Worte fanden andere gegen die Sonnenhof-Aufstockung. Christian Erhard zum Beispiel: „Das können wir den Anwohnern nicht zumuten.“ Christoph Echtler stand ihm zur Seite: „Wir haben gegenüber den Leuten auch eine Verpflichtung.“ Auch Alfred Speer sagte wegen der Größe kategorisch Nein: Mit den von der Kreisbehörde genehmigten 70 Plätzen „sind wir über den Tisch gezogen worden“.

Am Ende stimmte kein Rat dem Vorbescheid zu, auch der Bürgermeister nicht – abgelehnt. Nun liegt das Vorhaben beim Landratsamt.

Andreas Baar

Rubriklistenbild: © dpa

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