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Auf diesem Grundstück an der Ecke Buchenweg/Bahnhofstraße sollen die Parkplätze gebaut werden.

320000 statt 100000 Euro

Stadt Schongau verschenkt Geld bei Parkplatz-Bau

Schongau - Die Stadt Schongau gibt für die 69 Parkplätze, die sie am Buchenweg bauen wird, rund 320 000 Euro aus. Vor vier Jahren hätte der Grundstücksverkäufer, der Schongauer Bauunternehmer Ludwig Höfler, die Parkplätze mit identischer Planung noch für 100 000 Euro gebaut.

Schongau - Seit Jahren ist das leerstehende Grundstück an der Ecke Buchenweg/Bahnhofstraße kein Aushängeschild für die Stadt. Der Schongauer Ludwig Höfler hatte das Grundstück im Jahr 2006 von einer älteren Frau gekauft, das stark sanierungsbedürftige Haus abgerissen und wollte ursprünglich zwei Doppelhaushälften und ein Mehrfamilienhaus mit Geschäften im Erdgeschoss hinstellen. „Leider gab es damals nicht genug Interessenten“, sagt Höfler, das Projekt hat er nie verwirklicht.

Stadt wollte das Grundstück ohne fertige Parkplätze kaufen

Stattdessen trat er einige Jahre später in Verhandlungen mit der Stadt ein, die an dem 1800 Quadratmeter großen Gelände sehr interessiert war. Für das bereits damals geplante Parkraumkonzept, das jetzt erst umgesetzt werden soll, war die Voraussetzung, Dauerparker möglichst aus der Altstadt herauszudrängen. Dafür braucht es Parkplätze in unmittelbarer Altstadt-Nähe, das Grundstück am Buchenweg war dafür ideal. Nach längeren Verhandlungen machte Höfler der Stadt im April 2012 zwei Angebote: Sie könne das Grundstück für 300 000 Euro kaufen oder für 15 000 Euro pro Jahr mieten. Oder Höfler würde der Stadt das gesamte Grundstück mit fertigem Parkplatz verkaufen – dafür würde er 400 000 Euro bzw. 20 000 Euro Jahresmiete verlangen. „Ich hatte damals einen Plan für die Parkplätze erstellt, der im Bauamt diskutiert und bereits in den Lageplan eingepasst worden ist“, sagt Höfler. Dieser Plan liegt den SN vor.

Die Stadt hat schließlich das leere Grundstück gekauft. Es gab damals Pläne, wegen der Bahnhofs-Nähe einen Park&Ride-Platz daraus zu machen, mit entsprechenden Zuschüssen. Daraus ist nichts geworden, ebenso aus dem Vorhaben, dort den Neubau der Arbeitsagentur hinzustellen. Erst jetzt kam die Stadt wieder auf die ursprüngliche Parkplatz-Planung zurück und präsentierte vor zwei Wochen ihre Pläne.



Planungen sind bis ins Detail identisch

Als Höfler das sah, fiel ihm fast die Zeitung aus der Hand: „Ich dachte, das ist ein nachträglicher Aprilscherz.“ Denn die Variante, auf die sich Stadtverwaltung und Bauausschuss aus drei Vorschlägen des Planungsbüros letztlich geeinigt haben, gleicht auf beängstigend identischer Weise den Plänen Höflers von 2012: Drei Einfahrten, Bepflanzung zwischendrin – das überzeugte die Stadträte. Dass Höfler dasselbe vor vier Jahren für nur 100 000 Euro gebaut hätte, dürften sie nicht gewusst haben. Auch wenn er damals keine Beleuchtung vorgesehen hatte, fragt er sich: „Wie kann so ein Parkplatz innerhalb von vier Jahren dreimal so teuer werden?“

Das hat er auch Bürgermeister Falk Sluyterman gefragt. Der habe ihm geantwortet, nur auf schriftliche Anfrage zu antworten, was er auch weiterhin tun werde, sagte Sluyterman auf SN-Nachfrage. Höflers Vorwürfe kann er nicht nachvollziehen: „Wir müssen die Vergabe so eines Projekts ausschreiben, da sind uns die Hände gebunden.“ Er stelle auch in Frage, ob der Parkplatz zu der damaligen Summe wirklich hätte gebaut werden können. Schließlich seien in dem tieferliegenden Areal viele Aufschüttungen notwendig, die Höfler seines Wissens damals nicht eingeplant hatte. Und dass sich beide Pläne ähneln, sei Zufall, so Sluyterman.

Höfler ärgert sich aber auch, dass er vorher gar nicht gefragt wurde, Vergabe hin oder her. Seine Dienste würde er immer noch anbieten: „Für 150 000 Euro könnte man den Parkplatz trotz Preissteigerung auch heute bauen."

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