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Synchron in der Luft: Felix Hintersseer (links) und Markus Brennauer. Zwei Könner auf dem Dirtbike, von denen sich die Anfänger einiges abschauen konnten. 

Aktionstag Schongauer Bike-Park

Riesenandrang, aber keine Trainer

Schongau - Unter fachlicher Anleitung den Bike-Park ausprobieren: So bewarb Schongaus Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer den Aktionstag am vergangenen Freitag. Der Andrang war riesengroß. Von Trainern fehlte allerdings jede Spur. Ob die den ein oder anderen Sturz verhindert hätten?

Warten brav auf ihren Einsatz: Die Jungs und Mädels am Startpunkt der anspruchsvollsten Strecke. 

Wow: Fast 300 Radlbegeisterte aller Altersklassen tummelten sich am Freitag auf dem Schongauer Bike-Park. Vom klassischen Mountainbiker in hautenger Polster-Hose bis hin zu lässig gekleideten Dirt-Bikern mit Knie- und Ellbogenschützern – sie alle waren gekommen, um die neueste Schongauer Sportanlage auf Herz und Nieren zu testen. Und sie alle hatten richtig viel Spaß. Das Wichtigste hatte an diesem Nachmittag aber gefehlt: Ein kompetenter Trainer, der vor allem den Anfängern zeigt, wie dieser gefährliche Sport richtig funktioniert.

Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer hatte den Aktionstag mit „mehreren fachkundingen Bikern und Trainern vor Ort“ beworben. Einige Besucher gingen davon aus, dass am Startpunkt der einzelnen Strecken ein Spezialist stehen würde und erklärt, wie die Kurven, Wellen und großen Kamelbuckel richtig anzufahren sind. Falsch gedacht. Einige Fachübungsleiter des RC Altenstadt oder SC Peiting waren zwar da, allerdings nicht als offizielle Einweiser. „Das war mein Fehler“, räumt Organisator Kalbitzer ein. Er habe im Vorfeld die Haftungsfrage vergessen zu beachten. Rein rechtlich war es den Vereinstrainern also nicht erlaubt, Anweisungen zu geben.

Übermut führte zu ersten Stürzen

So nahmen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die übrigens alle vorbildlich mit Helm unterwegs waren, das Zepter selbst in die Hand. Sozusagen ein Ausprobieren auf eigene Gefahr. Das klappte weitestgehend richtig gut. Alt und Jung respektierten sich, stellten sich brav hintereinander an und hielten sich an die Regeln wie zum Beispiel einzeln Fahren und genug Abstand halten – bis der ein oder andere Jungspund dann doch übermütig wurde, die Sprünge immer schneller und aggressiver anfuhr. Die Folge: Stürze.

Edgar Ammann aus Peiting befuhr bereits am Donnerstag die Strecken, ist technisch gut unterwegs und seit längerem Bike-Park erprobt. Trotzdem überschritt er die Grenzen der Physik, als er mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf einen der großen Kamelbuckel zufuhr, entsprechend hoch und zu weit sprang und so im Flachen landete. Mit blutigem Ellbogen kam er allerdings noch glimpflich davon.

Freestyler Markus Brennauer: "Verletzungen gehören dazu"

Markus Brennauer (28) aus Peiting ist leidenschaftlicher Freestyler.  Sein Tipp an die Anfänger: Sich schrittweise an die schwierigen Strecken herantasten. 

Markus Brennauer (28) aus Peiting sieht das auch so. Der 28-Jährige ist leidenschaftlicher Freestyler. Mit Skiern springt er über zehn Meter hohe Kicker, macht mehrere Saltis und Schrauben in der Luft. Spielerisch, wie er auch mit seinem Dirt-Bike (eine Art größeres BMX mit Front-Federung) die großen Hügel nimmt. Aber er warnt: „Wer glaubt, dass hier ist eine sichere Sportart, der hat hier nichts zu suchen. Verletzungen gehören dazu und passieren sogar wesentlich häufiger als im Schnee.“ Brennauers Rat: „Sich unbedingt langsam und schrittweise an die Strecken herantasten.“

Mehrere junge Mädels beispielsweise haben das am Freitagnachmittag vorbildhaft gemacht. Angefangen auf der Pump-Track-Strecke (ebener Kurs mit vielen Wellen), wagten sie sich anschließend auf die lange Strecke mit kleineren Sprüngen und zuletzt auf die etwas kürzere Strecke mit den großen Sprüngen. Zwischendrin haben sie immer wieder die Herangehensweise der Erfahreneren beobachtet.

Nach Verletzungen am Samstag: Bike-Park-Regeln einhalten!

Ob dieses schrittweise Beschnuppern den zwei jungen Burschen am Samstag geholfen hätte? Wie berichtet, sind am Tag nach dem Aktionstag ein erst Elf- und Zwölfjähriger schwerer gestürzt, haben sich Verletzungen im Gesicht und an der Hand zugezogen und mussten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Schongau gebracht werden.

Kalbitzer wünscht an dieser Stelle „gute Besserung, schnelle Genesung und hoffentlich keine Folgeschäden“. Und er weist nochmals ausdrücklich darauf hin, die Bike-Park-Regeln (siehe Kasten), die im oberen Bereich aushängen, unbedingt zu lesen und auch zu befolgen.

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